Entdecke die kroatischen Inseln Teil 21/28: Die Stadt Hvar

30 August 2017 AUTOR:

Das St. Tropez von Kroatien – die Stadt Hvar

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Malerischer könnte ein Stadtbild kaum sein: in eine geschützte Bucht gebettet, liegt das Städtchen Hvar am tiefblauen Meer und wird von einer trutzigen Festung hoch oben auf dem Berg zuverlässig bewacht. Auf der Uferpromenade flanieren die Besucher, und im Hafen liegen luxuriöse Jachten vor Anker – ein Mittelmeeridyll nach bester Riviera-Manier…

Der Inselhauptort Hvar kann durchaus Ähnlichkeiten mit dem französischen Nobelferienort St. Tropez vorweisen. Hier tummeln sich die Reichen und Schönen mit ihren millionenschweren Jachten, und der Bereich von Altstadt und Hafen „atmet“ Dolce Vita und unbeschwertes Urlaubsfeeling. Doch bei alledem ist Hvar keinesfalls mondän oder nur der „High Society“ vorbehalten – das Städtchen sieht gelassen auf die Zurschaustellung von Wohlstand und Reichtum herab.

Hvar – ein anmutiges Städtchen mit Bilderbuchpotenzial

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Hvar ist der wohl reizvollste Ort auf der gleichnamigen Insel. Über der sehr alten Stadt thront eine wehrhafte Festung, die auch heute noch respekteinflößend auf das Treiben unter ihr herabschaut. Die malerische Lage in einer geschützten Bucht, umgeben von üppig gedeihendem subtropischem Grün macht Hvar zu einem mediterranen Kleinod, das so wie es ist aus einem in lebendigen Farben gehaltenen Bilderbuch entnommen sein könnte.
Die schönen alten Häuser der Altstadt, über die sich die zu einer venezianischen Zitadelle umgebaute Festung erhebt, verleihen dem Städtchen malerisches Flair, zu dem die mit Zinnen bestückte Stadtmauer und der Ausblick auf die vorgelagerten Inseln Pakleni otoci ihren Teil beitragen.
Die Wurzeln der Stadt reichen ebenso wie bei Stari Grad auf die Zeit griechischer, illyrischer und römischer Siedler zurück. Erst nachdem Hvar im Jahr 1278 zum Hauptort der Insel avancierte, gewann die Stadt quasi über Nacht an Bedeutung. Die von den Illyrern erbaute Festung über Hvar wurde von den Venezianern in Zusammenarbeit mit spanischen Soldaten 1557 von Grund auf erneuert. Die Dogenrepublik ließ auch die Befestigungsmauern und das Arsenal errichten. Als die Stadt im Jahr 1571 von den Osmanen angegriffen wurde, flog das im Arsenal gelagerte Pulver in einer gewaltigen Explosion in die Luft, und fast die gesamte Altstadt lag in Schutt und Trümmern.
Schon im 14. Jahrhundert zählte das Theater zu einer festen Einrichtung im kulturellen Leben von Hvar. Vor der Kathedrale fanden zuerst religiöse Aufführungen statt, es folgten zunehmend weltliche, also unterhaltsame Theaterstücke. Das von den Türken zerstörte Theater wurde 1612 wieder aufgebaut und im ebenso neuen Arsenal fest etabliert.

Von Festungen, Kirchen und Museen – ein Streifzug durch die Stadt

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Spazieren Sie hinauf zu der erst illyrischen, dann mittelalterlichen und schließlich venezianischen Festung. Schon der Weg hinauf ist traumhaft, denn er führt durch schattiges und mit bunten Blüten geschmücktes Grün. Von der Terrasse der Zitadelle haben Sie einen traumhaften Blick hinab auf die Stadt und die Inseln. Sehenswert ist auch das Amphorenmuseum, in dem die Antike beinahe wieder zum Leben erweckt wurde.
Auf dem Berg gegenüber erblicken Sie die französische Festung, die auch Napoleonsfestung genannt wird. Sie wurde 1811 erbaut und ist noch gut in Schuss. Allerdings müssen Sie es beim Bestaunen von außen belassen, da das Gemäuer nicht zugänglich ist, sondern als Sternwarte und Erdbebenstation fungiert.
Bummeln Sie gemütlich durch die schmalen, mit vielerlei Blumen geschmückten Gässchen der Altstadt hinunter bis zum Hauptplatz Trg Sv. Stjepana, dem größten seiner Art in ganz Dalmatien. Sie gelangen zur gleichnamigen Kathedrale aus dem 16. Jahrhundert, die in reinster Renaissance-Manier errichtet wurde und noch einige gotische Merkmale der einstigen Klosterkirche in sich birgt, die einst anstelle dieses Gotteshauses hier gestanden hat. Die prunkvollen Barockaltäre stammen aus dem 17. Jahrhundert und sind ebenso eine Augenweide wie der aus dem 13. Jahrhundert stammende Altar, der von einer bedeutenden Familie aus Hvar gestiftet wurde.
Gleich nebenan lädt der Bischofspalast zum Bewundern ein, und das Arsenal, in dem seit dem 18. Jahrhundert Theater gespielt wurde, ist auch nur wenige Schritte von der Kirche entfernt. Der Fürstenpalast mit der verglasten Loggia ist heute ein luxuriöses Hotel und lädt zum Verweilen und Genießen ein. Von hier aus können Sie an den Hafen spazieren, wo teure Jachten in friedlicher Eintracht neben kleinen Fischerbooten in den Wellen dümpeln.
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Richten Sie Ihr Augenmerk auf die Ruine der Kirche Sv. Marko am Hafenbecken, deren Apsis die Archäologische Sammlung und ein Lapidarium beherbergt. Der dazugehörende Garten bietet nicht nur schattiges Grün, hier können Sie auch einige steinerne Relikte aus dem 15. Jahrhundert besichtigen.
Schlendern Sie weiter zu der im Süden der Altstadt liegenden Landzunge, wo Sie ein Franziskanerkloster nebst Museum besichtigen können. Die Abtei wurde erst in der Mitte des 15. Jahrhunderts im Renaissancestil erbaut und birgt zahlreiche Kunstschätze in ihrem Inneren. Die Klosterkirche „besitzt“ den ältesten Glockenturm der Stadt und ein wunderschönes Relief der Muttergottes mit dem Kind an ihrem Portal. Kunstvolle Altäre und ein kostbares, auf mehreren Relieftafeln abgebildetes Altargemälde sind die Highlights dieser Kirche.
Im Klostermuseum finden Sie weitere bedeutende Kunstwerke, so auch ein Monumentalgemälde, das von Matteo Ingoli aus Ravenna geschaffen wurde. Wenn Sie dann im Klostergarten die soeben gesammelten Eindrücke verarbeiten möchten, werden Sie außer wohltuender Ruhe und einer mehr als 200 Jahre alten Zypresse kunstfertig ausgeführte Holzplastiken erblicken.

Ganz in der Nähe des Franziskanerklosters gibt es einen kleinen mit Kies bedeckten Strand, der Ihnen die Erfrischung verspricht, die Sie wahrscheinlich nach diesem Stadtrundgang benötigen. Dem Strand schließen sich weitere Felsbadeplätze und kleine Buchten an, die je nach Saison und Jahreszeit belebtes oder einsames Badevergnügen verheißen.
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Eine schöne Abwechslung ist auch ein Ausflug mit dem Boot vom Hafenbecken aus zu den Inseln Pakleni otoci, um dort einige Stunden am Strand zu verbringen. So zum Beispiel auf der Insel Marincovac in der Bucht Zdrilca, wo es einige Strände und mehrere Restaurants gibt.
Auch auf dem Festland können Sie munter unterwegs sein. Schöne Wanderwege führen von Hvar an der Küste entlang nach Milna. Sie wandern durch schattige Kiefernwälder und können den Duft der würzigen Macchia in tiefen Zügen genießen. Wenn Sie lieber mit dem Fahrrad unterwegs sein möchten, können Sie sich ein Mountainbike mieten und auf der alten Inselstraße nach Brusje, Grablje bis nach Milna radeln. Falls Sie immer noch genügend Kondition übrig haben, erweitern Sie die Tour bis nach Stari Grad, um dann über Dubovica nach Milna zurückzukehren.

Sammeln Sie noch viele schöne Eindrücke von diesem zauberhaften Städtchen, bevor wir auf eine Insel kommen, die erst in letzter Zeit vom Tourismus „entdeckt“ wurde.

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