Entdecke das Landesinnere Teil 8/11: Slavonski Brod

20 Dezember 2017 AUTOR:

Slavonski Brod – historische Stadt an der Save

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Einst war die Stadt der „Übergang“ von Österreich in die Türkei. Heute ist Slavonski Brod noch immer eine Grenzstadt, denn die Save ist die natürliche Grenzlinie zu Bosnien und Herzegowina auf der anderen Seite des Flusses. Die sechstgrößte Stadt Kroatiens und die zweitgrößte von Slawonien ist stolz auf ihr kulturelles Erbe, das sich zusammen mit den Errungenschaften moderner Zeiten zu einem in sich stimmigen harmonischen Stadtbild fügt.

Die Stadt am Fluss hat ihren Besuchern allerlei zu bieten, seien es imposante Gebäude als historische Zeitzeugen oder interessante Ausstellungen aus verschiedenen Epochen. Slavonski Brod profitiert auch von seiner idyllischen Lage an der Save und inmitten hoher Berge und großartiger Landschaften, in der die Natur noch nach ihren eigenen Regeln „funktioniert“. Auch in puncto Wirtschaft und touristischer Infrastruktur ist Slavonski Brod gut ausgestattet, was die Stadt für Urlauber und Geschäftsleute gleichermaßen attraktiv macht.

Eine Festung, ein Kloster und ein Bürgerhaus – die Sehenswürdigkeiten der Stadt

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Wie bei vielen anderen Siedlungen in Kroatien war auch in Slavonski Brod eine Festung die Keimzelle der Stadt. Die Befestigungsanlage liegt mitten im Stadtzentrum und ist ein bedeutendes Kulturdenkmal, das einst die Grenze zur Türkei bewachte und kontrollierte. Vor der Tvrdava, auf Kroatisch Festung, kamen einige wichtige Handelswege zusammen, was den damaligen Landesherren zusätzliche Einnahmen brachte. Also ließen die Habsburger in der Zeit von 1715 bis 1780 direkt an der Save die Kaiserliche und Königliche Slawonische Festung Brod errichten. Die Festung hat die Form eines gigantischen Sterns und galt zu ihrer Erbauungszeit als modernste Errungenschaft der Fortifikationsarchitektur des 18. Jahrhunderts.
Auch dieses Kastell dient heute friedlichen und sogar kulturellen Zwecken. Im Hauptgebäude der Festung, das wie ein großes Hufeisen geformt ist, können Sie zeitgenössische Kunst aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bewundern. Die Galerie Ruzic ist übrigens eine Privatsammlung und enthält mehr als 400 Exponate des überaus fleißigen Bildhauers, Malers und Namensgebers Branki Ruzic. Der vielseitig begabte Künstler war ein Sohn dieser Stadt, der noch zu Lebzeiten zahlreiche eigene Werke und die seiner Künstlerkollegen der Stadt Slavonski Brod zum Geschenk machte.

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Ein weiteres Highlight dieser Stadt ist das Franziskanerkloster und seine Kirche. Der 1694 errichtete und mehrmals umgestaltete Klosterkomplex ist in einem hervorragenden Zustand und zählt zum kroatischen Sakralerbe. Besonders sehenswert ist der Kreuzgang des Klosters, der ein kleines, wunderschönes Gärtlein umschließt. Der Kreuzgang ist einer der bedeutendsten seiner Art in Nordkroatien. Hier können Sie im kühlen Schatten umherwandeln und durch die dicken Säulen auf die niedrigen Hecken und die üppig grünen Sträucher schauen, die das Gemüt beruhigen und zugleich positive Gedanken hervorrufen.
Die Kirche des Franziskanerklosters ist nicht nur sehr eindrucksvoll und lohnt eine eingehende Besichtigung. Das Gotteshaus kann sich auch rühmen, die größte Kirche der Region Slawonien zu sein.

Ebenfalls im Zentrum der Stadt befindet sich ein besonders gelungenes und sehr imposantes Gebäude, das im 18. Jahrhundert erbaut wurde, beim verheerenden Brand im Jahr 1882 jedoch den Flammen zum Opfer fiel. Das Haus der Familie Brlic, auch Brlic-Haus genannt, wurde schon 1885 auf den Fundamenten des niedergebrannten Gebäudes im damals ultramodernen Stil des Neoklassizismus neu aufgebaut. Die bekannte Schriftstellerin Ivana Brlic wohnte einst in diesem Haus, das sie auch zu ihren umfassenden Werken inspirierte. Heute ist das Brlic-Haus für die Öffentlichkeit zugänglich und beherbergt neben der beeindruckenden Familienbibliothek wechselnde Ausstellungen in den beiden Salons des Gebäudes.

Städte, Schlösser und geschützte Landschaften – noch mehr Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

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Etwa 50 Kilometer von Slavonski Brod entfernt liegt die Stadt Pozega, die auch Perle des Goldenen Tals genannt wird. Die zauberhafte Landschaft des wie ein Kessel geformten „Vallis Aurea“ wird gleich von vier Gebirgszügen umschlossen, die jedoch aus allen vier Himmelsrichtungen freien Zugang in die Stadt gewähren.
Pozega begeistert seine Besucher mit der barocken Altstadt, deren Mittelpunkt der Platz mit der Statue der Heiligen Dreifaltigkeit bildet. Dieses beeindruckende Monument wurde zum Gedenken an die Bürger von Pozega errichtet, die den „Schwarzen Tod“ gestorben sind. Doch ist die Pestsäule nicht die einzige Sehenswürdigkeit des Stadtzentrums, das weiterhin mit der Heiliggeistkirche, einem Franziskanerkloster und dem Rathaus aufwarten kann.
Der Platz der Heiligen Teresa von Avila wird von der Kirche der gleichnamigen Schutzheiligen von Pozega dominiert, die zu den schönsten Barockkirchen Kroatiens zählt. Das Gotteshaus ist innen und außen eine Augenweide, obwohl sie im Laufe ihres Bestehens mehrmals zerstört wurde. Am letzten „Defekt“ war ein Sturm schuld, der 1926 den gesamten Turm vom Dach riss und dieses ebenfalls beschädigte. Doch wurde der Sturmschaden innerhalb eines Jahres komplett behoben.

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Ebenfalls in 50 Kilometer Entfernung von Slavonski Brod lädt der weitläufige Park Nasice mit seinen beiden Schlössern zum Verweilen ein. Hier können Sie das Große und das Kleine Schloss besichtigen, die beide einst für die Grafen Pejacevic erbaut wurden. Das Große Schloss entstand um 1812 und wurde häufig umgestaltet, bis es im Jahr 1865 im opulenten Stil des Spätbarocks sein heutiges Aussehen erhielt.
Erst 1907 gesellte sich das Kleine Schloss hinzu, das im für damalige Zeiten eher schlicht anmutenden Neoklassizismus errichtet wurde. Dieses Gebäude entfaltet seinen ganz eigenen Reiz bei Dunkelheit, wenn es mit Scheinwerfern wirkungsvoll in Szene gesetzt wird.
Besonders sehenswert ist der wunderschöne Park, der wie ein englischer Landschaftsgarten in der Mitte des 19. Jahrhunderts angelegt wurde. Gleich am Eingang zum Park erfreuen Beete mit bunten Blumen das Auge, während die sich die Blumenrabatten anschließenden Rasenflächen allmählich in Wald übergehen. Auch eine winzige Insel in einem künstlich angelegten See darf nicht fehlen, um die Anlage zu komplettieren, die für die Gartenarchitekten zu dieser Zeit den Idealvorstellungen einer von Menschenhand geformten Natur darstellte.

Nur einen Katzensprung von Slavonski Brod entfernt können Sie in der Naturlandschaft Gajna wunderbar wandern oder spazieren gehen. Dieses Landschaftsidyll liegt 20 Kilometer außerhalb der Stadt an der Save und ist gewissermaßen eine Flusslandschaft par excellence. Sumpfgebiete und Wiesen, die im Frühjahr und Herbst regelmäßig vom Flusswasser überschwemmt werden, bilden den Prototyp einer „slawonischen Weide“ mit allen Vertretern der Flora und Fauna, die sich im schlammigen Element wohlfühlen.

Slavonski Brod ist auch ein idealer Ausgangspunkt für einen Tagesausflug zum Naturpark Papuk mit seinen geologischen Besonderheiten, der in bequemer Entfernung von gut 50 Kilometern erreichbar ist. Etwa die doppelte Strecke müssen Sie zum Naturpark Kopacki Rit fahren, um die einzigartige Sumpflandschaft dieses Biotops zu erkunden.

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