Entdecke das Landesinnere Teil 7/11: Naturpark Papuk

13 Dezember 2017 AUTOR:

Naturpark Papuk – erster UNESCO-Geopark in Kroatien

Papuk
Mitten im Herzen der Region Slawonien können Sie die unberührte Natur mit allen Sinnen erleben. Der Naturpark Papuk ist ein Gebiet der Ruhe und Erholung, bietet aber auch aktiven Naturfreunden vielerlei Möglichkeiten sportlicher Betätigungen in einem einzigartigen Lebensraum.

Die historische Region Slawonien im Osten von Kroatien wird oft als die Kornkammer des Landes bezeichnet und ist überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Aus der fruchtbaren Ebene erhebt sich der Gebirgszug Papuk, dessen höchster Berg die 1000-Meter-Grenze beinahe erreicht. Ein großer Teil des Papuk-Gebirges, das zu den schönsten „Hochgebirgen“ Slawoniens zählt, wird von dem 1999 ernannten Naturpark umfasst. Auf 336 Quadratkilometern können Sie wandern, radeln, klettern, die Berge erklimmen oder ganz einfach „nur“ die herrliche Natur genießen.

Geopark Papuk – großartig gestaltete Natur mit kulturellem Erbe

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Als es galt, die Natur der Region Slawoniens zu erhalten und zu schützen, wurde dieser Teil des Gebirgszugs Papuk zum Naturpark erklärt. Doch damit nicht genug, denn im Jahr 2007 befand die UNESCO, dass dieses Naturschutzgebiet alle Voraussetzungen erfüllte, um in die Liste der Geoparks aufgenommen zu werden. Ein Geopark muss sowohl geologisch bedeutende Landschaften vorweisen können, die im Idealfall noch von erheblicher kulturhistorischer Bedeutung sind. Das alles trifft auf Papuk zu, dessen Seen, bewaldete Hügel, klare Bäche und das rundum romantische Tal inmitten des Gebirges geradezu prädestiniert sind, um geschützt, bewundert und bewahrt zu werden.
An einen Geopark werden hohe Ansprüche gestellt, die das Naturschutzgebiet auch nach Erhalt dieses Titels erfüllen muss. So bedarf es eines Konzepts, das nicht nur die Landschaft und ihre „wilden“ Bewohner schützt, sondern auch die Nutzung des Naturparks miteinbezieht. Ein „ganzheitliches“ Zusammenwirken von Naturschutz, Bildung, nachhaltiger wirtschaftlicher Entwicklung – worunter selbstverständlich der Tourismus fällt – und die Einbeziehung der Bevölkerung des Gebiets stehen dabei im Vordergrund. Hinzu kommen die Bewahrung und die Förderung der kulturellen Besonderheiten, die in diesem Naturpark ihre lang überlieferten Traditionen haben.
Genug der Theorie, wenden wir uns nun den „Tatsachen“ des Naturparks Papuk zu.
Hier im östlichsten Teil von Kroatien ist die Landschaft genau so beschaffen, wie sie in Märchenbüchern beschrieben wird: Ein weites, von mittelhohen Gebirgen durchzogenes Hochland und eine von anmutig geschwungenen Hügeln aufgelockerte fruchtbare Ebene. Die Gebirgszüge sind mit dichten Wäldern bewachsen, in denen kristallklare Bäche in schnellem Lauf zu den Tälern fließen, um in spiegelglatte Seen zu münden, in denen sich Fische und anderes Wassergetier munter tummeln.
In den Wäldern leben Rotwild, Wildschweine und vielerlei Vogelarten, und auch die Flora des Naturparks ist mit zahlreichen Pflanzen vertreten, von denen einige zu den geschützten und sehr seltenen Gattungen zählen.
Und weil in einem Märchenbuch auch Schlösser, Burgen und malerische Dörfer nicht fehlen dürfen, werden Sie im Naturpark Papuk eine reichliche Auswahl an historischen Stätten finden, deren Entstehung vom Mittelalter bis weit zurück in die Eiszeit zurückzuführen ist.
Das alles lockt immer mehr Besucher und Naturfreunde an, die im Naturpark Ruhe, Erholung, sportliche Betätigungen und kulturelle Erlebnisse finden – oder alles zusammen, was mit dem Begriff „aktive Erholung“ beschrieben werden kann.

Wälder, Wasser, Wandern und mehr – die vielseitigen Attraktionen des Naturparks

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Wandern Sie durch den märchenhaften Parkwald Jankovac, der Ihnen den Begriff „Wald“ in völlig neuen Erscheinungsformen vor Augen führt. In diesem Tal mitten in den Bergen glucksen glasklare Bäche in rasantem Lauf von ihren Quellen bis hinab in Flussläufe und Seen. Seinen Höhepunkt erreicht das selbst im Sommer kalte Nass am Wasserfall Skakavac, wo sich die Fluten aus 35 Metern Höhe in die Tiefe stürzen.
Dieses romantische Waldgebiet erhielt seinen Namen von dem slawonischen Adeligen Josip Jankovac, der dieses aus Tälern, bewaldeten Bergen, Bächen und künstlichen Seen bestehende Naturparadies einst anlegen ließ. Über der Quelle des Baches befindet sich eine natürliche Höhle, in der Jankovac auf seinen Wunsch hin im Jahr 1861 begraben wurde, nachdem er die Grotte zu Lebzeiten in seine letzte Ruhestätte umgestalten ließ …
Die selbst im Hochsommer noch frische klare Luft des Naturparks macht ihn zum beliebten Rückzugsort für Wanderer, die in der Einsamkeit der Wälder und Täler auf Tuchfühlung mit der Natur unterwegs sein wollen. Wenn Sie auf Ihren Touren noch viele interessante Informationen „mitnehmen“ möchten, sind Sie auf einem der sieben Bildungspfade auf dem richtigen Weg. Auf diesen hervorragend angelegten Pfaden werden Sie mit den von der Natur geschaffenen und den im Laufe der Geschichte entstandenen kulturell bedeutenden Sehenswürdigkeiten des Naturparks Papuk bekannt gemacht.
So führt einer der Bildungspfade am Naturphänomen Rupnica vorbei, eines der geologischen Naturdenkmäler im Papuk. Rupnica ist eine wie ein Mosaik geschaffene Anhäufung von Steinen, die gewaltigen Steinsäulen ähneln, die wiederum wie eine Treppe aufgebaut sind. Dieses Naturdenkmal ist einzigartig auf der ganzen Welt und allein durch seine quadratischen, fünfeckigen und ähnlichen geometrischen Formen „geschaffenen“ Steine ein wahrer Blickfang – und das nicht nur für Geologen.

Alte Städte, Festungen und Klöster – das kulturhistorische Erbe des Naturparks

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Der Naturpark Papuk zeichnet sich nicht allein durch seine geologischen Besonderheiten aus. Es sind auch die zahlreichen Relikte und Denkmale, die die Herzen von Archäologen und Besuchern gleichermaßen höher schlagen lassen. Der Papuk gilt seit grauer Vorzeit als von Mythen und Sagen umwobener Berg, auf und um den sage und schreibe sieben Festungen errichtet wurden.
Die größte, bekannteste und wohl schönste Festung und Stadt ist Ruzica grad, deren Legendenreichtum ebenso beeindruckend ist wie die alten Gemäuer selbst. Der Sage nach wurde die Festung auf einem Tanzplatz der Feen errichtet, was diese Geschöpfe zutiefst erboste. Die zauberkräftigen Wesen zerstörten in der Nacht alles, was die Menschen am Tag zuvor erbaut hatten. Dem Fürsten gelang es, die wegen ihres herrlichen Feenhaars schönste Fee zu fangen, die er lebendig in den Mauern der Festung einmauern ließ. Doch war er ab diesem Zeitpunkt verflucht und wurde von herabstürzenden Felsen getötet…
Etwas frommer ging es dagegen im historischen Klosterkomplex Kutjevo zu, der eine Zisterzienserabtei samt Kirche, Garten und natürlich einen großen Weinkeller beherbergt. Das Kloster wurde später zum Schloss umgebaut.
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Ebenfalls sehenswert ist das Kloster Sveti Nikola, dessen wildromantische Lage in der Einsamkeit im kleinen Tal des Baches Babin beinahe wieder märchenhaft wirkt.
Auch die Festung Kamenak lässt alte Zeiten wieder lebendig werden. Im 13. Jahrhundert erbaut, stand die Festung ab 1539 einige Jahre unter türkischer Herrschaft, bis die Truppen des österreichischen Kaisers die Osmanen aus dem Land vertrieben.
In der Altstadt von Kaptol können Sie ebenfalls eine alte Festung bestaunen, die einst von einem Wassergraben geschützt war und nur über eine Brücke betreten werden konnte. Die an eine Wasserburg erinnernde Festung zählt zu den am besten erhaltenen Bollwerken in Slawonien.

Der Naturpark Papuk als Teil des gleichnamigen slawonischen Gebirges bietet noch sehr viel mehr, das es zu entdecken und bestaunen gibt. Begeben Sie sich auf eine interessante und romantische Erkundungstour durch dieses großartige Gebiet, wo Natur und Mensch in gegenseitigem Respekt einträchtig zusammenleben.

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