Entdecke das Landesinnere Teil 1/11: Zagreb

25 Oktober 2017 AUTOR:

Zagreb – Kroatiens dynamische Hauptstadt

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Die kroatische Metropole ist im Gegensatz zu anderen Städten des Landes relativ jung, denn sie bestand einst aus zwei miteinander konkurrierenden Orten. Heute ist die Zagreb ein harmonisches Ganzes, das rund um die Uhr mit pulsierendem Leben erfüllt ist und alles bietet, was eine Hauptstadt für Besucher und Bewohner attraktiv macht.

Kroatiens Kapitale liegt im Osten des Landes in einem breiten Talkessel zwischen dem Fluss Save und dem Medvednica-Gebirge. Sowohl das Gewässer als auch die Berge tragen zum angenehmen Klima der Stadt bei und sorgen gleich noch für vielfältige Freizeitmöglichkeiten, die an keine Jahreszeiten gebunden sind. Ob Spaziergänge im lieblichen Hinterland der Stadt, Badevergnügen im nahegelegenen Jarun-See, der auch „Zagreber Meer“ genannt wird, oder Wandern und Wintersport in den Bergen – Zagreb hat das ganze Jahr über Saison.

Zwei Siedlungen und allerlei Zwistigkeiten – Zagrebs unruhiger „Start“

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Die Stadtteile Kaptol und Gradec wurden auf einem jeweils eigenen Hügel errichtet und waren von Anbeginn an miteinander verfeindet. 1094 wurde das Bistum Kaptol gegründet, das von dem eher weltlich ausgerichteten Gradec mit seinen Adligen, den Händlern, Handwerkern und anderen Bürgern misstrauisch beäugt wurde. Eine Brücke verband die beiden Orte, die ob der ständigen kriegerischen Auseinandersetzungen Krvavi most, Blutige Brücke, genannt wurde.
Die stetigen Scharmützel „beschäftigten“ die beiden Ortschaften vollauf, so dass die Tataren im Jahr 1242 leichtes Spiel hatten, sich der Siedlungen zu bemächtigen und sie dabei gründlich zu zerstören. Nachdem sich die Eindringlinge zurückgezogen hatten, wurden beide Stadtteile erneut aufgebaut, und Gradec avancierte zur freien königlichen Stadt. Das Zusammenleben mit Kaptol war immer noch recht problematisch, immerhin bekriegte man sich nicht mehr. Man ging sogar so weit, in Zeiten der Gefahr zusammen gegen die anrückenden Feinde zu kämpfen.
Die mittlerweile stark befestigten Stadtteile wurden im 17. und 18. Jahrhundert durch Seuchen und Brände mehrfach zerstört. Doch widmete man sich sofort dem Wiederaufbau und so entstanden prächtige Gebäude im Barockstil mit prunkvollen Palästen, Kirchen und anderen Sakralbauten.
Es dauerte bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, bis aus den zwei Ortschaften eine Stadt wurde, deren Bewohner dann zusammen an einem Strang zogen… Als 1850 Kaptol und Gradec zusammengeschlossen wurden, nannte man die soeben entstandene Stadt Agram und zerstörte die Blutige Brücke, um den jungen Frieden nicht mit Symbolen aus kriegerischen Zeiten zu belasten. Der Bau der Eisenbahnlinie, die Zagreb mit Rijeka und Wien verband, war der Startschuss zu einer regen Reisetätigkeit für wohlhabende Reiselustige, wozu auch der Luxuszug Orientexpress seinen Teil beitrug, der in dieser Stadt Station machte. Zwar wurde die Stadt erneut von einem schweren Erdbeben verwüstet, doch der Aufschwung von Zagreb war unaufhaltsam und besiegte auch diese Naturkatastrophe.
Auch während dieser wirtschaftlichen und kulturellen Blütezeit blieb Zagreb eine Provinzstadt mit eher ländlichem Charme. Zur Metropole avancierte die Stadt erst nach dem Zweiten Weltkrieg als Hauptstadt der Teilrepublik Kroatien.

Reichhaltige Kultur, reges Geschäftsleben und überall üppiges Grün – Hauptstadt mit Charme

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In dieser Stadt werden Sie von der Vielfalt der Baustile begeistert sein: Ob Mittelalter, Renaissance, Barock, Klassizismus, Neugotik, Gründerzeit oder Jugendstil – hier schwelgen Sie in allen architektonischen Genüssen, zu denen die Baumeister der vergangenen Jahrhunderte fähig waren. Es existiert ein Spruch, der die Einflüsse des Balkan, des Osmanischen Reichs sowie des Habsburger Vielvölkerstaates und Italiens auf das Stadtbild Zagrebs treffend beschreibt: Wien ist die Mutter Zagrebs, Budapest die Tante, Graz und Ljubljana die schönen Schwestern.
Auch heute können Sie noch die drei einstigen Städte erkennen, die längst zur Altstadt von Zagreb geworden sind und nun als Bezirke Donji Grad, Gornji Grad und Kaptol fungieren. Die historische Unterstadt Donji Grad ist beinahe ein kleiner Kosmos für sich, daher stellen wir Ihnen diesen Bezirk in einem eigenen Beitrag vor.
Bei einem Bummel durch die Zagreber Altstadt wird Ihnen alles begegnen, was an Sehenswürdigkeiten und Attraktionen ganz einfach dazugehört. Ehrwürdige Kirchen und prächtige Paläste sind steinerne Zeugen vergangener glanzvoller Zeiten, während zahlreiche Museen und Galerien mit den mannigfaltigen Kunst- und Kulturschätzen aus beinahe allen Epochen die Besucher faszinieren und begeistern. Da eine solche Entdeckungstour durchaus anstrengend sein kann, haben Sie viele Gelegenheiten, in den weitläufigen und ansprechend gestalteten Parks und Grünanlagen der Stadt Ruhepausen einzulegen und das herrliche Grün auf sich wirken zu lassen.
Sollten Sie dann Appetit auf einen Kaffee oder ein köstliches Essen verspüren, müssen Sie nicht lange suchen, um in den authentischen Kaffeehäusern und Restaurants alles zu finden, was Ihr Herz begehrt und Ihrem Gaumen schmeichelt. Auch Nachtschwärmer finden in dieser Stadt, die niemals zur Ruhe kommt, vielfältige Möglichkeiten, die Nacht zum Tag zu machen. Ob Bars, Clubs, Kneipen oder Konzerte und sonstige kulturelle Veranstaltungen – in Zagreb endet das nächtliche Vergnügen erst in den frühen Morgenstunden, wenn für andere bereits der neue Tag beginnt…

Kaptol und Gornji Grad – zwei Stadtbezirke mit Tradition

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Der einstige bischöfliche Hügel Kaptol ist der älteste Teil der Stadt. Das alles beherrschende Bauwerk dieses Bezirks ist die mächtige Kathedrale, die als Wahrzeichen von Zagreb mühelos alle anderen Gebäude überragt und auf Ihrem Besichtigungsplan ganz oben angesiedelt sein sollte. Nach der Besichtigung des Gotteshauses ist ein Bummel zur Kneipenstraße Tkalciceva ulica ein unterhaltsames Kontrastprogramm.
Das urgemütliche „Viertel“ kann nicht nur zahlreiche Kneipen, Bars und Cafés vorweisen, auch die Bronzefigur einer resolut blickenden Dame mit Hut und Schirm zählt zu den Attraktionen dieser Stadt. Die Statue stellt die erste Journalistin in Südosteuropa dar, die in Budapest als Lehrerin arbeitete und nebenher für Zeitungen schrieb und sogar Romane veröffentlichte.
Die Oberstadt Gornji Grad, das frühere Gradec, erhebt sich auf einem westlich von Kaptol gelegenen Hügel, auf dem die Zeit lange schon stehengeblieben zu sein scheint. Schon die Fahrt mit der historischen Zahnradbahn hinauf zur Oberstadt versetzt Sie in längst vergangene Epochen, denen der heutige Lärm und das Getümmel auf den Straßen gänzlich fremd waren. Ein Blick vom Turm der einstigen Stadtmauer entschädigt Sie für den schweißtreibenden Aufstieg, falls Sie zu Fuß nach Gornji Grad gekommen sind. Die Aussicht auf die Stadt ist grandios. Doch Achtung, um Punkt zwölf Uhr wird hier mit großem Getöse eine Kanone abgefeuert. Es ist ratsam, nicht allzu dicht an diesem Geschehen zu stehen.
Spazieren Sie die mit alten Bäumen gesäumte, herrliche schattige Strossmayer-Promenade entlang, die Sie rings um die Oberstadt führt und immer wieder zu einer kleinen Atempause auf den Bänken einlädt, bevor Sie sich zur Besichtigung der schönen Gebäuden und zahlreichen Museen aufmachen.

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