Entdecke die kroatischen Inseln Teil 3/28: die Kathedrale von Krk

26 April 2017 AUTOR:

Die Kathedrale – Wahrzeichen und Mittelpunkt der Altstadt von Krk

Krk town, Mediterranean, Croatia, Europe
Das anmutige und zugleich wehrhafte Flair der Inselhauptstadt Krk wird von alten Gotteshäusern und mächtigen Festungsanlagen gleichermaßen geprägt. Hier wird ganz besonders deutlich, wie kirchliche und weltliche Macht einander nahestehen und das Leben in der Stadt und auf der Insel maßgeblich beeinflusst haben.

Von außen umgibt sich die Stadt Krk mit einem Ehrfurcht gebietenden Gepräge. Mächtige Bastionen und Wehrtürme lassen keinen Zweifel darüber aufkommen, dass diese Stadt ihre antiken und mittelalterlichen „Besucher“ sehr selbstbewusst und kampfesmutig empfangen hat. Die strategisch bedeutsame Lage der Hafenstadt zog nicht nur Freunde an, so dass die Bewohner von Krk schon im Altertum trutzige Wallanlagen errichteten, um Gefahr von außen abzuwenden.
Die Stadt war ein wichtiger römischer Stützpunkt, in dem lebhafter Handel getrieben wurde. Etwa ein halbes Jahrhundert vor Christus tobte vor Krk die Seeschlacht zwischen Cäsar und Pompejus, aus der Letzterer siegreich hervorging. Gesunkene Kriegs- und Handelsschiffe, die teilweise noch mit Amphoren beladen sind, pflastern den Meeresgrund vor der Insel und bieten Tauchern interessante Einblicke in längst vergangene Zeiten.
Im Mittelalter hatten die Frankopanen in und auf Krk das Sagen, sie erbauten auch das eindrucksvolle Kastell, das Hafen und Stadt zum Schutz diente.
Maria und Quirinus – zwei Heilige rücken eng zusammen
Im 5. und 6. Jahrhundert wurde die Marienkathedrale im Stil einer dreischiffigen Basilika auf den Überresten antiker römischer Thermen errichtet. Das heutige Erscheinungsbild der Kirche, die als Wahrzeichen von Krk fungiert, entstand im 12. und 13. Jahrhundert durch mehrere Umbauten und Erweiterungen. Der mit einer Zwiebel gekrönte Kirchturm macht die ohnehin sehr prägnante Kathedrale absolut unverwechselbar. Das ist auch gut so, denn direkt daneben, fast Schulter an Schulter, erhebt sich die Quirinuskirche, die zusammen mit der Kathedrale ein überaus beeindruckendes Zentrum des Glaubens verkörpert.
Seit den Erweiterungs- und Umbauten im Mittelalter weist die ursprüngliche Basilika Stilmerkmale aus der Zeit der Frankopanen auf. Der Innenraum der Kirche birgt eine Vielzahl an sakralen Kostbarkeiten wie der Marmoraltar, zwei im romanischen Stil errichteten Säulenreihen, eine Muttergottesstatue mit Kind aus der Gotik, diverse Lesepulte in reinster Renaissance und die hölzerne Kanzel aus dem 17. Jahrhundert. Damit nicht genug können Sie am Hauptaltar eine vergoldete Pala aus Silber mit dem Bild der Madonna bewundern, die ihren Ursprung auf die Frankopanen im 15. Jahrhundert zurückführen kann. Ein Bischofsgrab aus dem 21. (!) Jahrhundert sowie Gemälde bedeutender italienischer Meister schließen den Reigen der zahlreichen Kunstwerke, die Sie in der Kathedrale erwarten.
Noch viele weitere Exponate christlicher Kunst- und Prachtentfaltung können Sie im Sakralmuseum bewundern, das in einem Seitentrakt der Kathedrale untergebracht ist und täglich außer an Sonntagen geöffnet ist.
Während der Sommermonate ist die Kathedrale Veranstaltungsort namhafter Konzerte, zu denen das Gotteshaus einen wahrhaft würdigen Rahmen beisteuert.
Ein Mauerdurchbruch in der Kathedrale schuf den Eingang, durch den Sie in die direkt nebenan stehende Basilika des heiligen Quirin gelangen. Das romanische Gotteshaus mutet nach der sehr viel „verspielter“ gestalteten Kathedrale ein wenig streng an und lässt Gedanken an eine Gruft aufkommen. Auch diese Kirche kann einen signifikanten Glockenturm vorweisen, der erst sehr viel später entstanden ist und den Eingang zur Basilika darstellt.

Bastionen, Klöster und künstlerische Momente – die quirlige Altstadt von Krk

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Schon aus der Ferne zeigt das historische Zentrum der Inselhauptstadt, was es zu bieten hat: dicke Wallmauern, die aus dem von Meereswogen umspülten Fels emporzuwachsen scheinen, ein massiger viereckiger Wehrturm, und über allem ragt der Zwiebelturm des Wahrzeichens der Stadt in den azurblauen Himmel. Das Kastell und die Kathedrale – diese beiden Bauwerke bestimmen den Charakter der Stadt und machen auch heute noch deutlich, worauf das Hauptaugenmerk der einstigen Stadtväter lag. Der Glaube an Gott und die weltliche Macht, darum drehte sich alles in diesen wuchtigen Mauern, worin Krk übrigens nicht alleine steht. Doch dieser Stadt ist es meisterhaft gelungen, diese beiden Pole miteinander zu verbinden und ein gelungenes und in sich stimmiges städtisches Ambiente zu erschaffen.
Das Kastell wurde vor etwa 800 Jahren von den Frankopanenfürsten erbaut, um den Hafen der Stadt vor unerwünschten Eindringlingen zu schützen. In die Mauer des quadratischen Turms ist das Entstehungsjahr eingemeißelt – 1191. Auch an der Festung wurde im Laufe der Jahrhunderte einiges verändert. So entstand um 1406 der sechseckige Turm, der einem sechszackigen Stern ähnelt und mit römischen Grabreliefs geschmückt ist. Mit diesem Turm haben sich die Dogen von Venedig in das trutzige Gemäuer „eingebracht“.
Ganz im Schutz des Kastells errichteten die Bischöfe von Krk ihren Sitz, denn der Bischofspalast wurde quasi auf Tuchfühlung mit den Festungsmauern gebaut. Es ist kein Zufall, dass sich die Marienkathedrale und die Quirinuskirche direkt gegenüber des Palastes der Kirchenfürsten befinden, denn die geistlichen Herren wussten kurze Wege zu schätzen.
Bei so viel christlicher Prachtentfaltung sind auch die Klöster nicht fern. Spazieren Sie vom Zentrum zum Trg Krckih Glagoljasa, wo Sie gleich zu zwei Klöstern gelangen. Das Franziskanerkloster mutet wie eine eigene kleine Festung an, ohne jedoch abweisend zu wirken. Das Kloster wurde im 13. Jahrhundert in die nördliche Stadtmauer integriert und ist gewissermaßen ein wesentlicher Bestandteil der Festung von Krk. Bis ins 20. Jahrhundert hinein wurden die Gebäude erweitert, umgebaut und renoviert. Sehenswert ist die „Madonna mit Kind“, ein Gemälde des Renaissancemalers Vittoreo Carpaccio, das Sie in der Klosterkapelle bewundern können.
Das Kloster der Benediktinerinnen entstand ebenfalls im 13. Jahrhundert, doch wurde ein großer Teil der Klosteranlage erst im Laufe des 19. Jahrhunderts errichtet, als die frommen Schwestern Gebäude für den Schulbetrieb benötigten.
Wegen der hohen Dichte an Klostergebäuden und den dazugehörigen Kirchen und Kapellen wird dieser Platz von den Einheimischen ein wenig ironisch „Kleiner Vatikan“ genannt.

Nun ist es Zeit, Festungen und Sakralbauten hinter sich zu lassen und einen Bummel auf der schönen Uferpromenade von Krk zu genießen. Hafen und Promenade trennen die Altstadt vom modernen Krk, wo Sie Hotels, Ferienanlagen und andere touristische Einrichtungen finden. Von der Uferpromenade Riva aus gelangen Sie zum Vela placa, dem Herz des historischen Krk, wo eine Vielzahl an Läden, Restaurants, Cafés und kleinen Boutiquen sowie Kunstgalerien zum Stöbern, Staunen und Genießen einladen.
Evening in the Town of Krk, waterfront
Am Abend locken die Restaurants mit den inseltypischen Spezialitäten, zu denen Lammgerichte ebenso zählen wie Gulasch und die auf Krk beheimateten Surlice-Nudeln. Mit einem Verdauungsspaziergang auf der Promenade können Sie den Tag in dieser zauberhaften Stadt auf ebenso angenehme wie gesellige Weise beschließen.

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