Entdecke die kroatischen Inseln Teil 14/28: Sehenswertes auf Dugi Otok

12 Juli 2017 AUTOR:

Von Leuchttürmen, Höhlen und großartiger Natur – Sehenswertes auf Dugi Otok

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Die „Lange Insel“ ist ein kleines Paradies für alle, die grandiose Naturspektakel und herrliche Badebuchten am liebsten in Ruhe und Beschaulichkeit genießen möchten. Ob Sonnenanbeter, Wasserratte oder begeisterte Taucher – Dugi Otok liegt nicht nur weitab der viel frequentierten Touristenpfade, hier finden Sie auch Naturschönheiten und Attraktionen, die von Menschenhand geschaffen wurden.

Mit einer Länge von beachtlichen 52 Kilometern und einer Gesamtfläche von 124 Quadratkilometern ist Dugi Otok nach Pag die zweitgrößte Insel von Norddalmatien. Das langgestreckte Eiland ist dank zahlreicher Fährverbindungen zwar gut erreichbar, doch beschränkt sich der Tourismus noch auf die drei Orte Bozava, Sali und Luka. Da Dugi Otok keine eigenen Süßwasservorkommen hat, muss quasi jeder Tropfen Trinkwasser mit Tankschiffen auf die Insel gebracht werden, um dann mit dem Feuerwehrschlauch zu den Hotels und Ferienanlagen „entladen“ zu werden. Die kleinen Dörfer und Weiler sammeln das Regenwasser in Zisternen und gehen sehr sparsam damit um …

Ein einsamer Wächter am „Ende“ der Insel – der Leuchtturm Veli Rat

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An der nordwestlichen Spitze der Insel, nahe dem Ort Veli Rat bot der imposante Leuchtturm den Fischern Licht und Orientierung auf ihrer mit Risiken verbundenen Fahrt über das Meer. Heute ist der Leuchtturm mehr eine Touristenattraktion, wenngleich er mit seinen 42 Metern Höhe immer noch als unverrückbarer Orientierungspunkt dient. Der im Jahr 1849 erbaute Leuchtturm war noch zu Zeiten großer Konkurrenz einer der höchsten entlang der Adriaküste. Heute gilt er sogar als der höchste seiner Art, der sich darüber hinaus noch in vortrefflichem Zustand befindet.
Der aus unverwüstlichem gemeißeltem Stein erbaute Leuchtturm musste so beschaffen sein, dass er den rauen Elementen und dem hiesigen Meeresklima Widerstand bieten konnte. So wurde das Gemäuer zusätzlich mit einem Verputz geschützt, in den das Eiweiß von 100.000 Eiern eingerührt wurde, um ihn besonders robust zu machen. Ob diese Zahl nun der Realität entspricht, sei dahingestellt. Sicher ist jedenfalls, dass der Leuchtturm in voller Größe und Pracht vorhanden ist, was letztendlich für seine gute Bausubstanz spricht.
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Sie können sich übrigens darin häuslich niederlassen und eine der beiden Ferienwohnungen im Turm mieten. In diesem Urlaubsquartier sind Sie garantiert ungestört und haben außerdem das unvergleichliche Gefühl, beinahe wie im Himmel zu wohnen …

Sagenumwoben und tief unter der Erde – Höhlen und Grotten auf Dugi Otok

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Ganz in der Nähe des Berges Vela Straza, der mit 338 Metern die höchste Erhebung der Insel ist, befinden sich gleich drei Grotten, die Sie in die Tiefe führen. Die Höhlen dienten einst den Siedlern der vorgeschichtlichen Steinzeit als wärmende Behausung, Schutz und Zufluchtsort gleichermaßen. Obwohl den Menschen diese Naturgebilde unterhalb der Erdoberfläche nicht geheuer waren, benutzten sie die Grotten immer dann, wenn es darum ging, der Kälte zu entkommen oder sich vor Feinden und Naturgewalten in Sicherheit zu bringen.
Die bekannteste Tropfsteinhöhle wird Strasna pec genannt und ist etwa 30 Meter lang. Im Zweiten Weltkrieg bot sie Partisanen Zuflucht; heute können Sie die Höhle besichtigen und im Rahmen einer Führung intensiv erkunden.
Schon in der Antike galt die Höhle Strasna pec als Tor zu einer anderen Welt, in der Feen und andere Geister wohnten. Es sollen auch Feen gewesen sein, die in grauen Vorzeiten versucht hatten, die langgestreckte Insel an ihrer schmalsten Stelle zu teilen. Die Naturgeister gruben einen tiefen Spalt in die Erde, wurden damit bis Sonnenaufgang jedoch nicht fertig. So blieb das Werk unvollendet, und die „Lange Insel“ ist noch immer in einem Stück vorhanden. Dafür gibt es nun eine Höhle, denn die Feen, die ihre Arbeit nicht erfolgreich beenden konnten, wurden für alle Zeiten in die von ihnen gegrabene Grotte eingesperrt.
Dies mag auch der Grund dafür sein, dass die Höhle auch heute noch als furchteinflößend gilt, zumal darin aus Feuersteinen gehauene Messer aus der Steinzeit gefunden wurden, die – wie könnte es anders sein – den Feen als Grabwerkzeuge gedient haben mussten …
Machen Sie sich selbst ein Bild davon und halten Sie während der Besichtigung der Höhle aufmerksam nach eventuellen Geistern Ausschau. Allerdings soll es sehr, sehr lange her sein, dass man die Erscheinungen aus einer anderen Welt zum letzten Mal gesehen haben will.

Ein Salzsee, Klippen und ein hoher Gipfel – der Telascica-Naturpark

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Fast der ganze Inselsüden – oder doch zumindest der äußerste Zipfel davon und die gleichnamige Bucht – wird von diesem Naturpark eingenommen, der grandiose Natur und einst von Menschen geschaffene und nun nur noch als Relikte vorhandene Hinterlassenschaften in sich birgt. Der Telascica-Naturpark dient zahlreichen seltenen Gewächsen als Lebensraum. So gedeihen unter den 300 Pflanzenarten auch acht Arten von wilden und sehr raren Orchideen.
Auch die Tiere fühlen sich im Naturpark wohl. Besonders an den Klippen und im darunterliegenden Meer tummelt sich allerlei Getier. Allein die Flora und Fauna im Wasser zählt 300 Tier- und 250 Pflanzenarten. Es gibt viele Schwammarten, darunter auch solche, die sich Fleisch schmecken lassen. Dann rote Korallen, possierliche Seepferdchen, Algen, Meeresschnecken und Schlangen. Auch eine Möwenart, die nur hier heimisch ist, können Sie im Naturpark bei ihren kunstvollen Flügen beobachten.
Genügend Gründe also, um selbst hinzugehen und nachzuzählen …
Der Telascica-Naturpark war schon seit Urzeiten von Fischern besiedelt. In der Antike errichteten die Römer ihre Villen, und die Liburner bestatteten hier ihre Toten, deren Grabstätten teilweise noch erhalten sind. Altkroatische Kirchlein und die Ruinen römischer Landhäuser können Sie ebenfalls auf den Wanderungen durch das Naturschutzgebiet entdecken.
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Eine von der Natur geschaffene Sensation ist der Salzsee Mir im Südwesten des Naturparks. Durch die Ritzen und Rillen im Boden tauscht der See sein Wasser mit dem Meer aus. Er ist nicht sehr tief und deshalb ist das Seewasser im Sommer etwa sechs Grad wärmer als das Meer. Im Winter ist das Wasser entsprechend kälter. Ein Bad im Jezero Mir ist gleichzeitig auch eine kostenlose Fango-Kur, denn Sie können sich wohlig im Schlamm des Sees aalen. Die beste Zeit für ein Bad im See ist der Abend, wenn die Tagestouristen in ihren Booten die Insel verlassen. Dann können Sie in aller Ruhe das salzige Seewasser genießen und sich vorstellen, ganz allein in diesem Garten Eden zu sein.
Von der Festung auf dem fast 166 Meter hohen Bergs Grpascak aus können Sie das beeindruckende Panorama von Dugi Otok und den Kornaten ausgiebig bewundern. Wandern oder radeln Sie durch den Naturpark, der Ihnen zahlreiche unvergessliche Eindrücke auf den Weg „mitgeben“ wird.

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