Entdecke Dalmatien Teil 34/35: Stadtmauer von Dubrovnik

29 März 2017 AUTOR:

Stadtmauer von Dubrovnik – luftiger Rundgang auf Wällen und Bastionen

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Der zwei Kilometer lange Spaziergang rund um die historische Altstadt von Dubrovnik zählt zu den Hauptattraktionen dieser bezaubernden Stadt an der Adria. Das ist nicht weiter verwunderlich, denn der Rundgang verläuft stellenweise bis zu 25 Meter hoch über den Straßen und Gassen der Stadt.

Sie sind schwindelfrei? Umso besser, dann nichts wie hoch auf die Stadtmauer von Dubrovnik, die Sie zu einem Spaziergang der absolut besonderen Art einlädt. Von hier oben haben Sie einen großartigen Blick auf die Stadt und stehen dabei im wahrsten Sinne des Wortes „über allem“.

Einst Schutz und Trutz vor allgegenwärtiger Gefahr – die Stadtmauer

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Sie ist 1.940 Meter lang und umschließt Dubrovnik ununterbrochen. Festungen, Bastionen, Wälle, Türme und Kasematten geben der Stadtmauer ein wehrhaftes Gepräge, das Feinde abschrecken und in die Flucht schlagen sollte. Es versteht sich von selbst, dass die Stadtmauer und ihre Befestigungsanlagen nicht „auf einmal“ erbaut wurden. Vielmehr begann der Bau des trutzigen Gemäuers im 10. Jahrhundert und wurde bis ins 17. Jahrhundert hinein systematisch fortgeführt, erweitert und verstärkt. Der größte Teil der Stadtmauer entstand im 13. Jahrhundert. Die Republik und Stadt Dubrovnik war wegen ihrer Lage und ihres Wohlstands ständiger Bedrohung ausgesetzt und musste sich im Falle eines Angriffs vom Meer und vom Land aus verteidigen können.
Der strategisch wichtigste Abschnitt der Stadtmauer ist die Landseite. Hier ist die Mauer bis zu sechs Meter dick, während die dem Meer zugewandte Seite zwischen eineinhalb und drei Meter breit ist. An einigen Stellen misst die Stadtmauer eine Höhe von stolzen 25 Metern, was auf potenzielle Angreifer durchaus abschreckend gewirkt haben dürfte.
Insgesamt 120 Kanonen waren entlang der Mauer und in den Festungen positioniert, um den Feind schon aus beträchtlicher Entfernung abzuwehren. In allen vier Himmelsrichtungen gewährten stark befestigte Bastionen zusätzlichen Schutz: im Norden erhebt sich der Turm Minceta, während die Festung Revelin die Ostseite der Stadt bewacht. Gen Südosten wacht das Fort des Hl. Ivan über die Stadt, und im Westen wehrte die monumentale Festung Lovrijenac unbefugten Zutritt ab.
Die Festung Lovrijenac hatte sich das Motto „Freiheit ist nicht zu verkaufen, auch nicht für alle Schätze dieser Welt“ in lateinischer Sprache auf den Eingang geschrieben. Heute dient die Burg als Kulisse einer Theaterbühne von Weltrang, auf der alljährlich während des Sommer-Festivals grandiose Vorstellungen stattfinden. Großer Beliebtheit erfreut sich William Shakespeares „Hamlet“, für den sich hier traditionell der Vorhang hebt. So fühlen sich die Zuschauer flugs auf Schloss Helsingör versetzt, wo der Dichter das Drama um den unglücklichen Dänenprinzen spielen lässt.

Von der Wehrmauer zur Promenade – der schönste Spazierweg von Dubrovnik

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Die Stadtmauer hat mehrere Zugänge, auf denen Sie nach oben gelangen können. Der Hauptzugang liegt am westlichen Teil der Placa, nahe der Kirche Sv. Spas. Am Ploce-Tor können Sie auch hinaufgehen, ebenso bei der Festung des Hl. Ivan.
Nun wollen wir Sie zu einem Rundgang einladen, auf dessen Verlauf Ihnen je nach Standort unterschiedliche Panoramen zu Füßen liegen. Von der Nordseite der Mauer schauen Sie auf ein Meer aus roten Ziegeldächern hinab und weiter bis zur türkisblauen Adria nebst der Insel Lokrum. Im Osten haben Sie den alten, wehrhaft gebauten Hafen im Blick, der gleich von zwei Festungen flankiert und bewacht wird.
Doch bevor Sie zu diesem Spaziergang für Schwindelfreie starten können, müssen Sie zuvor einen Obolus von umgerechnet zehn Euro entrichten, der wiederum der Pflege und Wartung der Stadtmauer zugutekommt. Meist gibt es an den Aufgängen zur Mauer schon eine mehr oder minder lange Warteschlange aus buntem Völkergemisch. Oben angekommen, vergessen Sie sofort, dass Sie hier nicht alleine sind, denn der Ausblick auf die Stadt macht die meisten Besucher erst einmal sprachlos.
Nun beginnt der Rundweg, der Sie treppauf und treppab führt und an manchen Stellen so breit wie ein kleiner Platz werden kann. Dann wird der Spazierweg teilweise ganz schmal, um sich wenige Schritte weiter wieder so zu verbreitern, dass „Gegenverkehr“ möglich ist. Wenn Sie in eine besonders große und/oder laute Gruppe geraten sind, machen Sie doch am nächsten Wehrturm eine Pause und lassen Sie die Gesellschaft ohne Sie weiterziehen. Über enge Wendeltreppen gelangen Sie auf die Türme hinauf und können durch Schießscharten jeweils kleine Ausschnitte auf Dubrovnik „einfangen“, fast so, als schauten Sie durch die Linse einer Kamera.
Vielleicht fallen Ihnen dabei die zahllosen Fernsehantennen auf, die, zumindest an der Meerseite, hoch über die Dächer der Stadt emporragen. Schauen Sie bitte genauer hin, und die Antennen verwandeln sich in die Masten großer Segelschiffe, die im Hafen vor sich hin dümpeln. Wer es sich leisten kann, reist mit dem eigenen Boot oder einer Jacht nach Dubrovnik. Sollten Sie nicht zu dieser Touristenklientel gehören, können Sie dennoch stilvoll in dieser Stadt ankommen. Nach einer Rundfahrt mit dem Ausflugsschiff fahren Sie wie einst die Seefahrer oder auch Piraten in den Hafen von Ragusa und können hier die Anker werfen…
Die Stadtmauer bietet Ihnen nicht nur betörende Blicke auf die Denkmäler und prächtigen Gebäude der Stadt. Sie haben auch zahlreiche Gelegenheiten, um in Hinterhöfe oder auf Balkone zu schauen, in denen familiäres Leben stattfindet. Die Bewohner dieser Häuser ertragen die neugierigen Blicke mit jahrzehntelang geübter Gelassenheit. Schließlich wissen sie, dass tagein tagaus Touristen über die Mauer spazieren, so dass sie die vorwitzigen Zaungäste oft nicht mehr bewusst wahrnehmen.

Mit Achtsamkeit auf hohen Zinnen – auch ein Spaziergang birgt Gefahren

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Sie wissen selbst, dass man auch auf ebener Erde ab und zu ins Stolpern geraten kann. Was auf der Straße meist glimpflich ausgeht, ist in höheren Regionen doch zuweilen etwas gefährlicher. So auch auf der Stadtmauer, die an den höchsten Stellen immerhin 25 Meter misst. Es kann lebensgefährlich sein, sich allzu weit über die Brüstung des Bollwerks hinauszulehnen. Ab und zu kommt es zu schweren Unfällen, wenn Besucher derart gebannt auf das unter ihnen liegende Treiben starren, dass sie über die Wehrmauern hinunter stürzen.
Auch das Klettern auf dem Mauerrand kann schlimme Folgen nach sich ziehen. Bleiben Sie mit beiden Füßen fest auf dem Boden und überlassen Sie abenteuerliche Kunststücke den Akrobaten im Zirkus. Mit diesen einfachen Verhaltensregeln ist ein Bummel auf den Zinnen der Stadt völlig harmlos.
Schauen Sie übers Meer, wo früher die Segel der Piratenschiffe Angst und Schrecken verbreiteten. Heute überfallen keine Seeräuber mehr die Altstadt von Dubrovnik. Höchstens Kreuzfahrttouristen kommen in großer Anzahl hierher, was so manchem das Gruseln lehren kann. Doch seien Sie unbesorgt – wenn Sie die Scharen in die Stadt strömen sehen, haben Sie noch genügend Zeit, um sich im Landesinneren in Sicherheit zu bringen…

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