Advent in Kroatien

28 November 2019 AUTOR:

Budenzauber, vorweihnachtliche Geschenke und leckerer Lebkuchen – Adventsstimmung in Kroatien

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Was ist noch schöner als das Weihnachtsfest? Die Adventszeit. In diesen Wochen kommt man allmählich in Feierlaune und kann die Vorfreude auf das Fest kräftig vorglühen lassen. Viele Bräuche und Gepflogenheiten machen den Advent zum bunten, köstlichen und stimmungsvollen Anlauf auf Weihnachten mitten im grauen und dunklen Dezember.

Die vier Wochen vor Weihnachten sind die schönste Zeit des Jahres. Zwar trifft diese Aussage überwiegend auf Kinder zu, die sich während der Adventszeit – und wahrscheinlich noch viel früher – in leuchtenden Farben ausmalen, was für sie unter dem Weihnachtsbaum liegen wird. Wunschzettel werden geschrieben und an die betreffenden Verwandten verteilt, so dass am Heiligen Abend keine unliebsamen Überraschungen oder gar Missverständnisse auftreten können.
Eltern und Erwachsene sehen dieser Zeit voller kindlicher Erwartungen eher skeptisch oder mit anwachsendem Stresspegel entgegen. Sicherlich sind die Vorbereitungen auf Weihnachten kein reines Zuckerschlecken, das ist in Kroatien nicht anders als in unseren Breiten.
Doch können Sie sich diese Zeit auch angenehm und typisch vorweihnachtlich gestalten. Beispielsweise mit dem Besuch kroatischer Weihnachtsmärkte, oder Sie backen einen echt kroatischen Lebkuchen. Auch die schönen adventlichen Geschenkbräuche vor Weihnachten machen Spaß und lassen die Hektik womöglich etwas in den Hintergrund geraten.

Weinprobe, Heißes im Glas, und viele Geschenkideen – Vorweihnachtsstimmung in Stadt und Land

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Der Advent beginnt in Kroatien übrigens schon an Allerheiligen. Denn am 1. November beginnt die Zeit, in der die Kroaten einander etwas häufiger besuchen, um sich auf das heranrückende Weihnachtsfest einzustimmen. Damit die Besuche an diesem Feiertag nicht allzu trocken verlaufen, geht man zu den Weinfässern und zapft großzügige Mengen Rebensaft in die Krüge. Offiziell dient diese „Weinverkostung“ dazu, um zu kontrollieren, ob der Wein noch gut ist und zum Weihnachtsfest auf den Tisch darf. Und weil der Wein jetzt schon aus den Fässern gelaufen ist, wird er auch ausgetrunken. Es wäre ja schade, wenn die guten Tröpfchen in den Krügen schal werden würden… So gilt Allerheiligen als Startschuss oder Ouvertüre für Weihnachten – ein Brauch, der besonders im ländlichen Raum gerne gepflegt wird.

Wein spielt auch auf den Adventsmärkten eine tragende Rolle, doch wird er hier als Glühwein in den Gläsern serviert. Heiß, mit vielen Gewürzen, zuckersüß und vielleicht noch mit einem Schuss Hochprozentigem aufgemöbelt, können Sie auch in Kroatien an vielen Buden und Holzhütten diese wärmende Köstlichkeit genießen. Wundern Sie sich nicht, wenn der Glühwein überwiegend weiß ist, denn die kroatische Variante des überall beliebten Heißgetränks wird traditionell aus Weißwein gebraut. Roter Glühwein ist da eher die Ausnahme.
Und wenn Sie mit einem Glas oder Becher Glühwein an den Buden entlang schlendern, können Sie das schöne Kunsthandwerk bewundern, das dort ebenfalls feilgeboten wird. Oder Sie gehen ein Stück die Straßen entlang und betrachten sich die weihnachtlich geschmückten Schaufenster der Geschäfte, die mit angesagter Mode, kostbarem Schmuck oder kroatischer Volkskunst ihr Publikum zum Kauf verführen. Entspannter und gleichzeitig vom Glühwein angeregter werden Sie Ihre Weihnachtseinkäufe kaum anderswo erledigen können.
Wenn die Taschen voll und die Geldbeutel fast leer sind, ist es Zeit, sich mit einer Fahrt mit der Weihnachtsstraßenbahn oder der Kutsche zu belohnen. Das können Sie im adventlichen Zagreb tun, wo nicht nur Kinder auf eine Kutschfahrt durch den Park Zrinjevac drängen.

Honigsüße Adventsleckerei – Lebkuchen aus Kroatien

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Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass Lebkuchen, Plätzchen und andere weihnachtlichen Köstlichkeiten vor dem Fest am besten schmecken. Das ist auch in Kroatien so, deshalb werden an der Adria schon zum Adventsbeginn leckere Lebkuchen gebacken. Eigentlich soll der Medenjak, wie der braune Honigkuchen in Kroatien genannt wird, bis zum Weihnachtsfest ordentlich durchziehen und reifen, damit die Gewürze und der Honig ihr volles Aroma entfalten können. Doch oft erlebt der Medenjak das Fest gar nicht, oder es sind nur noch geringe Mengen des Backwerks übrig. Wenn Sie wissen möchten, wie gut dieser Lebkuchen schmeckt, können Sie ihn ganz einfach nachbacken.
Und so geht’s: Sie benötigen jeweils 300 g Zucker und Mehl, ein Päckchen Backpulver, 160 g Butter, die weich bis flüssig sein darf, 120 g gemahlene Haselnüsse, einen gehäuften Esslöffel Vanillezucker, 2 Teelöffel Lebkuchengewürz, 2 reichliche oder drei normale Esslöffel Honig, einen Esslöffel Kakao, 4 große oder 5 kleine Eier und einen großzügig abgemessenen Viertelliter Milch.
Nun mischen Sie das Mehl mit Backpulver, Zucker, Vanillezucker, Haselnüssen und Lebkuchengewürz gut durch, während die restlichen Zutaten in einer separaten Schüssel schaumig gerührt werden. Vermengen Sie die beiden Mischungen miteinander, bis ein glatter Teig entsteht. Lassen Sie die Masse eine gute Stunde auskühlen (im Kühlschrank oder draußen im Freien) und streichen Sie den Teig dann auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech.
Heizen Sie den Ofen auf 200 Grad vor und backen Sie den Lebkuchen je nach Dicke des Teigs etwa 20 bis 25 Minuten. Machen Sie eine Backprobe mit einem Holzstäbchen oder einer Stricknadel! Sobald der Lebkuchen abgekühlt ist, schneiden Sie ihn in beliebig große Rechtecke. Wenn Sie mögen, können Sie das Gebäck mit Zuckerguss bestreichen. Falls Sie Ihren Medenjak lieber mit Zitronat, Orangeat und Mandeln verschönern möchten, belegen Sie den Teig vor dem Backen damit und drücken Sie den Zierrat leicht in die weiche Masse.
In einer Dose bleibt der Lebkuchen besonders lange frisch und saftig. Probieren Sie ab und zu, ob der Medenjak schon gut schmeckt, aber Vorsicht, denn sonst ist er bis zum Weihnachtsfest aufgegessen…

Den Heiligen sei Dank – vorweihnachtliche Geschenkbräuche

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Wenn Sie nicht die langen vier Adventswochen warten können, bis die Geschenke endlich unter dem Baum liegen, machen Sie es wie die Kroaten, die einige Heiligen bemühen, um vorher schon an schön verpackte Gaben zu gelangen. Allen voran marschiert der Nikolaus durch das Land, der aber nur die braven Kinder mit köstlichen Kleinigkeiten wie Äpfeln, Nüssen und Lebkuchen belohnt. Doch auch dieser vielbeschäftigte Mann hat zunehmend kleine Geschenke und höherwertige Gaben in seinem Sack.
Auch die heilige Lucija bereist in der Adventszeit die Küste Dalmatiens und beschenkt ebenfalls die Kinder mit selbstgemachten kleinen Gaben, damit das Warten auf Weihnachten nicht allzu beschwerlich wird.
Dann gibt es noch eine Liebesgabe, die von jungen Männern an ihre Auserwählten übergeben wird. Es ist eigentlich nur eine Kleinigkeit, nämlich ein schön verzierter Apfel, der Bozicnica genannt wird. Bei diesem Geschenkritual geht es natürlich nicht um den materiellen Wert der Gabe, hier zählt einzig die Symbolkraft dieser uralten Frucht, die schon in der Bibel eine Schlüsselrolle eingenommen hat.
Machen Sie die Adventszeit zu einer gemütlichen und verheißungsvollen Zeit und lassen Sie echte Vorfreude auf Weihnachten aufkommen. Sie wissen ja nun, wie das in Kroatien funktioniert.

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