Baumvielfalt in Kroatiens Wäldern

24 Juli 2019 AUTOR:

Eichen, Pinien und Zypressen – artenreiche Baumvielfalt in Kroatiens Wäldern

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Entlang der Adriaküste dominieren die Büsche und Sträucher der Macchia, doch trifft man im Landesinneren, im Süden und auch auf den Inseln auf dichte Wälder, die es mit ihren imposanten Eichen, Buchen und Kastanien durchaus mit mitteleuropäischen Waldgebieten aufnehmen können. Auch die kroatische Gebirgslandschaft lässt in Sachen rauschender Baumwipfel keine Wünsche offen.

Es sind nicht allein die „mediterranen Gewächse“ wie Macchia, Wildblumen und duftende Kräuter, die in der kroatischen Flora tonangebend sind. Gerade die Wälder mit ihrer beeindruckenden Baumvielfalt machen dieses Land zum beliebten Ferienziel für Urlauber, die eben nicht nur Strand und Sonne suchen.
So können Sie durch urwüchsigen Mischwälder des Landesinneren mit Eichen, Buchen, Pinien und Ahornbewuchs streifen, ohne lange Zeit keiner Menschenseele zu begegnen. Dagegen kann es durchaus vorkommen, dass Sie Bekanntschaft mit den wilden Bewohnern machen, die in den Wäldern auch heute noch ideale Lebensbedingungen vorfinden. Die duftenden Nadelwälder der Gebirgslagen bringen Sie hinauf in luftige Höhen, während an der Küste Strandkiefern, Erdbeerbäume und Steineichen angenehmen Schatten spenden.

Palmen, Zypressen und Kastanien – abwechslungsreiches Istrien

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Die Zeit der großen dichten Wälder ist in Istrien – wie auch im restlichen Kroatien – seit langem vorbei. Die Bäume wurden gerodet und die dadurch entstandenen Flächen durch Ackerbau und Weideland genutzt. Dennoch gibt es sie, die Waldgebiete, in denen Kastanien und Maronen gedeihen und natürlich die Trüffel, die jedoch nicht auf Bäumen wachsen, sehr zum Leidwesen derer, die sie suchen.
Vor allem im Ucka- und Cicarija-Gebirge können Sie herrliche Wanderungen durch die Wälder unternehmen und dabei fern von jeglichem Trubel die majestätische Ruhe und Gelassenheit der Berge genießen.
Die Cicarija ist eine auch heute noch wilde und recht einsame Berglandschaft, in der es dank des karstigen Untergrunds von Höhlen, Dolinen und Mulden nur so wimmelt. Laubbäume wie Kastanien, Weißbuchen und Flaumeichen vereinen sich mit den „nadeligen“ Föhren zu abwechslungsreichen Mischwäldern. Auf dem Waldboden gedeihen Orchideen, Lilien, Glockenblumen und Gladiolen in einträchtiger Nachbarschaft mit Thymian und Arnika. Die Blümchen stehen fast alle unter Naturschutz, was jedoch von den Schafen nicht unbedingt beachtet wird.
Auch das gesamte Mirnatal ist von grünen Wäldern auf Bergen und Hügeln bedeckt, was dieser Region ein märchenhaftes Flair verleiht, zumal eine stattliche Anzahl an Burgen und Ruinen auf den Erhebungen thronen. Im Herbst, wenn die Maronen reif sind, herrscht in diesen Wäldern reges Leben, denn die köstlichen Waldfrüchte kommen dann in delikaten Variationen auf den Tisch…
An der Küste und vor allem in den Städten werden Sie Zypressen, Palmen und Oleander begegnen, die auch bis weit ins Hinterland vorgedrungen sind.

Waldparadies Nationalparks – die grünen Highlights des Nordens

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Nordkroatien und die Kvarner Bucht sind in puncto Wälder und Bäume geradezu verwöhnt. Das Uckagebirge und der Risnjak Nationalpark in der Kvarner Bucht, die Plitvicer Seen und der Naturpark Velebit, dessen Gebirgszug schon in Norddalmatien liegt, sind reich mit Bäumen bestückt und versprechen Wälder mit hohem Abenteuerpotenzial.
In den Nationalparks des Landesinneren wachsen Buchen, Kiefern und Tannen, während auf den Inseln durch Abholzung und Viehhaltung nur noch kleine Wäldchen zu finden sind. Man hat zwar Aufforstungen vorgenommen, jedoch mit schnell wachsenden Aleppokiefern oder Seestrandföhren. Einzelne Steineichen, die übrigens das ganze Jahr über ihre Blätter behalten, Flaumeichen, orientalische Hainbuchen, Rotbuchen und Lorbeerbäume setzen mit ihrem Laub grüne und später im Jahr bunte Akzente in der ansonsten recht karstigen Landschaft.
Ein Paradies für Naturliebhaber und Urlauber, die am liebsten durch die kroatischen Wälder streifen, ist der Naturpark Velebit, der zugleich das größte Gebirge Kroatiens ist. Der Naturpark ist auch das größte unter Naturschutz stehende Gebiet des Landes, entsprechend vielfältig ist auch die darin gedeihende Pflanzenwelt. Damit nicht genug umfasst der Naturpark die Nationalparks Nord-Velebit und Paklenica – letzterer gehört schon zu Dalmatien – sowie den Botanischen Garten Velebit und die Totalreservate Hajducki und Rozanski kukovi, für die besonders strenge Naturschutzauflagen gelten.
Der Artenreichtum des Velebit zeigt sich auch im Baumbestand dieses Gebirges. So gedeihen allein im Botanischen Garten Fichten, Bergkiefern, Rotbuchen und Wacholder, der zwar als Busch gilt, jedoch zuweilen so groß wie ein Baum werden kann. Im Reservat Rozanski kukovi wachsen Schwarzföhren, die in dieser speziellen Art nur hier angetroffen werden und demzufolge „autochthon“ sind. In Kroatien gibt es einige Pflanzenarten und auch Vertreter des Tierreichs, die Sie nirgendwo anders entdecken können als in ihrer eigenen kleinen ökologischen Nische der kroatischen Natur.
Obwohl Enzian, Alpenrose, Schneeglöckchen und Edelweiß definitiv nicht als Bäume bezeichnet werden können, sollen sie dennoch erwähnt werden, um den „alpinen“ Charakter dieses Gebirges und seiner darin bunt blühenden Flora hervorzuheben.

Weitere Nationalparks und ein Methusalem – grüne Wipfel in Dalmatien

snimio: Damir Rajle
Schöne Wälder mit einem dichten Baumbestand können Sie in den Nationalparks Paklenica und Krka genießen. Dazu gesellen sich die faszinierenden Naturschauspiele der tosenden Wasserfälle, Strudel und sonstigen Kapriolen, die das Wasser veranstaltet, wenn es durch Schluchten und Flussläufe tobt.
Die Naturparks Telascica auf der Insel Dugi Otok sowie Vransko jezero können dagegen mit allerlei Gebüsch, Gesträuch, fast baumartiger Macchia und – jeweils um den See herum – mit viel Schilf und Gras aufwarten.

Und dann gibt es auch die sogenannten Nutzpflanzen unter den Bäumen, allen voran der Olivenbaum. Obwohl die für den Mittelmeerraum so typischen Ölbäume seit jeher ins kroatische Landschaftsbild hinein gehören, kommen sie ursprünglich aus dem fernen Orient. Nun sind die Bäume jedoch schon so lange in Kroatien fest verwurzelt, dass es manche Exemplare auf ein beinahe biblisches Alter gebracht haben.
Gleich mehrere dieser uralten Ölbäume wachsen in Lun, einem kleinen, beschaulichen Ort auf der gleichnamigen Halbinsel. Ein ganzer Olivenhain, der übrigens unter Naturschutz steht, bietet auf einer Fläche von 400 Hektar sage und schreibe 80.000 Bäumen Platz. Und auf 24 Hektar dieses riesigen Geländes genießen die „Methusaleme“ ihren wohlverdienten Ruhestand. Darunter befinden sich mehrere Bäume, die mindestens 1.000 Jahre auf der Rinde haben. Einem Ölbaum wird sogar das unglaubliche Alter von 1.600 Jahren zugeschrieben.
Sie können die riesigen und mit ihrer knorrigen Gestalt überaus skurril wirkenden Olivenbäume übrigens mit eigenen Augen bewundern. Die Bewohner von Lun haben extra einen knapp drei Kilometer langen Weg angelegt, um Spaziergänge durch diesen bemerkenswerten Olivenhain zu gewährleisten. Auch eine Besichtigung mit dem Auto ist möglich, wenn gewünscht sogar mit fachkundiger Begleitung, die interessante Informationen zu diesem einzigartigen Ölbaumrefugium parat hält.

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