Entdecke Dalmatien Teil 31/35: Inselgruppe Palagruza

8 März 2017 AUTOR:

Inselgruppe Palagruza – unbewohntes Paradies für Ruhesuchende

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Hier sind Sie wirklich weit entfernt von allem, was einen ruhigen und abgeschiedenen Urlaub stören könnte: Die Palagruza-Inseln sind die am weitesten vom kroatischen Festland entfernten Eilande – entsprechend einsam und in vielerlei Hinsicht „anders“ geht es auf diesen Inselchen zu.

Schon die Anreise zu der Inselgruppe macht deutlich, dass Sie sich nicht auf den üblichen Touristenpfaden befinden. Wenn Sie zu den Palagruza-Inseln möchten, müssen Sie einige Seemeilen Fahrt auf sich nehmen, die oft recht bewegt und selten auf spiegelglattem Wasser stattfindet. Doch weit am Horizont locken die Gestade der Inselgruppe, wo Sie in absoluter Ruhe entspannen und so richtig die Seele baumeln lassen können.

Kleine Inseln mit heldenhaften Mythen – Legende und Wahrheit dicht beieinander

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Was kann man sich Schöneres von seinem Urlaubsparadies wünschen als paradiesische Einsamkeit, die reich an Sagen und Mythen aus längst vergangenen Zeiten ist? Auf der Inselgruppe Palagruza begegnen Sie auf Schritt und Tritt uralten Geschichten und historischen Fakten aus noch gar nicht allzu weit zurückliegenden Epochen. Begeben Sie sich mit uns auf einen Streifzug durch die von Helden, Päpsten und Erfindern gut bestückte Vergangenheit der Inseln.
Die etwa zehn Eilande umfassende Inselgruppe Palagruza liegt rund 68 Seemeilen von Split entfernt. Selbst die am nächsten gelegene Insel Komiza ist noch mehr als 40 Seemeilen weit weg – einsamer könnte dieser Archipel kaum liegen. Vela Palagruza ist die Hauptinsel und mit ihrer Länge von 1,4 Kilometern und einer Breite von 300 Metern auch die größte Insel dieser Gruppe. An ihrer höchsten Stelle misst sie 90 Meter, und wenn Sie die Stufen bis ganz hinauf erklommen haben, wissen Sie, wie großartig sich schon die Menschen aus frühgeschichtlichen Zeiten beim Anblick des Meeres gefühlt haben mögen.
Die Palagruza-Inseln werden auch die Diomedischen Inseln genannt und erhielten diesen Namen von dem griechischen Helden Diomedes, einem Weggefährten von Odysseus und einer der Kämpfer, die sich im Trojanischen Pferd in die Stadt Troja einschmuggeln ließen. Diomedes wurde auf der Insel Vela Palagruza von Illyrern getötet, die nach begangener Untat von Göttervater Zeus in Vögel verwandelt wurden. Der Legende nach bewachen die gefiederten Seelen der Mörder heute noch das Grabmal des Helden.
Historisch belegt ist jedoch, dass die Griechen und Illyrer im 6. Jahrhundert v. Chr. rege Handelsbeziehungen miteinander pflegten. So fand man antike Keramiken auf der Insel, die aus Athen stammen. Auch wesentlich frühere Funde aus der Kupfer- und frühen Bronzezeit lassen auf eine sehr lang zurückliegende Besiedlung der Inseln schließen. Die Römer hinterließen auch auf dieser Inselgruppe ihre Spuren und errichteten eine kleine Festung, die einigen Meinungen zufolge sogar auf der Grabstätte von Diomedes gestanden haben soll…
Schließlich machte auch der Papst Alexander III. am 9. März 1177 –einem Aschermittwoch – auf Palagruza Rast und nahm auf einem Plateau der Insel Mala Palagruza sein Mittagessen ein. Dieses Terrain wurde fortan „das Feld des Papstes“ genannt.

Emsige Fischer und ein weithin sichtbarer Leuchtturm – „neuzeitliches“ Leben auf den Inseln

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Das mediterran-subtropische Klima auf der Inselgruppe lässt nicht nur Oleander, Wolfsmilch, Kapernbüsche und viele Kräuter prächtig gedeihen, auch die Fischgründe sind hier besonders reich und ergiebig. Schon die Fischer der etwa 40 Seemeilen entfernten Insel Komiza wussten um die schier unerschöpflichen Sardinenvorkommen rings um die Inselgruppe.
Mit den für ihre Insel typischen Segelbooten aus Holz, die Gajeta Falkusa genannt werden, fuhren die Fischer in dunklen Neumondnächten zu Beginn der Sardinensaison auf Beutezug, zu dem die Kanonen den Startschuss gaben. Erst dann durften die Männer in ihre Boote klettern und losfahren. Schnelligkeit war überlebenswichtig, da nur 30 Boote bei Palagruza die Anker werfen konnten, für mehr war kein Platz.
In den Annalen der Insel Komiza wird über den Rekordfang von 120.000 Kilogramm Sardinen am 20. Mai 1593 berichtet. Die Tradition des Sardinenfangs wurde bis ins 20. Jahrhundert hinein aufrechterhalten. Heute fahren die Fischer weniger Sardinen, dafür umso mehr Touristen in ihren Booten spazieren…
Im Jahr 1875 erbaute der aus Paris stammende Ingenieur Henry Epoulite auf Vela Palagruza einen Leuchtturm, der heute noch die Hauptattraktion der Insel darstellt. Bis zu 26 Seemeilen weit reicht das starke Licht der Signallampe des Turms, die seit damals unermüdlich im Dienst ist und die Adria Nacht für Nacht erleuchtet. Heute gibt es im Leuchtturm zwei Ferienwohnungen für jeweils vier Personen, die von Urlaubern gebucht werden können, die Einsamkeit, Ruhe und absolute Abgeschiedenheit suchen.
Der Leuchtturmwärter kümmert sich um die Belange der Feriengäste und kocht auch mal ein Abendessen, wenn es gewünscht wird. Außerdem ist er der ideale Ansprechpartner, wenn man für den Abend Fisch auf den Tisch bringen möchte, den der Wächter des Leuchtturms dann fangfrisch bei den Fischern einkauft.
Ansonsten müssen Sie alles, was Sie für Ihren Aufenthalt auf den Palagruza-Inseln benötigen, selbst besorgen. Und zwar auf Komiza, da die Inselgruppe keinerlei Möglichkeit zum Einkaufen bietet. Nur die Fischer bilden eine Ausnahme, die den Urlaubern gerne etwas von ihrem Fang verkaufen.
Noch ein Tipp: Stehen Sie morgens in aller Frühe auf, um die Fischer beim Einholen ihrer Netze zu beobachten. Es ist ein ganz besonderes Erlebnis, dieser Arbeit zuzuschauen und dabei zu erleben, wie die Sonne ihre Tagesreise antritt.
Die Insel ist nicht groß und dennoch gibt es allerlei zu sehen. Außer dem alles überragenden Leuchtturm existieren noch die Überreste eines im Mittelalter erbauten Klosters, die sich etwa in der Inselmitte befinden. Sehenswert ist auch die kleine archäologische Sammlung, deren Exponate auf dieser Insel und auf den benachbarten Inselchen des Archipels gefunden wurden. Der Leuchtturmwärter wird Sie gegen entsprechende Bezahlung auf der Insel herumführen und Ihnen alles Sehenswerte zeigen und erklären, was das Eiland zu bieten hat.
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Die Inselgruppe Palagruza ist ein Naturreservat und demnach gewissen Einschränkungen unterworfen. So ist es untersagt, allein zu tauchen; die Unterwasserwelt um die Inselgruppe darf nur in geführten Tauchgängen erkundet werden, was sich lohnt. Eine Vielzahl bunter Meeresbewohner und das Wrack eines Dampfschiffs am Riff Galijula sind die Attraktionen, die unterhalb der Meeresoberfläche auf Sie warten…
Ansonsten können Sie nach Herzenslust schwimmen, baden, planschen, spazieren gehen oder einfach nur faulenzen. Nur eine kleine „Warnung“ zum Schluss: ein Urlaub auf dieser Inselgruppe ist nichts für Menschen, die sich vor der Einsamkeit fürchten. Wenn Sie die Abgeschiedenheit suchen und Ihre Ferien am liebsten individuell und wie Robinson Crusoe verbringen, haben Sie auf Vela Palagruza Ihr Urlaubsparadies gefunden.

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