Entdecke die kroatischen Inseln Teil 26/28: Nationalpark Mljet

4 Oktober 2017 AUTOR:

Nationalpark Mljet – Naturparadies mit Wäldern, Seen und noch immer lebendigen Mythen

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Kroatiens waldreichste Insel ist auch heute noch ein mediterraner Garten Eden, wo dichte Kiefern- und Steineichenwälder mit der spiegelglatten Oberfläche zweier Seen zum Erholen in der fast unberührten Natur einladen.

Fast 70 Prozent der Gesamtfläche von Mljet wird von Wäldern bedeckt; die nicht bewaldeten Karstflächen überwuchert blühende und duftende Macchia. Beinahe ein Drittel der grünsten Insel von ganz Kroatien wurde schon vor mehr als einem halben Jahrhundert zum Nationalpark erklärt, in dem zahlreiche Tier- und Pflanzenarten ungestört leben und gedeihen können.

Von Salzseen, Sagen und „prominenten“ Schiffbrüchigen – die legendenreiche Vergangenheit der Insel

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Der Nationalpark Mljet umfasst die beiden Binnenseen Veliko und Mali jezero, die mit großer und kleiner See übersetzt werden können. Die Seen werden vom Salzwasser der Adria gespeist und sind miteinander durch einen Kanal verbunden. Die als „Karstphänomene“ bezeichneten Seen mit ihren spiegelglatten Oberflächen sind ideale Schnorchel-, Angel und Badeparadiese. Doch lassen Sie sich von der funkelnden und in der Sonne blitzenden Idylle nicht täuschen, denn die Seen sind 30 bis 46 Meter tief! Das angenehm warme Wasser ist im Sommer eine wahre Wohltat, während es im Winter sehr viel kälter als das Meer werden kann.
In den Seen wimmelt es nur so von Wassergeistern, Nixen und anderen Kreaturen, die nicht von dieser Welt sind. So wissen es zumindest die Alten zu erzählen; gesehen hat bis jetzt noch keiner ein solches mythisches Wassergeschöpf, was jedoch nicht als Beweis dafür gilt, dass es sie nicht gibt… Ein etwa zwölf Kilometer langer Fußweg rund um die Seen gibt Ihnen die Möglichkeit, die unberührte Vegetation der Uferbereiche zu bestaunen. Im Wasser tummelt sich allerlei Meeresgetier wie Seebarsche, Meerbrassen, Muränen, Aale und Langusten – deren Existenz ist real und kann unschwer in Augenschein genommen werden.
Es geht die Sage, dass einst der weitgereiste Odysseus vor Mljet gestrandet ist, um dann sieben Jahre auf der Insel zu verbringen. Zuerst als Gefangener der Nymphe Calypso, dann als Geliebter der schönen Sagengestalt. Auch der Apostel Paulus soll hier nach einem Schiffbruch an Land gegangen sein, nicht etwa vor Malta, wie es andere Quellen berichten. Die widersprüchlichen Meinungen rühren wohl daher, dass sowohl Mljet als auch Malta in der Antike „Honiginsel“ genannt wurden, was zum Streit zwischen den beiden Eilanden um den an Land gespülten Apostel geführt hat.

Eine Klosterinsel als süßer Verbannungsort – ein sagenhafter Rückzugsort

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Mitten im Veliko jezero liegt die winzige Insel Sv. Marija, auf der Benediktinermönche einst ein burgähnliches Kloster errichteten. Im 12. Jahrhundert entstand die Kirche mit ihrem offenen Glockenturm, die im Stil der apulischen Romanik erbaut wurde. Kloster und Kirche sind durch ein Befestigungssystem miteinander verbunden, und noch vor einigen Jahren konnten Besucher in den ehemaligen Mönchszellen übernachten.
Sie benötigen nur wenige Minuten, um das Inselchen zu durchschreiten, doch können Sie hier mühelos viele Stunden verbringen. Überall laden lauschige und abgeschiedene Plätzchen mit steinernen Bänken zum Innehalten und Ausruhen ein. Und zum Nachdenken über die Geschichte, die sich vor vielen Jahren ereignet haben soll: Ein ungehorsamer Königssohn wurde auf diese Insel verbannt, die ihm wegen der vielen Blumen und des köstlichen Obstes wie der Garten Eden erschien. Der Prinz schickte seinem Vater eine Muschel voller süßer Früchte, um ihn milde zu stimmen. Doch der König neidete seinem Sohn die Köstlichkeiten und schickte sie ihm vergiftet zurück.

Die Geister, die man rief – geliebte und ungeliebte Bewohner des Nationalparks

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Im urwüchsigen Naturidyll von Mljet scheint die Welt sogar heute noch in Ordnung zu sein. Doch wie so oft trügt auch hier der Schein. Die Insel war einst ein wahres Paradies für Vögel, die auf dem Eiland idealen Lebensraum fanden und es überaus artenreich bevölkerten. Doch ebenso wie im biblischen Paradies gab es auch auf Mljet Schlangen. Um diesem Getier Herr zu werden, holte man zu Beginn des 20. Jahrhunderts Mungos aus dem fernen Indien auf die Insel, die sich prompt über die Schlangen hermachten und sie restlos vertilgten.
Nun war die Schlangenplage Vergangenheit, doch die Mungos wollten weiterhin auf Mljet bleiben – wo sollten sie auch hin? Die Tierchen fraßen munter weiter und ernährten sich überwiegend von Vogeleiern. So plündern die Räuber auch heute noch die für sie erreichbaren Nester, was den Vogelbestand auf der Insel erheblich dezimierte.
Andere geflügelte Bewohner des Nationalparks zeigen sich von den indischen Einwanderern unbeeindruckt: Die Bienen galten schon in der Antike als „Wappentiere“ von Mljet, immerhin ist die Insel für ihren wohlschmeckenden Honig bekannt. Nicht von ungefähr wurde Mljet viele Jahrhunderte lang auch Honiginsel genannt.

Zu Fuß und ein wenig zu Wasser – auf Entdeckungstour durch den Nationalpark

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Schnüren Sie die Wanderschuhe und packen Sie Ihren Rucksack mit reichlich Proviant und Wasser. Damit sind Sie schon perfekt gerüstet, um das Seengebiet von Mljet auf Schusters Rappen zu erkunden.
Eine komfortable, mit 16 Kilometern jedoch recht lange Wanderung führt Sie einmal um und durch den Nationalpark mit all seinen Erhebungen, Hügel, Seen und wunderschönen Ausblicken weit hinaus aufs Meer. Die Tour ist gut markiert und kann bis auf vier Kilometer verkürzt werden, falls Sie es zuerst gemütlich angehen wollen. Wenn Sie die gesamte Strecken wandern möchten, benötigen Sie je nach Tempo bis zu sechs Stunden. Da es unterwegs so gut wie keine Einkehrmöglichkeiten gibt, ist der gut gefüllte Rucksack besonders wichtig.
Die Wanderung beginnt am Parkplatz des Nationalpark-Eingangs und ist mit einem roten Kreis mit weißem Punkt markiert. Nach einer Stunde haben Sie den Monte kuc erreicht, der einen grandiosen Fernblick rund um Mljet gewährt. Es geht weiter, zuerst bergab, dann wieder etwas hinauf zum Felsen Veliki Grabovik, von dem aus Sie die Blicke ebenfalls weit schweifen lassen können.
Weiter geht es durch den Wald in Richtung Westen, der in einen Steinpfad übergeht. Dann marschieren Sie gen Soline bis nach Pakistane, wo Sie mit einem Boot zur Klosterinsel übersetzen können. Wieder zurück am Ufer ist es nur noch ein Katzensprung zum Ausgangspunkt, dem Parkplatz. Falls Sie diese Tour interessiert, ist es ratsam, sich eine Wanderkarte zu besorgen, auf der dieser Streckenverlauf genau eingezeichnet ist.
Nach dieser Wanderung dürfen Sie sich mit einem erfrischenden Bad im Meer oder im Kanal zwischen den beiden Seen belohnen, das Ihnen als wahres Labsal in Erinnerung bleiben wird.

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