Edle Tropfen aus Kroatien – Schnäpse und Liköre aus Kroatien

12 Juni 2019 AUTOR:

Feines Birnenaroma, bittersüße Kräuter und eine total beschwipste Pflaume – Schnäpse und Liköre aus Kroatien

postup 3

Ob als Aperitif, als gehaltvoller Abschluss nach einem delikaten Essen oder als süße Versuchung in flüssiger Form – die milden, süßen Liköre und die herben oder trockenen hochprozentigen Schnäpse brauchen keinen besonderen Anlass, um geschlürft oder in einem Zug getrunken zu werden.

Spirituosen haben natürlich sehr viel mehr Alkoholgehalt als selbst der süffigste Wein. Doch besitzen sie noch etwas ganz Besonderes, was sich schon im Überbegriff aller Liköre und Schnäpse ausdrückt – den Geist. Zugegeben, es handelt sich um Weingeist oder auch schnöde Alkohol genannt, jedoch haftet diesem Wort etwas Spirituelles an, womit wir wieder beim Ausgangsbegriff wären.
Da der Weingeist die Grundlage alles Hochprozentigen ist, kann es gar nicht anders sein, dass etwas von diesem Geist auf den Genießer des Likörs oder Schnäpschens abfärbt, was ihn erheitert, erhellt oder gar inspiriert. Jedenfalls muss es neben den köstlichen Aromen und der Geschmacksvielfalt dieser geistigen Getränke noch mehr Gründe geben, weshalb sich die oft nur einen kleinen Schluck beinhaltenden Gläschen so großer Beliebtheit erfreuen. Wir wollen der Sache auf den Grund gehen und uns die kroatischen Spirituosen etwas näher anschauen.

Kruskovac, Julischka, Gvirc & Co. – leckere Liköre mit betörenden Aromen

budimka_proizvodi-500x500
Lange Zeit galten Liköre als Damengetränk, da den Herren der Schöpfung das klebrig-süße, fruchtig schmeckende Getränk nicht stark genug war. Die Zeiten ändern sich ebenso wie die Geschmäcker, und heute greift auch das starke Geschlecht gerne zum Likörglas oder genießt die süße Köstlichkeit als Mixgetränk in Gestalt trendiger Cocktails.
Auch in Kroatien werden Sie an den regionalen Likören nicht vorbeikommen, Sie sollten es auch gar nicht erst versuchen. Gönnen Sie sich doch ein Gläschen Kruskovac, der Sie sofort in den Birnenhimmel katapultiert. Seinen Namen hat der Birnenlikör vom Ort Kruskovac in der Lika, einer Gegend im Herzen von Kroatien. Mit seinen 25 Prozent Alkoholgehalt hat es dieser fruchtige Likör durchaus in sich, der noch dazu trügerisch mild und sanft schmeckt. Sie können den Birnentrunk pur als Aperitif genießen oder ihn mit verschiedenen Zutaten als Longdrink schlürfen.
Am häufigsten wird Ihnen der goldfarbene Kruskovac im Cognacglas mit Eis serviert, was Ihren Geschmacksknospen eiskalte Birnenaromen beschert. Eine etwas ungewöhnliche, doch ungemein leckere Variation der beschwipsten Birne ist die Mischung mit Milch. Mixen Sie einen Teil Birnenlikör mit drei Teilen eisgekühlter Milch und genießen Sie diese Köstlichkeit an heißen Tagen – Sie werden nicht genug davon bekommen!

Ein ebenso himmlischer Trinkgenuss wird Ihnen unter dem Namen Julischka serviert. Dieses Getränk ist bereits eine Mischung aus zwei anderen Likören und kann fix und fertig in der Flasche gekauft werden. Sehr viel kurzweiliger ist es jedoch, seine ganz persönliche Julischka selbst herzustellen, wozu wir Ihnen das Rezept „verraten“: Sie nehmen einen Liter (!) Kruskovac und 100 Milliliter Slibowitz, den traditionellen Pflaumenschnaps. Mischen Sie die beiden Zutaten kräftig durch und schon ist die Julischka trinkfertig.
Das mit dem Mischverhältnis sollten Sie unbedingt erst mit kleinen Mengen ausprobieren. Es gibt auch Rezeptvorschläge, die mit 700 ml Slibowitz und 300 ml Kruskovac „operieren“. Diese Variante ist natürlich sehr viel gehaltvoller, da der Pflaumenschnaps mehr als 50 % Alkohol in sich haben kann. Also tasten Sie sich an Ihre Idealmischung heran, und wenn Sie fündig geworden sind, schreiben Sie diese Mixtur unbedingt auf, um Sie bei Bedarf sofort wieder nachmischen zu können…
Auch die Julischka wird Ihnen fast überall in Kroatien begegnen und am liebsten pur oder mit Eis getrunken. Der Likör schmeckt auch im Kaffee, und sogar leicht erwärmt im Glas findet dieses birnig-pflaumige Tröpfchen seine Liebhaber.

Nun stellen wir Ihnen einen milden, süßen Likör vor, der in puncto Alkohol zu den Leichtgewichten zählt. Der Gvirc wird aus Honig gemacht und schmeckt entsprechend sämig und süß, was ihn zu einem beliebten Damengetränk macht, obwohl er ursprünglich von einem Geistlichen erfunden worden sein soll. Der Honigwein – man könnte ihn auch Met nennen – wird kalt oder warm getrunken, je nach Jahreszeit und Anlass. Mit seinen milden 10 % Alkoholgehalt ist der Gvirc ein gern gesehener Begleiter bei Wallfahrten, Pilgertouren und Kirchweihfesten. Wahrscheinlich hat ihn der Mönch oder Priester eigens zu diesen Anlässen „erfunden“, um sich die Strapazen einer Wallfahrt ein wenig zu versüßen.

Wenn Sie einen leicht bitteren Geschmack den süßen Likören vorziehen, sollten Sie den Pelinkovac probieren, der aus allerlei Kräutern hergestellt wird. Dieser Likör wird aus mindestens 26 verschiedenen Kräutlein gewonnen, die allesamt im Karstgebirge von Dalmatien gewachsen sind und dort geerntet wurden. Der lieblich-bittere Kräutersaft wird mit 28 % Alkohol konserviert und als Aperitif genossen. Nach einem gehaltvollen Essen kann der Pelinkovac als Verdauungsbeschleuniger eingesetzt werden, da er für seine abführende Wirkung bekannt ist, bei der das Kräutlein Beifuß eine gewichtige Rolle spielt.

Diese Pflaume hat es in sich – Hochprozentiges zum Schluss

image.php
Was wäre ein gutes Essen ohne seinen krönenden Abschluss? Während der eine Genießer ein süßes Dessert wählt, setzt der andere Leckerschmecker mit einem Gläschen Slivowitz den ultimativen Schlusspunkt hinter ein gelungenes Menü. Der mit seinen 37 bis mehr als 50 % Alkoholgehalt durchaus aus hochprozentig zu bezeichnende Pflaumenschnaps ist überall dort in Kroatien zu Hause, wo mindestens ein Pflaumenbaum im Garten steht.
Viele Kroaten brennen sich ihren hauseigenen Slibowitz selbst, da das Pfläumchen bei fast jeder sich bietenden Gelegenheit getrunken wird. Ob als Appetitanreger vor einem gehaltvollen Essen – und/oder danach, um die Speisen bekömmlicher zu machen. Natürlich gibt es noch viele „Zwischendurchs“, bei denen die Flasche mit dem Slibowitz gerne entkorkt wird.
So beispielsweise im Winter, wo der Schnaps mit Zucker aufgekocht und quasi als Glühpflaume so heiß wie möglich geschlürft wird. Auch bei Saunagängern ist der Slibowitz ein beliebter Begleiter: Er wird als Aufguss auf die heißen Steine gegossen und sogar in der Sauna getrunken, was angeblich überaus schweißtreibend sein soll. Diese Methode sollte allerdings mit der gebührenden Vorsicht angewandt werden, denn Alkohol in der Sauna wirkt um ein Vielfaches stärker als im Freien genossen…
Seine schöne Farbe, die von Gold bis Bronze changieren kann, erhält der Slibowitz dann, wenn er in Eichenfässern gelagert wird.

Es gibt natürlich noch andere wohlschmeckende und wohltuende Schnäpse, so beispielsweise der Biska, der nicht aus Früchten, sondern aus Kräutern gewonnen wird. Dabei spielt die Mistel eine herausragende Rolle. Der auf der Basis von Weintrester destillierte Biska könnte vielleicht Ähnlichkeit mit dem Zaubertrank von Miraculix haben, dessen Hauptzutat ebenfalls die Mistel war, und der bei Asterix und Obelix wahre Wunderkräfte heraufbeschwor…

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 0.0/5 (0 votes cast)

Kommentare sind bei diesem Beitrag leider nicht möglich.

AGB  |   Datenschutzerklärung  |   Impressum

Aktualisiert am 27.08.2015      © 2003-2015 Adrialin GmbH      info@adrialin.de