Entdecke Dalmatien Teil 32/35: die Altstadt von Dubrovnik

15 März 2017 AUTOR:

Altstadt von Dubrovnik – städtisches Kleinod mit tropischem Flair

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Für viele Kroatienreisende ist sie die am prächtigsten schimmernde Perle der Adria, die ihre Besucher seit jeher bezaubert – die Küstenstadt Dubrovnik lockt mit ihrem milden Klima und der üppig gedeihenden subtropischen Blütenpracht Jahr für Jahr zahllose Touristen in ihr historisches Herz.

Die von alten, starken Mauern und Bastionen umgebene Altstadt könnte ihrer Wehrhaftigkeit wegen streng und unnahbar wie eine Festung wirken. Doch weit gefehlt – Dubrovnik gibt sich trotz seiner Befestigungsanlagen kapriziös und anmutig. Das mittelalterliche Gepräge des historischen Zentrums dieser einzigartigen Stadt an der Adria trägt dabei ebenso zum malerischen Gesamteindruck von Dubrovnik bei wie die überall gedeihende exotische Blütenpracht, die diese Stadt zu einem besonders gelungenen Postkartenmotiv erblühen lässt.

Vom römischen Castrum zur Handelsmetropole – der Werdegang von Dubrovnik

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Die Wurzeln der „Perle der Adria“ können bis ins 2. Jahrhundert v. Chr. zurückverfolgt werden, und wahrscheinlich begann alles mit einem römischen Castrum. Das antike Militärlager entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem regen Handelszentrum zwischen Slawen und Awaren. Die Stadt, die bis 1918 den Namen Ragusa trug, wurde im 9. Jahrhundert von den Arabern belagert und etwa hundert Jahre später fielen Mazedonier über die Hafenstadt her. Dann warf Venedig begehrliche Blicke auf Dubrovnik, das daraufhin begann, Befestigungsanlagen zu bauen, um sich rundum zu sichern. Doch die Stadtväter erkannten rasch, dass dies keine dauerhafte Lösung war und setzten auf Diplomatie. Sie gründeten eine Stadtrepublik und begaben sich unter osmanischen Schutz, um sich nach der Eroberung Konstantinopels durch Venedig von Ungarn beschützen zu lassen, was sich beide „Beschützer“ in harten Dukaten bezahlen ließen.
In dieser Zeit blühte Dubrovnik zu einer wohlhabenden und prächtigen Stadt auf, zumal das damalige Ragusa über eine mächtige Handelsflotte verfügte, die den Reichtum der Adriastadt über viele Jahre hinweg mehrte. Dann erschienen englische, französische und holländische Handelsschiffe am Horizont und machten der Flotte von Ragusa starke Konkurrenz. Das große Erdbeben im Jahr 1667 zerstörte fast die gesamte Stadt, die fast hundert Jahre benötigte, um sich davon zu erholen. Letztendlich machte Napoleon Bonaparte der Republik den Garaus; im Wiener Kongress von 1815 fiel Dubrovnik an Österreich, das die Geschicke der Stadt ein weiteres Jahrhundert lang lenkte.
Im Krieg von 1991 bis 1995 wurden die Dächer der Altstadt zu 80 % zerstört, auch fielen zahlreiche Monumente und Gebäude dem Beschuss zum Opfer und wurden teilweise oder stark beschädigt.

Plätze, Gassen, Stufen und Paläste – Dubrovnik will zu Fuß „erobert“ werden

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Ein ganz besonderer Reiz der Altstadt von Dubrovnik liegt in ihrer malerischen Lage am Fuß des Berges Srd. Die Stadt schmiegt sich an der Nordseite der mittelalterlichen Prachtmeile Placa an den Berghang, und es bedarf zahlreicher Stufen, um in die bergauf führenden Gassen zu gelangen. Besonders intensiv offenbart sich Ihnen die Magie von Dubrovnik bei einem gemächlichen Bummel durch Straßen und Gassen oder hoch oben auf der Stadtmauer. Schritt für Schritt entdecken Sie dabei prunkvolle Gebäude und ehrwürdige Kirchen, aber auch kleine Brunnen, ein besonders schönes Tor oder ein malerischer Hauseingang wird Sie entzücken und stets zum Verweilen und Staunen verführen.
Beginnen Sie Ihren Stadtrundgang an der Porta Pile, wo Sie von den mächtigen Stadtmauern empfangen werden. Sie erblicken den großen Onofrio-Brunnen, der viele Jahrhunderte lang für die Wasserversorgung der gesamten Stadt zuständig war. Der einst reich verzierte Brunnen wurde beim Erdbeben im 17. Jahrhunderts seines Schmuckes beraubt und ragt seitdem groß, rund und trotz seiner Schlichtheit überaus beeindruckend in die Höhe.
Ein Highlight der Altstadt ist das Franziskanerkloster aus dem 14. Jahrhundert mit der an Marmoraltären reich ausgestatteten Klosterkirche. Im Kreuzgang erwarten Sie prächtige Fresken an den Wänden, auf denen ein imposantes Kreuzrippengewölbe ruht. Im Garten des Kreuzgangs wächst subtropisches Grün, dessen Anblick Sie zur Ruhe kommen lässt, wozu die Abgeschiedenheit dieses Ortes seinen Teil beiträgt. Sollten Sie von Sorgen jedweder Art geplagt werden, suchen Sie an der Außenfassade der Franziskanerkirche nach einem skurril anmutenden steinernen Kopf, der große Ähnlichkeit mit einer Eule hat. Diesem Konterfei wird nachgesagt, dass es alle Wünsche erfüllt…
Rechts und links entlang der Placa, die von den Stadtbewohnern auch Stradun genannt wird, reihen sich die Läden aneinander, denn hier befinden Sie sich auf dem Prachtboulevard der Stadt, auf dem es sich herrlich flanieren lässt. Doch lassen Sie den zahlreichen Geschäften nicht allzu viel Aufmerksamkeit zuteilwerden, es sei denn, Sie haben sehr viel Zeit für Dubrovnik eingeplant.
Schlendern Sie weiter und Sie werden Mühe haben, die Paläste, Kirchen und Brunnen gebührend in Augenschein zu nehmen. Dazu gesellt sich eine Vielzahl an Museen, die in der Festungsanlage oder in Stadtpalästen untergebracht sind. Allen voran das Stadtmuseum im Rektorenpalast mit Exponaten aus dem historischen Dubrovnik. Die Schatzkammer der Kathedrale birgt sakrale Kostbarkeiten, Gemälde sowie Schmuck und Gerätschaften aus Gold und Silber. Das Aquarium und das Schifffahrtsmuseum befassen sich mit dem Meer im weitesten und seinen Bewohnern im engeren Sinne.
In der Synagoge und ihrem Museum erfahren Sie Interessantes über das Leben der im 14. Jahrhundert nach Dubrovnik gekommenen Juden, die maßgeblich am wirtschaftlichen Erfolg der Stadt beteiligt waren.
Sie werden bald schon vom Anblick der prunkvollen Gebäude und Kirchen überwältigt sein und sich womöglich nach ein wenig Ruhe sehnen. Besuchen Sie das Dominikanerkloster nahe am Hafen und gönnen Sie sich eine kleine Auszeit in klösterlicher Abgeschiedenheit. Auch dieses Kloster besitzt einen Kreuzgang, dessen eigentümliche Arkaden Sie womöglich zum Staunen bringen werden. Über dem Kreuzgang verläuft eine Terrasse, von der aus Sie auf den Hof hinunterblicken können, in dem ein mit exotischen Pflanzen bewachsenes Gärtchen ein klein wenig an den Garten Eden im Paradies erinnert. Hier können Sie die Seele baumeln lassen und sich für kurze Zeit vom Trubel und dem Gedränge in den Straßen und Gassen erholen.

Nehmen Sie sich viel Zeit, um Dubrovnik zu entdecken und kennenzulernen. Lassen Sie sich dabei nicht nur vom Stadtplan oder Reiseführer leiten, sondern biegen Sie in enge Gässchen ab und erkunden Sie die Altstadt auf eigene Faust. Irgendwo werden Sie dann an einem bekannten Punkt wieder „auftauchen“ und können sich neu orientieren. Stürzen Sie sich ins Gewühl und lassen Sie sich treiben, dies ist vielleicht die schönste Art, die Altstadt von Dubrovnik zu „erobern“.
Als nächstes werden wir gemeinsam den nahegelegenen Hausberg von Dubrovnik erklimmen und das Stadtpanorama fast aus der Vogelperspektive genießen.

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