Entdecke die kroatischen Inseln Teil 22/28: Vis – Insel der Geschichte

6 September 2017 AUTOR:

Vis – Insel der Geschichte

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Das sehr warme Klima und die strategisch überaus günstige Lage von Vis weckten schon seit antiken Zeiten die Begehrlichkeit vieler Völker, die sich das Eiland untertan machten und ihre auch heute noch deutlich sichtbaren Spuren darauf hinterließen.

Die Insel Vis liegt mit Ausnahme des vorgelagerten Eilands Bisevo am weitesten vom kroatischen Festland entfernt und war in gewisser Weise schon immer etwas Besonderes. Dies gereichte der Bevölkerung von Vis zwar nicht unbedingt zum Vorteil, denn wechselnde Herrscher sind selten auf das Wohl der neu hinzugekommenen Untertanen bedacht. Doch die Insel machte das Beste aus ihrer jeweiligen Situation und ist heute ein aufblühendes Touristenziel, das von vielerlei sportlichen Aktivitäten bis zu geruhsamen Streifzügen durch die schöne Natur für jeden Geschmack das passende Urlaubsvergnügen bietet.

Von der Urzeit bis in die Gegenwart – historischer Streifzug durch Vis

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Schon in der Jungsteinzeit siedelten die ersten Insulaner auf Vis, was wohl auch dazu führte, dass dieses Eiland zu den am frühesten bekannten Inseln Dalmatiens zählt. Im 5. und 6. Jahrhundert v. Chr. hatten die Illyrer das Sagen auf Vis, die ihre eigenen Münzen auf der Insel prägten. Aus dieser Zeit sind Münzen erhalten, die auf der einen Seite einen illyrischen Herrscher zeigen, während die andere Seite mit einem Delfin geschmückt ist, der den Reichtum des Meeres symbolisiert.
Es folgten die Griechen, die im Jahr 397 v. Chr. unter Dionysios dem Älteren die Siedlung Issa gründeten, den heutigen Inselhauptort Vis. Der Sohn dieses Dionysios gründete übrigens weitere Siedlungen an der kroatischen Küste wie Split, Trogir und Salona. 229 v. Chr. rüstete die illyrische Piratenkönigin Teuta zur Eroberung von Vis, was die Griechen bewog, die Römer um Unterstützung zu bitten. Die Hilfe wurde zwar gewährt, jedoch vom Falschen. Denn Pompejus, den Issa als Retter erwählte, wurde später von Cäsar besiegt, der die Insel flugs dem römischen Reich einverleibte. Während des darauf folgenden Baubooms ließen die Römer viele Thermen, Tempel, Theater und ein Forum errichten.
In den Wirren der Völkerwanderung geriet Issa in den Herrschaftsbereich von Byzanz, wo es allmählich in Vergessenheit geriet, weil Salona das Zentrum der oströmischen Verwaltung geworden war. Es folgten wechselvolle Zeiten, in denen Issa zum Kroatischen Königreich gelangte und für etwas mehr als ein Jahr durch einen Eroberungszug der Republik Venedig zugeschlagen wurde. Danach wurde Issa der Insel Hvar angegliedert. Der kroatische König Ladislav verkauft im Jahr 1409 ganz Dalmatien an Venedig, darunter auch Issa, wofür er stolze 100.000 Dukaten erhielt.
Nun wurde die Insel Lissa genannt, und Ende des 18. Jahrhunderts wurden erst Österreich, dann Frankreich die neuen Herrscher des Eilands. Nachdem die Österreicher bis 1918 wieder das Sagen auf der Insel hatten, wurde Vis nach dem Ersten Weltkrieg erst italienisch, bevor es zum Königreich der Serben, Slowenen und Kroatien gehörte. Im Zweiten Weltkrieg versuchte Italien erneut, sich die Insel zuzuschlagen, jedoch ohne Erfolg.
Nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1989 war Vis aus militärischen Gründen für ausländische Besucher nicht zugänglich. In den letzten Jahren fasste der Tourismus allmählich auf der Insel Fuß, und immer mehr Gäste schätzen die angenehme Ruhe, die schönen Strände und die mediterrane Natur, die Vis in Hülle und Fülle zu bieten hat.

Vis und Komiza – malerische Städtchen mit Romantikpotenzial

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Das einstige Issa, das heute Vis heißt und nach wie vor die „Hauptstadt“ der Insel ist, liegt in einer fjordartig eingeschnittenen Bucht im Inselnorden. Wenn Sie die Stadt vom Schiff aus erblicken, werden Sie von den beiden imposanten Leuchtturmhäusern zu beiden Seiten der Bucht empfangen, die Ihnen den Weg zum Hafen zeigen. Sobald hier eine Fähre anlegt und die Passagiere an Land strömen, geht es im Hafen und in der Stadt recht lebendig und geschäftig zu. Doch kaum hat sich der Trubel etwas verlaufen, wird auch Vis wieder ruhiger und kehrt zu seiner gelassenen Atmosphäre zurück.
Die von Palmen gesäumte Uferpromenade wird von ansehnlichen Häusern flankiert. Sie verbindet die beiden Ortsteile Luka und Kut miteinander und lädt zu jeder Tageszeit zum Bummeln und Flanieren ein. Da Vis für Autos gesperrt ist, sind erstaunlich viele Fahrradfahrer unterwegs, um die recht große Distanz zwischen den beiden Stadtteilen zügig zu überwinden.
Das antike Issa finden Sie nordwestlich vom Hafen am gegenüberliegenden Hang. Viel ist zwar nicht mehr von der einstigen Inselhauptstadt übrig, doch einige Mauerreste der terrassenförmig an den Hang gebauten Häuser und Mosaike lassen Sie ahnen, wie prächtig dieser Ort einst gewesen war.
Eine besondere Attraktion und für Kroatien einzigartig ist der griechische Friedhof von Issa, auf dessen Grabsteine slawische Namen eingemeißelt wurden. Gut erhaltene Grabstelen aus dieser Zeit machen einen Besuch des Friedhofs beinahe zu einer Zeitreise in die Antike.
Wesentlich jünger sind die Befestigungsanlagen aus französischen, englischen und österreichischen Besatzungszeiten. Gleich am Hafen warnt das von Engländern und Franzosen im Jahr 1811 erbaute Fort St. Georg jeden „verdächtigen“ Besucher davor, sich der Stadt mit unlauteren Absichten zu nähern. Am Ende des Ortsteils Luka erhebt sich die von den Österreichern um 1830 errichtete Festung Batarija, die heute das Archäologische Museum beherbergt und kostbare Funde aus antiken Zeiten präsentiert.
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Das Städtchen Komiza liegt an der Westküste der Insel und hat sich ebenfalls eine weitläufige Bucht zu Füßen des Berges Hum ausgesucht. Auch der Hafen dieses Städtchens wird von einem Kastell bewacht, das nicht etwa von siegreichen Heeren, sondern von Benediktinermönchen errichtet wurde, die im 13. Jahrhundert von Bisevo nach Vis kamen. Die frommen Brüder sorgten also erst für Sicherheit, bevor sie etwa 200 Jahre später ein Kloster mit Kirche erbauten.
Auch dieser Hafen ist ein Idyll für sich, zumal Sie von den schönen Cafés und Restaurants einen wunderschönen Blick auf das vorgelagerte Bisevo haben, und auch hier kein Auto das malerische Bild stört.
Ein kleines Fischermuseum in der Festung, zwei große und eine kleine Kirche sowie die Palmenpromenade mit den schönen Bürgerhäusern machen den Reiz von Komiza aus.
Das Städtchen ist eine ideales „Basislager“ für interessante Wanderungen. Eine davon führt nach Vis zurück, wofür Sie etwa sechs Stunden benötigen. Eine andere Tour bringt Sie zur Höhle der Königin Teuta, die auch besichtigt werden kann. Eine dritte Wanderung führt hinauf zur Kapelle Sv. Blaz und garantiert eine großartige Aussicht auf die Bucht.

Unser nächstes Ziel liegt nur einen Katzensprung von der Insel Vis entfernt; Sie können bequem zu dem schönen Inselchen hinüberschauen!

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