Entdecke die kroatischen Inseln Teil 12/28: Olib und Molat

28 Juni 2017 AUTOR:

Olib und Molat – ideale Inseln für Nautiker

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Urwüchsige Eilande jenseits der Touristenströme – wer Ruhe und Abgeschiedenheit sucht, ist auf diesen beiden Inseln genau richtig. Besonders Bootsbesitzer lieben es, an den zerklüfteten Küsten von Olib und Molat vor Anker zu gehen.

Der Archipel vor Zadar liegt recht nahe der Urlaubszentren des Festlands und ist doch meilenweit davon entfernt. Zumindest was den Trubel und die touristische Infrastruktur anbelangt. Die Eilande dieser Inselkette sind noch echte Geheimtipps für Individualisten, die außer Sonne, Meer, lauschigen Badeplätzchen und einem einfachen Quartier nicht sehr viel mehr benötigen, um pures Urlaubsglück zu genießen.

Olib – beschauliche Insel mit Büschen, Macchia und grandiosem Gebirgspanorama

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Mit fast 26 Quadratkilometern Fläche ist Olib eine nicht sehr große Insel, die jedoch mit allem aufwarten kann, was für erholsame Ferien vorhanden sein muss: Schöne Badeplätze in einsamen Buchten, Olivenhaine, Weingärten, überall Schafe und blühende, duftende Macchia, wohin das Auge blickt. Die gesamte Insel wird von niedrigen Steinmäuerchen durchzogen, und schmale Pfade führen Sie kreuz und quer über das gesamte Eiland.
Nur noch um die 200 Menschen wohnen auf Olib und bestreiten ihren Lebensunterhalt mit Fischerei, Landwirtschaft und ein klein wenig Tourismus. Das sah vor reichlich hundert Jahren noch ganz anders aus. Damals wurde die Insel in kleine Parzellen aufgeteilt, um möglichst vielen Menschen Land zuzuweisen. Das rechnete sich nicht. Dazu kam die Reblaus, die aus den Weinstöcken den Garaus machte. So wanderten viele Insulaner vor dem Ersten Weltkrieg ins ferne Amerika aus. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg emigrierten viele Bewohner der Insel nach New York, Kalifornien oder gar Südamerika.
Heute kommen die „Amerikaner“ aus Olib in die Heimat ihrer Vorfahren zurück, um unbeschwerte Urlaubstage zu verbringen und den alten Zeiten nachzuspüren. Besonders in den Sommermonaten herrscht wieder Leben in den Inselorten.

So geht es im Inselhauptort Olib in den Monaten Juli und August recht rührig zu. Die stattlichen, in bunten Farben leuchtenden Häuser kontrastieren lebhaft mit der imposanten Gebirgskulisse des Velebit auf dem nahegelegenen Festland. Umrahmt werden die Häuser von ebenfalls farbenfrohen Gärten, in denen Wein, Gemüse und vielerlei Blumen gedeihen.
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Die Hauptattraktion des Ortes Olib ist die Kirche Sv. Marije, deren Turm Ihnen die Richtung zum Gotteshaus zeigen wird, egal, wo Sie sich gerade befinden. Die Besonderheit dieser Kirche ist die „integrierte“ Kapelle an der Rückwand. Das Kirchlein wurde Ende des 18. Jahrhunderts von der heutigen Kirche eingemauert. Das mit dieser baulichen Verbindung sehr geräumige Kircheninnere erstrahlt in bunten Farben und birgt als besondere Kostbarkeit das Holzkreuz, das die ersten Siedler im Jahr 1476 aus ihrer alten Heimat auf die Insel mitnahmen.
Ein überaus malerisches Bild bieten auch die Ruinen der Kirche Sv. Nikola und des Klosters in einer Bucht im Südwesten der Insel. Etwas weiter südlich steht in trutziger Größe der alte Wehrturm, der Ende des 17. Jahrhunderts erbaut wurde. Das viereckige Gemäuer ist noch recht gut erhalten und ebenfalls schon aus der Ferne deutlich zu erkennen.
Lauschige Badeplätzchen gibt es auf Olib zuhauf. Wenn Sie direkt am Inselort Olib baden möchten, haben Sie Kiesstrände und betonierte Liegeflächen zur Auswahl. Hier finden Sie auch Umkleidekabinen, Toiletten und eine Stranddusche. Naturbelassen geht es in der Slatinica-Bucht zu, die Sie in einem etwa 20minütigen Fußmarsch vom Ort aus erreichen können. Dieser Strand ist nicht nur angenehm seicht, sondern auch mit Sand bedeckt. Außerhalb der Bucht wird das Ufer wieder steinig und felsig, wie beinahe überall auf der Insel.

Molat – wunderbar ruhig und herrlich urwüchsig

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Auch von dieser rund 26 Quadratkilometer großen Insel sind viele Bewohner auf den amerikanischen Kontinent ausgewandert. Davor lebten sie ebenso wie die Insulaner auf Olib vom Fischfang, züchteten Schafe und machten hervorragenden Käse, und auch der Wein gedeiht hier ganz vorzüglich. Heute leben die meisten Bewohner von Molat noch nach den alten Traditionen, wenngleich auch der Tourismus mittlerweile eine gewisse Rolle spielt.
Dabei kamen einst sehr illustre Gäste auf das Eiland, die sich in der Ruhe und Abgeschiedenheit von Molat ausgesprochen wohlfühlten. Edward XVIII. gefiel es nicht nur auf Rab so gut, dass er beim Baden die Hüllen fallen ließ, was zur Gründung des ersten FKK-Strandes in Kroatien führte. Der britische König verbrachte mit seiner Geliebten Wallis Simpson auch einige Wochen auf Molat, wo er vom Schafskäse und dem süffigen Wein gar nicht genug bekommen konnte. Doch das royale Glück währte nicht lange, denn schon wenige Monate nach diesem Traumurlaub verzichtete Edward auf den Thron, um seine bereits zweimal geschiedene Wallis heiraten zu können, was damals einen gewaltigen Skandal verursachte.
Doch was dem König einst schmeckte, ist auch heute noch unverändert köstlich, so dass Sie Ihre Auszeit auf dieser beschaulichen Insel mit den hiesigen Gaumenfreuden perfekt in Einklang bringen können.
Mittlerweile dürfen sogar Autos mit der Fähre auf die Insel gebracht werden, was zwar bequem ist, jedoch nicht allen Insulanern gefällt. Bislang hält sich der Verkehr in Grenzen, da lediglich der Arzt und am frühen Morgen auch der Bäcker motorisiert auf den Straßen von Molat unterwegs sind.
Auch Molat ist ein Paradies für Bootsbesitzer, die in den meist geschützten Buchten schöne Ankerplätze finden, um sich dann einen abgelegenen Strand zu suchen, wo das Badevergnügen beinahe Robinson-Crusoe-Charakter besitzt. Obwohl die Küste überwiegend felsig ist, versprechen die lauschigen Buchten Abgeschiedenheit und individuelles Strandfeeling.
Zwischen den Orten Molat und Bruglje gibt es sogar winzige Buchten mit Sandstränden, die Sie ausschließlich mit dem Boot erreichen können und die damit noch einsamer und garantiert menschenleer sind, sofern kein Schifflein am Ufer dümpelt.
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Der Hauptort Molat ist gemütlich und könnte mit seinen aus Natursteinen erbauten Häusern, die allesamt von wildromantischen Gärten umgeben sind, sowie dem schönen Kirchlein einem mediterranen Bilderbuch entsprungen sein. Einst setzten die Insulaner sogar Fasanen aus, um auch die Jäger unter den Touristen nach Molat locken. Doch es fehlte an Süßwasser, so dass die Vögelchen den Trauben auf der Insel den Garaus machten, um ihren Durst zu stillen. Diesem Projekt war demnach kein Erfolg beschieden…
Mitten auf der Insel liegt der kleine Ort Bruglje, der ebenso malerisch wie beschaulich ist. Der würzig-aromatische Duft von Wacholder, Baumheide, Ginster, Myrte und Erdbeerstrauch macht das Wohlfühlambiente dieses Dörfchens noch authentischer.
Idealerweise können Sie Molat zu Fuß erkunden und dabei die herrliche Kombination aus balsamischer Macchia und salziger Meeresbrise in vollen Zügen genießen.

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