Entdecke die kroatischen Inseln Teil 27/28: Insel Lastovo

11 Oktober 2017 AUTOR:

Insel Lastovo – der Geheimtipp der kroatischen Inselwelt

1.
Wälder, einsame Strände und alte Seeräuberlegenden machen den Reiz dieser kleinen Insel aus, die lange Zeit zu militärischen Zwecken genutzt wurde und für den Tourismus gesperrt war. Jetzt ist das Eiland ein echtes Traumziel für Individualreisende, für die Ruhe, herrliche Natur und authentisches Insel-Feeling das Wichtigste ist.

Lastovo steht ganz und gar unter der – zumindest für diese Insel – magischen Zahl 46. Das größte Eiland des gleichnamigen Archipels hat eine Fläche von exakt 46,89 Quadratkilometern. Außerdem beträgt die Zahl der winzigen unbewohnten Inselchen des Archipels ebenfalls 46. Damit nicht genug, gibt es auf Lastovo sage und schreibe 46 Kirchen und Kapellen – das alles kann kein Zufall sein!

Waldreiche Insel mit Paradiespotenzial – wildromantisches Lastovo

Untitled
Nach Mljet ist Lastovo die an Wäldern reichste Insel Kroatiens. Dichte Nadelwälder mit aromatisch duftenden Aleppokiefern wechseln sich mit fruchtbaren Tälern ab, in denen Wein, Obst und Oliven üppig gedeihen. In den Kalkhügeln wimmelt es vor kleinen und großen Höhlen, die vom unermüdlichen Wasser im Laufe der Jahrtausende tief in den porösen Karst gegraben wurden. Die größte Kalksteingrotte ist die Raca-Höhle südlich von Skrivena luka.
Bis 1989 war Lastovo für Ausländer nicht zugänglich, da die Insel militärisches Sperrgebiet war. Nun gilt das Eiland als Geheimtipp für Urlauber, die an den Küsten herrliche Ankerplätze für ihre Boote finden und ganz allgemein die Ruhe und unberührte Natur einer komfortablen touristischen Infrastruktur vorziehen. Es gibt wunderschöne Badeplätze rund um Lastovo. Nur für Familien mit kleinen Kindern ist das Terrain nicht ideal, da schöne Strände im Sinne von seicht, sandig und mit allerlei Annehmlichkeiten bestückt, hier kaum vorhanden sind. Wenn Sie jedoch am liebsten vom Felsen aus ins glasklare Meer springen möchten, sind Sie auf Lastovo genau richtig.

Durch die Abgeschiedenheit der Insel und ihre Lage weit draußen vor Korcula war Lastovo gerade für Seeräuber ein attraktiver Stützpunkt. Die hier ansässigen Piraten machten Venedig das Leben schwer, da sie immer wieder die Schiffe der Dogenrepublik angriffen und die Seefahrer bis aufs letzte Hemd ausplünderten. Nach vielen erfolglosen „Strafexpeditionen“ gelang es den Venezianern irgendwann, das hoch über der Insel thronende und stark befestigte Kastell zu erobern und zu schleifen. Damit hatte der Spuk ein Ende, und die Bewohner von Lastovo beschlossen, sich von diesem Zeitpunkt an „zivilen“ Berufen zu widmen.
Auch heute leben die Insulaner noch vom Weinbau, ihren Obst- und Olivenplantagen sowie vom Fischfang aus den reichen Fischgründen des Archipels. Der Tourismus hat inzwischen zwar etwas zugenommen, doch ist er für die etwa 900 Inselbewohner noch von untergeordneter Bedeutung.
Überall auf Lastovo finden Sie Relikte aus der Antike. Sogar die Bronzezeit macht mit Steinanhäufungen, Befestigungsanlagen und Gräber auf sich aufmerksam. Die Römer hinterließen ihre üblichen Spuren, als da sind Fundamente ihrer Villen, Festungen und Grabstätten. Die Fragmente einer Basilika aus dem 5. und 6. Jahrhundert sowie Sarkophage geben Zeugnis von den frühchristlichen Zeiten auf Lastovo ab.

Stadt Lastovo – Inselhauptort mit architektonischen Besonderheiten und martialischen Faschingsbräuchen

3.
Wie so oft in der kroatischen Adria trägt auch die Hauptstadt dieses Eilands denselben Namen wie ihre Insel. Lastovo ist ein reizvolles Küstenstädtchen, das in vielen Terrassen an den bewaldeten Hügel gebaut wurde. Im Tal unterhalb der Stadt erstrecken sich ertragreiche Weingärten, die köstliche Tropfen hervorbringen.
Während hohe und oft skurril geformte Kirchtürme die Wahrzeichen der meisten Städte und Ortschaften darstellen, kann der Ort Lastovo mit etwas anderen baulichen Attraktionen aufwarten: Die Dächer der alten aus Natursteinen erbauten Häuser werden von ebenso betagten und pittoresk geformten Schornsteinen geschmückt. Was andernorts bauliche Notwendigkeit ist, geriet in dieser Stadt zum architektonischen Zierrat. Es versteht sich von selbst, dass nur die Häuser der wohlhabenden Adelsfamilien mit den hohen, runden und reich verzierten Schloten geschmückt wurden.

Ebenso eigenartig wie die Rauchfänge sind die Faschingsbräuche in der Inselhauptstadt. Ein Ritual der fünften Jahreszeit geht auf einen Piratenüberfall aus mittelalterlichen Zeiten zurück. Katalanische Seeräuber eroberten die Nachbarinsel Korcula und schickten einen Boten nach Lastovo, dessen Botschaft lautete, dass die gesamte Insel sich den Piraten kampflos zu ergeben habe. Weit gefehlt, denn die Männer von Lastovo griffen zu den Waffen, während die Frauen und Kinder eine Bittprozession zum heiligen Georg unternahmen. Erfolgreich, wie sich zeigen sollte, denn der Schutzheilige der Insel schickte einen gewaltigen Sturm, der alle Seeräuberschiffe samt ihrer räuberischen Besatzungen auf den Meeresgrund schickte.
Damit nicht genug, nahmen sich die Insulaner den armen Boten vor, setzten ihn auf einen Esel und führten ihn durch die Stadt. Nach diesem zweifelhaften Triumphzug errichteten sie einen Scheiterhaufen und verbrannten den Überbringer der schlechten Botschaft.
Diese recht blutrünstige Prozedur wird nun alljährlich im Fasching aufgegriffen und – selbstverständlich unblutig mit einer Strohpuppe – auf vergnügliche Weise zelebriert. Der Puppe werden Feuerwerkskörper in die Stiefel gesteckt und sie wird mit allerlei Schabernack durch den Ort getragen und schließlich an Seilen von einem hohen Felsen hinabgelassen. Am Ende ergeht es der Strohpuppe wie dem bedauernswerten Boten – sie wird unter Freudentänzen der Bevölkerung verbrannt.

Rau, zerklüftet und wunderbar einsam – die Küste im Inselnorden

4.
Besonders wildromantisch und Abenteuer verheißend präsentiert sich die Insel an ihrer Nordseite. Die Küste verläuft in schroffen Felsvorsprüngen, die herrlich abgelegene Badeplätze bieten. Hier können Sie mit dem Blick auf die vorgelagerten Inselchen den ganzen Tag verbringen, ohne einer Menschenseele zu begegnen, es sei denn, Sie erblicken Ihr eigenes Spiegelbild in der türkisblauen Adria.
Sehr schön und ein eindrucksvolles Naturschauspiel zugleich ist die tief in die Insel eingeschnittene Bucht von Zaklopatica zwischen den Orten Lastovo und Ubli. Ebenso malerisch können Sie in der Bucht Korita baden, die außer schönen Felsstränden noch einige Konobas und Übernachtungsmöglichkeiten vorzuweisen hat.
Falls Sie Lust auf Badevergnügen an einem Sandstrand verspüren, setzen Sie mit einem Ausflugsboot zur Insel Sapljun über, wo Sie Ihre Zehen in einen wirklich traumhaften Sandstrand graben können.

Auf Lastovo werden Sie keine Luxusherbergen oder perfekte touristische Infrastruktur finden. Das ist auch gut so, denn auf diese Weise hat sich die Insel ihre Ursprünglichkeit bewahrt und bietet ihren Gästen all das, wozu sie in ihrem Urlaub hierher kommen: Eine intakte und oft atemberaubende Natur mit großartigen Möglichkeiten für Wanderer und Mountainbiker. Da der gesamte Archipel von Lastovo 2005 zum Naturpark erklärt wurde, sind die Aussichten, auch künftig ein kleines Paradies in der Adria zu besuchen, beruhigend groß…

VN:F [1.9.22_1171]
Rating: 5.0/5 (1 vote cast)
Entdecke die kroatischen Inseln Teil 27/28: Insel Lastovo, 5.0 out of 5 based on 1 rating

Kommentare sind bei diesem Beitrag leider nicht möglich.

AGB  |   Datenschutzerklärung  |   Impressum

Aktualisiert am 27.08.2015      © 2003-2015 Adrialin GmbH      info@adrialin.de