Kräuter in Kroatien

31 Juli 2019 AUTOR:

Rosmarin, Lavendel, Thymian & Co. – duftende und wohltuende Kräuter in Kroatien

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Sie wachsen überall, duften herrlich, sehen schön aus und fördern unser Wohlbefinden. Heilkräuter gedeihen zuhauf in Kroatien, denn viele dieser Kräutlein sind am Mittelmeer beheimatet und haben von dort den Weg in unsere Breiten gefunden.

Nach zwei oder drei Schritten, mit denen Sie durch die niedrige Macchia stapfen, machen Sie bereits Bekanntschaft mit den kroatischen Heilkräutern. Selbst wenn Sie den Blick geradeaus oder nach oben richten, Sie werden merken, worauf Sie soeben getreten sind. Die ätherischen Öle der Blätter und Stängel von Lavendel, Thymian und Rosmarin verströmen so intensive Aromen, dass es Ihnen beim Einatmen schon besser geht, obwohl Sie es vielleicht noch gar nicht bewusst wahrgenommen haben.

Bitte tief einatmen – Kräuter beruhigen, beleben und erfrischen

Thymus with flowers
Sie müssen kein Kräuterkundler sein, um die wohltuende Wirkung der Kräuter und Heilpflanzen am eigenen Leib zu verspüren. Spazieren oder marschieren Sie durch die struppige und oft dornige Macchia oder Garigue und streifen Sie ab und zu mit den Händen über die mit lederartigen Blättern bewachsenen Stängel. Sie brauchen dabei nichts abzureißen, denn die Berührung der Pflanzen genügt schon, um die Düfte freizusetzen und ihre Hände damit in Wohlgerüche zu tauchen.
Atmen Sie tief ein und lassen Sie die ätherischen Öle über die Atemwege in den Körper gelangen. Wenn Sie ein wenig erkältet sind oder die Aromen besonders intensiv aufnehmen möchten, können Sie einige Blättchen Thymian zerreiben und den entweichenden Wirkstoff mit tiefen Atemzügen genießen. Thymian ist ein bewährtes Heilmittel mit schleimlösender und hustenstillender Wirkung. Sie werden es sofort spüren, wenn der Duft der wohlriechenden Öle durch Nase und Luftröhre strömt.
Auch Rosmarin belebt und erfrischt. Seine krampflösende Wirkung entfaltet das Kräutlein jedoch erst „innerlich“, also als Tee oder Extrakt. Ein wahrer Alleskönner ist der herb duftende Salbei. Er hilft auch bei Husten, löst Krämpfe, wirkt wohltuend bei Halsschmerzen und kann bei Verdauungsproblemen Abhilfe schaffen. Damit nicht genug wirkt Salbei auch antiseptisch und fördert die Wundheilung.
Wenn Sie den typisch intensiven Duft von Oregano erschnuppern, suchen Sie das Pflänzchen und nehmen sich einige Stängel mit, falls Ihre Verdauung ein wenig schlappmacht oder Sie gar mit Krämpfen plagt. Auch hier hilft ein Aufguss, der zwar recht bitter schmeckt, mit etwas Honig gesüßt jedoch durchaus angenehm mundet.
Und dann natürlich der Lavendel, der als das wohl typischste Kraut an der Adria und dem gesamten übrigen Mittelmeer gilt. Die lila Blüten des Lavendel signalisieren schon von weitem, wo die weit verbreitete Pflanze wächst. Das Heilkraut wird zu so ziemlich allem verarbeitet, was in puncto Schönheit und Gesundheit denkbar ist: Ob als Badezusatz, Parfüm, Duftkissen, Raumspray, Bügelwasser oder Tee – Lavendel finden Sie überall in den Regalen von der Apotheke bis zum Supermarkt.
Denn Lavendel hat eine Eigenschaft, die jeder irgendwann einmal gut gebrauchen kann – er wirkt beruhigend; auch lindert er Nervosität und Schlafstörungen. Weiterhin ist Lavendel krampflösend und kann von außen als Einreibung oder von innen als Tee seine Wirkung entfalten.

Herzstärkend, harmonisierend oder hochprozentig – noch mehr Heilkräuter…

Pfriemenginster und Kletterrose Constance Spry
Auch der leuchtend gelb blühende Besenginster, der Ihnen überall am Wegesrand begegnen wird, hat es in sich. Die Inhaltsstoffe des struppigen Gewächses stärken das Herz und wirken sogar noch harntreibend. Also gleich doppelt hilfreich. Doch mit diesem Kraut sollten Sie nicht selbst experimentieren, sondern sich die genaue Dosis zuschreiben lassen. Ansonsten kippt die Wirkung ins Gegenteil um und kann giftig sein.
Der meist mit weißen Blüten auftretende Affodill ist ebenfalls ein leicht giftiges Heilkraut, bei dem die Wirkkraft in der Wurzel liegt. Die Affodillwurzel kann Krämpfe lösen und bei Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes Linderung verschaffen. Affodill gedeiht überall dort, wo es Macchia gibt, man muss daher nicht sehr lange nach dem beruhigenden und besänftigenden Pflänzchen suchen…
Nun stellt sich ein Gewächs vor, das unscheinbar wirkt, und fast nur durch seine blaue Blüten ins Auge sticht. Aber seine Wirkung ist beträchtlich und sehr geschätzt. Es ist der Pelin, eine Beifußart, der dem bekannten und gern getrunkenen Kräuterschnaps Pelinkovac seinen Namen gab. Pelin schmeckt bitter, ebenso wie der Schnaps oder Likör, was ihn seiner verdauungsfördernden Eigenschaften wegen überaus beliebt macht.

Flohkraut oder Buhac – ein Kraut gegen Schädlinge

Fliegende Biene
Gegen fast jedes Leiden und Zipperlein wächst irgendwo eine „wundertätige“ Pflanze. Doch es gibt auch ein Kräutlein, das lästigen Insekten den Garaus macht und sie im wahrsten Sinne des Wortes vom Acker scheucht. Es ist das Pflänzchen Buhac, das auch Flohkraut genannt wird.
Das lange Zeit als „Unkraut“ klassifizierte, unscheinbare und überaus genügsame Kraut wächst da, wo sich nur wenige Pflanzen halten und man kaum hinschaut – an der Felsentrift der dalmatinischen Küste und an den Rändern der Wege. Buhac sieht etwa so aus wie kleine Margeritenbüsche oder Kamille, gehört jedoch der Familie der Chrysanthemen an und wäre für Japaner daher eine kaiserliche Pflanze.
Der in Kroatien geborene Chemiker Leopold Ruzicka entdeckte einst, dass die Pflanze Buhac natürliche Pestizide enthält und somit zur Schädlingsbekämpfung taugte. Für seine Forschungen zu dieser Pflanze wurde Ruzicka im Jahr 1939 der Nobelpreis in Chemie verliehen. Ein gewisser Ante Supuk aus Sibenik machte sich diese Entdeckung zunutze und pachtete sechs der etwa 200 Mühlen, die entlang der Krka-Wasserfälle erbaut wurden. In diesen Mühlen mahlte er das Kräutlein Buhac zu Pulver und betrieb den Handel mit dem Insektenvernichtungsmittel auf Bio-Basis in großem Stil, was ihm zu beträchtlichem Wohlstand verhalf.

Stechpalme, Kreuzdorn und Stechapfel – schön aber giftig

beautiful giant datura tree in a garden
Es gibt Pflanzen, von denen sollte man möglichst die Finger weglassen. Sie sind zwar meist hübsch anzusehen, enthalten aber giftige Substanzen, die das allgemeine Wohlbefinden mäßig bis stark beeinträchtigen können. Manche sind auch so giftig, dass man sie wirklich nur anschauen sollte…
Dies gilt für den Gemeinen Stechapfel, eine bis zu zwei Meter hohe Pflanze, an der so ziemlich alles giftig ist. Ganz besonders jedoch die Samen und die Wurzeln.
Auch die Stechpalme, die in Kroatien zwar selten vorkommt, dafür aber bis zu 300 Jahre alt werden kann, zählt zu den extrem unbekömmlichen Pflanzen. Sie wird auch Stecheiche, Christdorn oder Stechhülse genannt und ist sehr giftig. Besonders die korallenrot leuchtenden Beeren üben eine magische Anziehungskraft auf Kinder aus. Der Verzehr von 20 bis 30 Früchten kann tödlich sein, also Hände weg!
Der aus Nordamerika und dem westlichen Asien nach Kroatien gelangte Kreuzdorn zeigt schon durch seine stark mit Dornen besetzten Zweige, dass man ihn in Ruhe lassen sollte. Seine schwarzen Beeren können zwar als mildes Abführmittel eingesetzt werden, jedoch nur von fachkundigen Kennern der Materie. Nimmt man zu viel davon oder wendet man die Beeren falsch an, kann es zu unangenehmen Vergiftungserscheinungen kommen.

Streifen Sie nun durch die kroatische Pflanzenwelt und erfreuen Sie sich an dem, was da wächst und gedeiht. Bloßes Anschauen ist immer harmlos und schont darüber hinaus auch den Bestand der artenreichen Flora. Viel Vergnügen bei der Entdeckung der lebendigen, blühenden und duftenden Natur!

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