Entdecke die kroatischen Inseln Teil 15/28: Insel Ugljan

19 Juli 2017 AUTOR:

Insel Ugljan – heimlicher Vorort von Zadar

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Sie liegt der Stadt Zadar in Sichtweite gegenüber, und sogar der Hauptort der Insel wurde „Gegenüber“ genannt. Ugljan – auch Olive Island genannt – ist eine dicht besiedelte, herrlich grüne und überaus fruchtbare Insel, die zumindest jetzt noch überwiegend von Wochenendurlaubern und Sommerfrischlern aus Zadar besucht wird.

Obwohl der Haupterwerb der Insulaner in der Fischerei liegt, pendeln täglich viele Bewohner von Ugljan nach Zadar, um dort zu arbeiten und am Abend wieder auf ihre Insel zurückzukehren. Umgekehrt kommen die Städter an den Wochenenden nach Ugljan, um dort im „Vorgarten“ ihrer Stadt frische Meeresluft zu schnuppern und viel Grün zu tanken.
Allmählich wird die Insel auch für Touristen aus dem Ausland immer attraktiver. Noch ist Ugljan ein Geheimtipp, doch neue Marinas, Campingplätze und andere touristische Infrastruktur lassen ahnen, dass sich dieser Zustand in einigen Jahren ändern könnte.

Vom Gemüsegarten von Zadar zum Erholungsziel – geschichtlicher Werdegang von Ugljan

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Die fruchtbare Insel, auf der Oliven, Gemüse, Feigen und vieles mehr gedeiht, lockte schon in der Vorzeit Siedler an. Lange später wurden Illyrer und dann Römer auf Ugljan heimisch, wovon die Reste einiger Bauwerke dieser Völker ein noch immer sichtbares Zeugnis ablegen. Die Orte und Siedlungen, wie sie heute noch existieren, entstanden im Mittelalter, und die Insel selbst wurde im Jahr 1325 erstmals urkundlich erwähnt.
Von der Eroberung durch die Türken zu Beginn des 16. Jahrhunderts blieb Ugljan verschont. Die Insel wurde jedoch zum Lebensmittellieferant für das belagerte Zadar und versorgte die Stadt mit allem, was Äcker und Gärten hergaben.

Ugljan und Preklo – zwei Inselorte mit unterschiedlichem Temperament

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Obwohl der Ort Ugljan denselben Namen wie die Insel selbst trägt, geht es in dem etwa 500 Bewohner zählenden Fischerort eher ruhig und beschaulich zu. Die Haupteinnahmequelle des Ortes ist nach wie vor der Fischfang, von dem die meisten Bewohner von Ugljan leben. Nur wenige Touristen kommen in den Ort, was sich mit der neuen Marina wahrscheinlich bald schon ändern wird.
Das Meer bietet hervorragende Bedingungen für Taucher und Schnorchler, zumal das örtliche Diving-Center alles bereithält, was man für diesen Sport benötigt. Tauchkurse und geführte Touren – auch für Kinder – machen Ugljan für Unterwasserfreunde zu einem attraktiven Ferienziel.
Nur einen Spaziergang vom Ort entfernt liegt das auf einer Landzunge im Jahr 1430 erbaute Franziskanerkloster. Ein romantischer Klostergarten und der mit vielen Blumen geschmückte Innenhof runden das malerische Klosteridyll stimmungsvoll ab. Selbstverständlich gehört auch ein Kreuzgang zur Klosteranlage, der nicht nur die Nonnen der Abtei zur Kontemplation einlädt…
Das Kloster bietet diverse Seminare an, und wer immer schon wissen wollte, wie es sich in einem Nonnenkloster lebt, kann auf Anfrage hier auch mal übernachten.
Am Franziskanerkloster gibt es einen herrlichen Sandstrand, der seicht ins Meer abfällt und ein idealer Tummelplatz für Kinder ist. Schön baden können Sie auch in der Bucht von Muline, deren schmale Strände teils mit Kies und teils mit Sand bedeckt sind.

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Preko ist der Hauptort der Insel und entsprechend lebhaft und geradezu typisch mediterran geht es darin auch zu. Von Preko aus können Sie zu den vorgelagerten Inselchen Osljak und Galevac bis hinüber nach Zadar schauen. Nicht von ungefähr bedeutet preko „gegenüber“.
Mit seinen 1.500 Einwohnern ist Preko um ein Vielfaches größer als Ugljan und gibt sich an seiner Uferpromenade beinahe ein wenig mondän. Dazu tragen auch die Jachten bei, die am Hafen zwischen Fischerbooten und Taxibooten dümpeln. Hier können Sie nach Herzenslust „promenieren“ und in den Cafés und Restaurants entlang der Uferpromenade erfrischende Pausen einlegen und die anderen Flaneure beobachten.
Die engen und herrlich verwinkelten Gassen laden zum Bummel durch den Ort ein, in dem sich schon so mancher Autofahrer heillos verfahren hat. Gehen Sie am besten zu Fuß und genießen Sie das malerische Flair, das von den alten kleinen Häusern, den winzigen Geschäften und den schönen Kirchen ausgeht.
Ein Besuch des kleinen Olivenölmuseums in der alten Fabrik weiht Sie in die Geheimnisse der Herstellung dieses kostbaren Öls ein. Sie können das hier gewonnene Öl auch kosten und, so es Ihnen mundet, als Mitbringsel käuflich erwerben.
Ein Muss ist der Aufstieg auf den Berg oberhalb des Ortes, auf dem die Festung Sv. Mihovil thront. Zwar ist von diesem kriegerischen Gemäuer aus dem 13. Jahrhundert nur noch eine Ruine übrig, die jedoch noch immer imposant genug ist, um sich ihre einstige Erscheinung vor Augen zu rufen. Von hier oben können Sie einen traumhaften Ausblick hinunter auf Preko, die Inseln und – bei gutem Wetter – sogar bis zur italienischen Küste genießen.

Kali und Kukljica – von Fischernächten und einem Winterwunder im Mai

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Auch in Kali dreht sich beinahe alles um den Fischfang. Im Hafen liegen riesige Schiffe vor Anker, die ihren Fang nach Zadar hinüberbringen, wo er in der Fischfabrik weiterverarbeitet wird. Bis nach Japan fahren die Schiffe, um dort den begehrten Thunfisch abzuliefern.
Eine schöne Bucht zum Baden sowie ein Höhenweg, der zu Fuß oder mit dem Mountainbike zur Kapelle Sv. Pelegrin führt, sind die Attraktionen dieses Fischerortes. Doch einmal im Jahr wissen auch die Bewohner von Kali ein rauschendes Fest zu feiern: Um den 10. August herum, wenn Vollmond herrscht, rüstet man im Ort zu den Fischernächten. Zu den turbulenten Festivitäten erscheinen nicht nur die hiesigen Bewohner, denn dieses Fest ist auf der ganzen Insel bis hinüber zum Festland bekannt…

Im kleinen Fischerort Kukljica geht es wieder sehr gemächlich zu. Am Hafen sitzen die alten Männer auf Bänken und schauen den Touristen hinterher, falls diese gar zu bunt und auffallend gekleidet sind. Dann haben die Dörfler für einige Minuten neuen Gesprächsstoff, bis sie sich wieder ihren gewohnten Themen zuwenden.
Das Fischerdorf kann mit einem echten Wunder aufwarten, das in dieser Region seinesgleichen sucht: Am 5. August 1514 erlebte Kukljica einen aus der Zeit gefallenen Wintereinbruch, bei dem es wirklich und wahrhaftig schneite! Diesem Schnee verdankt die nahe des Orts gelegene Kapelle Gospa Snjezna ihren Namen, der mit Maria Schnee übersetzt werden kann. Jedes Jahr am 5. August erinnert eine Bootsprozession an dieses Mysterium, das, so behaupten es zumindest die Bewohner von Kukljica, ein Zeichen des Himmels gewesen war.

Der Ort ist übrigens auch jenseits des 5. Augusts eine Reise wert, denn die schöne Uferpromenade und moderne Anlegemöglichkeiten machen Kukljica auch für Bootsbesitzer interessant.

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