Blumige Vielfalt in Kroatien

17 Juli 2019 AUTOR:

Bunt mit üppigen Blüten und betörenden Düften –blumige Vielfalt in Kroatien

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Die kroatische Vegetation verändert sich ebenso wie die Landschaft dieses Landes. Von karstiger Kargheit bis zu prächtig gedeihenden Blütenteppichen in wilder oder kultivierter Form – in Kroatien wachsen allerlei Blumen an Sträuchern, Büschen und sogar in Ritzen und Fugen. Und alles blüht in den Farben des Regenbogens.

Die Flora Kroatiens ist so artenreich und ergiebig, dass Sie viele Urlaube und zahllose Exkursionen benötigen, um die großen, kleinen und oft auch winzigen unscheinbaren Pflanzen näher kennenzulernen und sie dann in ihrer natürlichen Umgebung gebührend zu bestaunen. Gerade im Mittelmeerraum finden Naturliebhaber ein schier endloses Betätigungsfeld, um die wilde, ursprüngliche, idyllische und vor allem wunderschöne Pflanzenvielfalt zu entdecken und darin zu schwelgen.
Das mediterrane Klima bestimmt das Wachstum im Jahreskreis. Lange Regenzeiten im milden Winter lassen die Blumen im April und Mai im ganzen Land erblühen, ein Farbenrausch, der von der Sommerhitze beendet wird. Erst im Spätsommer, wenn die Früchte heranreifen, und die Blätter sich verfärben, beginnt die Farbenpracht von neuem.

Macchia, Garigue und andere Überlebenskünstler

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Die unverwüstlichen, zähen und oft harten Sträucher und Büsche der Macchia werden Sie überall dort in Kroatien finden, wo der Boden kaum etwas hergibt, und nicht viele andere Pflanzen gedeihen können. Dabei ist diese Landschaftsform nicht „historisch“, sondern dem Einwirken der Menschen geschuldet, die über Jahrhunderte hinweg Wälder abholzten. Auch Weidetiere wie Schafe und Ziegen sorgten mit ihrem Verbiss dafür, dass nachwachsende Bäumchen keine Chance hatten.
So wuchs eben die Macchia, die je nach den örtlichen Gegebenheiten bis zu fünf Meter hoch werden kann, im Durchschnitt jedoch eineinhalb bis zwei Meter in die Höhe wächst. Die dichte und oft undurchdringliche Macchia besteht überwiegend aus Sträuchern mit lederartigen Blättern, die außerhalb der Blütensaison eher unscheinbar wirken. Doch im Frühling, wenn alles zum Leben erwacht, verwandelt sich die graugrüne Macchia plötzlich in ein wahres Farbenmeer, das darüber hinaus noch betörende Düfte verströmt.
So blühen die Zistrosen in strahlendem Weiß und zartem Rosé, ebenso die Baumheide. Dazwischen setzen Ginster und alle anderen Knollengewächse leuchtend gelbe Akzente. Im nördlichen Kroatien mischen sich noch Johannisbrotbaum, Stechwinde, Schneeball und Mäusedorn unter die blühende Vielfalt. Die Sommersonne lässt die Blumen verdorren, jedoch geben die Blätter dann ihre ätherischen Öle frei, deren würzige Aromen Sie dann in tiefen Zügen genießen können.
Im Herbst ist auch die Macchia wieder zum Farbrausch bereit, der in Gestalt der orangeroten Früchte des Erdbeerbaums, der roten Blätter des Mastixstrauchs oder den blauen Wacholderbeeren und Früchten der Ölbaumgewächse in tiefen, satten Tönen zum Augenschmaus wird.

Die Garigue gedeiht in sehr heißen Gebieten mit felsigem und sehr nährstoffarmem Boden. Sie wird auch nur etwa einen halben Meter hoch, duftet jedoch umso verführerischer. Viele Sträucher haben Dornen, also Vorsicht für Hände, Füße und Beine. Zur Garigue gehören überwiegend Gewürzkräuter wie Lavendel, Rosmarin, Thymian, Bohnenkraut und Salbei, die während und nach der Blütezeit für den Duft zuständig sind.
Daneben wachsen auch Zwiebelpflanzen wie Hyazinthe, Krokus und Schwertlilie in der Garigue, denen sich wilde Orchideen und Wolfsmilchgewächse hinzugesellen. Am faszinierendsten ist diese Landschaftsform im Frühling gleich nach der Regenzeit – dann können Sie den Pflanzen beim Wachsen und Blühen beinahe zuschauen.

Es dürfte kaum Lebensbedingungen geben, die noch spärlicher und kümmerlicher sind als die der Macchia und Garigue. Doch es gibt sie tatsächlich. Die als Felsentrift bekannte Landschaftsform ist so ziemlich das magerste, was der Boden seinen mit Wurzeln versehenen Bewohnern zu bieten hat. Durch Erosion, Menschenhand und Weidewirtschaft tritt mancherorts nur noch der nackte Fels zutage, in dessen Ritzen, Spalten und Fugen dennoch Leben existiert. Und dieses Leben kann sich sehen lassen: Alpenveilchen, Anemonen, Schwertlilien, Thymian und allerlei Affodillenarten blühen auf dem kahlen Gestein um die Wette. Die Pflänzchen bleiben meist recht klein, bedecken den Fels jedoch mit ihren Blütenpolstern wie leuchtend bunte Kissen ein langweiliges Sofa…

Oleander, Bougainvillea und Zitrusgewächse – eingewanderte Exoten aus fernen Ländern

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Die wilde urwüchsige Natur ist eines der vielen Gesichter, mit denen sich die kroatische Flora schmückt. Daneben gibt es die zahlreichen Zier- und Kulturpflanzen, die einst aus fernen Ländern und Kontinenten an die Adria gebracht wurden, um hier prächtig zu gedeihen und sich rundum wohl zu fühlen.
Selbst wenn der Oleander als wesentlicher Bestandteil der Städte, Parks und Gärten der kroatischen Küste gilt, kommt diese üppig blühende Pflanze ursprünglich aus den Tropen Amerikas. Mit der Tamariske im Schlepptau eroberte der Oleander den Mittelmeerraum dank vieler Seefahrer, die diese Blütenpracht auch zu Hause an der Adria genießen wollten.
Gleiches gilt für die Bougainvillea, die selbst einer Ruine oder einem kümmerlichen Mauerrest noch Grandezza und florierendes Leben verleiht. Die verschwenderisch blühenden Klettersträucher bedecken alles, was nicht mehr so schön aussieht mit ihrem farbenreichen Blumenteppich, so dass die aus Südamerika eingewanderte Pflanze fast schon als Wunderblume gilt.
Auch die überall an der Festlandküste und auf den Inseln präsenten Zitronen- und Orangenbäume sind keine kroatischen Ureinwohner. Einst wurden die saftig grünen Bäumchen mit ihren leuchtend gelben und orangefarbenen Früchten von Arabern aus China mitgebracht, und gelangten so auch nach Kroatien. Sogar das kroatische „Urgewächs“, die Olive, kommt ursprünglich aus dem Orient, ebenso wie der Granatapfel und die Feige.
Inzwischen schwört man sogar auf manchen Inseln auf den unverwüstlichen Bambus, der aus Asien extra an die Adria kommt, um als Windschutz zu dienen und der Bodenerosion Einhalt zu gebieten.

Selbst im feuchten Element gedeiht so manches Pflänzchen, denn die Ufer von Flüssen, Seen und Sümpfen sind keineswegs kahl, sondern werden dicht von Gräsern gesäumt. Zwischen Gras und Schilf setzen zarte Iris ihre intensiven blauen Farbtupfer. Im Wasser bedecken Seerosen in edlem Weiß die Oberfläche von Seen und geschützten Stellen kleiner Bäche.
Dazu gesellt sich der Wasserschlauch, der eher unscheinbar wirkt, bis er seine gelben Blüten entfaltet. Dieses harmlos aussehende Gewächs gibt es in bis zu 250 Arten, die alle begeisterte Fleischfresser sind und sich von Wasserflöhen, Schnecken und anderen kleinen Lebewesen ernähren, die sie sehr trickreich in ihren Fallen fangen, um sie dann zu „verspeisen“.

Und es gibt noch sehr viel mehr an blühenden Gewächsen in Kroatien. So auch in den Wäldern und den Gebirgen, wo Sie die ganze blumige Vielfalt einer Alpenlandschaft entdecken können. Ob Edelweiß, Enzian oder Alpenrose, auch diese Pflänzchen gehören zu Kroatien.

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