Edle Tropfen aus Kroatien – Weinsorten aus Dalmatien

5 Juni 2019 AUTOR:

Süffiges Rot, honigsüßes Gold und frischfruchtiges Weiß – die aromatische Vielfalt der Weinsorten aus Dalmatien

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Das Klima in Dalmatien ist den Rebstöcken außerordentlich gewogen, so dass entlang der Küste und auf den Inseln die Trauben gedeihen, deren Endprodukte schließlich verlockend duftend und in vielen Farben schillernd auf Weinkenner und Genießer warten.

Wenn Sie sich die kroatische Adriaküste auf der Karte anschauen, werden Sie feststellen, dass etwa zwei Drittel davon auf die Region Dalmatien entfällt. Demzufolge nehmen auch die Weinanbaugebiete eine bedeutende Fläche ein, zu der sich die Weingärten auf den dazugehörenden Inseln noch hinzugesellen.
Wie im übrigen Kroatien erlebte auch der Weinbau in Dalmatien im Laufe der Zeit seine Hochs und Tiefs, von denen letztere immer wieder überwunden wurden, um das Nationalgetränk der Kroaten zu erhalten und die Weine auch über die Landesgrenzen hinaus berühmt und begehrt zu machen.
Nachdem die gefräßige Reblaus sich wie ein winziger Vampir über die Wurzeln der Rebstöcke hermachte und aussaugte, schien es lange so, als habe der tierische Einwanderer, der vor 150 Jahren als blinder Passagier mit dem Dampfer aus Amerika kam, den europäischen Weinbau endgültig zum Erliegen gebracht. Doch seit die Winzer reblausfeste Pfropfreben „entdeckt“ haben, hat die Killerlaus ausgesaugt und die Weingärten blühten wieder auf.

Primosten und Zadar – hier steht die Wiege vieler edler Tropfen

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Die Gegend um Primosten ist ein besonders ertragreiches und für seine delikaten Sorten bekanntes Anbaugebiet des dalmatinischen Festlands. Die malerische Stadt, die auf einem Inselhügel erbaut wurde, lohnt ohnehin einen Besuch, zumal Sie auf dem Damm bequem vom Festland zur „Inselstadt“ gelangen können.
Eine Besonderheit von Primosten ist die Bucht Kremik, an deren Südlagen wiederum ein ganz spezielles Tröpfchen reift, respektive die Trauben, die diesen berühmten Wein hervorbringen. Die in mühsamer Handarbeit im harten Fels angelegten Terrassen des Weinbergs, auf dem die Reben für den großartigen Babic gedeihen, stehen sogar unter dem Schutz der UNESCO. Und der Weinberg selbst ist schon eine Augenweide, zu der sich der Genuss des kräftigen trockenen Rotweins, der hier unter strengen ökologischen Bedingungen heranwächst geschmackvoll hinzugesellt.
Sozusagen ein Musterbetrieb, wo Sie den Babic neben vielen anderen Sorten probieren können, ist das kleine Weingut Suha Punta in Primosten, das unter der Führung eines bekannten Önologen hervorragende Weine hervorbringt. So auch diverse Sorten, die aus der Babic-Traube gekeltert werden.
Während die Urform des Babic eben ein kräftiger Rotwein ist, kann diese Traube auch zu einem fruchtigen Rosé und einem besonders süffigen Dessertwein ausgebaut werden. Kosten Sie und urteilen Sie selbst…
Ebenfalls aus der Lage vor Primosten stammt der Opol, ein trockener fruchtiger Roséwein. Dieses Tröpfchen eignet sich bestens als Begleiter von Fischgerichten oder Speisen, die unter der Peka, der tönernen Backglocke zubereitet werden.

Wir wechseln die Küstenstadt und schauen uns die Gegend um Zadar an, wo das Anbaugebiet des Plavac mali beginnt, das bis hinunter in den Süden Dalmatiens reicht. Auch auf einigen Insel dieser Region haben die Rebstöcke des Plavac mali Wurzeln gefasst und erfreuen die Winzer mit schönen Erträgen. Dieser Wein ist sozusagen das Highlight unter den Roten aus Dalmatien, der allseits gerne getrunken wird.
Wenn Sie gerne auch ein Glas kalifornischen Zinfandel trinken, sollten Sie dabei auch an den kroatischen Plavac mali denken. Denn die im 19. Jahrhundert mit einem hiesigen Winzer aus Kroatien nach Kalifornien gereiste Rebe ist sozusagen der Urahn des Zinfandel.

Hvar, Korcula, Vis und Peljesac – gutes Terrain für erstklassigen Wein

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Auf der Insel Hvar, die auch Lavendelinsel genannt wird, gedeiht allerlei Aromatisches. Neben dem lilafarbenen und betörend duftenden Lavendel fühlen sich auch Orangen, Zitronen, Feigen und Palmen auf dem Eiland wohl. Und die Weinreben bringen hier ebenfalls köstliche Trauben hervor, aus denen an der Südküste der weiße Bogdanusa gekeltert wird.
Auch am Plavac kommen Sie nicht vorbei, doch dieser Wein wird auf Hvar Faros genannt. Er wächst in der Ebene zwischen Stari Grad und Jelsa und schmeckt wunderbar trocken und kräftig – ein typischer Plavac eben, wie man ihn in ganz Kroatien liebt.

Auch wenn Marco Polo das bekannteste „Erzeugnis“ von Korcula sein dürfte, sollten Sie Ihr Augenmerk auf die Weißweine der Insel legen. Der kleine Ort Cara im Inselinneren ist für den trockenen Posip und den etwas leichteren Rukatac bekannt. Im benachbarten Smokvica können Sie neben den genannten Weißweinen auch noch die Sorten Moreska und Grk kosten.
In Zrnovo, einem hübschen Weiler nahe der Inselhauptstadt Korcula reifen die Trauben für einen schweren, trockenen Rotwein. Der Wein und der Säbeltanz gehören zu den Attraktionen dieses Ortes, die man beide nicht versäumen sollte.

Weit weg vom Festland auf der Insel Vis gedeiht eine ganz besondere Köstlichkeit: Der goldgelbe und wie die Sonne selbst im Glas leuchtende Vugava erinnert schon beim Anblick an süßen Honig. Sobald Sie einen Schluck davon probiert haben, werden Sie wissen, dass der Wein auch Aromen dieses kostbaren Bienenprodukts enthält, was ihn gleich noch süffiger macht.
Wenn Sie von der Hafenstadt Vis in Richtung Komiza fahren, kommen Sie durch ein Karsttal und fahren dann die kurvige Straße bergan zu den Örtchen Milna, Podstrazje und Rukavac, wo die Reben des Vugava beheimatet sind. In diesen Weilern werden Sie in jeder Konoba mit dem edlen Wein verwöhnt und können natürlich noch andere Erzeugnisse der hiesigen Weingärten verkosten.
Auch das in einer Bucht im Westen der Insel gelegene Städtchen Komiza verfügt über einen eigenen Stadtweinberg, der das Kloster nebst Kirche umgibt und auf dem hervorragende Inselweine gedeihen.
Peljesac wird mit gutem Grund die Halbinsel der Berge und des Weins genannt. Während in den einsamen Wäldern nachts die Schakale heulen, haben sich in den fruchtbaren Tälern von Peljesac die Rebstöcke für einzigartige Weine tief ins Erdreich eingewurzelt. Hier können Sie den kräftigen roten Dingac probieren, der weit über die Halbinsel hinaus berühmt ist.
Der nicht ganz so schwere und dennoch trockene Postup ist ebenso zu empfehlen wie der Kastelet, der Ihnen in Gestalt eines Rot- und Weißweines serviert wird, je nachdem, welcher Variante die Winzer den Vorzug gaben. Mittlerweile gibt es in dieser Gegend viele Weingüter, die ihre Erzeugnisse mit Stolz präsentieren und gut verkaufen.

Es ist übrigens kein „Verbrechen“, den Wein auch mal mit Wasser gemischt zu trinken, gerade wenn der Durst besonders groß ist. Wählen Sie dazu trockene Rot- oder Weißweine, die mit Mineralwasser „gespritzt“ herrliche Durstlöscher sind und dabei nicht ganz so heftig in die Beine fahren, wie das beispielsweise bei einem pur genossenen süffigen Rotspon der Fall wäre…

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