Entdecke die kroatischen Inseln Teil 4/28: Losinj

3 Mai 2017 AUTOR:

Losinj – Insel des Duftes und der Vitalität

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Das milde Klima und die üppige Vegetation aus allen Herren Länder machen die Insel Losinj zu einem grünen Paradies, in dem es während der Sommermonate durchaus eng zugehen kann. Doch abseits der Touristenpfade gibt es lauschige Orte und abgelegene Plätzchen, wo man tatsächlich meint, sich im Garten Eden zu befinden.

Obwohl Losinj kaum eine „Handbreit“ von der Nachbarinsel Cres entfernt liegt, wehen die vom Festland kommenden Winde hier weniger kalt und heftig. Dadurch ist das Klima sehr viel milder als auf dem rauen herben Cres, was wiederum die Pflanzen zu schätzen wissen, die sich hier so wohl fühlen, dass sie die Insel in ein wahres Blüten- und Blättermeer hüllen. Schöne Buchten mit unzähligen Badeplätzchen laden zum Verweilen ein, während die Inselorte Mali und Veli Losinj sich zu Schmelztiegeln für geselliges Miteinander an den Stränden entwickelt haben.

Seefahrer und Badegäste – Vergangenheit und Gegenwart einer Insel

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Viele Besucher, die zum ersten Mal nach Losinj kommen, wundern sich über die üppige und artenreiche Vegetation, die die gesamte Insel mit ihrem betörenden Duft erfüllt. Die Vielfalt an Pflanzen ist nicht allein der günstigen Witterung geschuldet, die das Wachstum mit Wärme und Feuchtigkeit fördert. Als zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Schifffahrt auf der Insel ihren Höhepunkt erreichte, brachten Seefahrer von überall her Ableger exotischer Pflanzen als lebendige Mitbringsel zu ihrer Heimatinsel. Die zarten Pflänzchen gediehen prächtig, und so entstanden ausgedehnte Parks und schöne Gärten, in denen es vor Oleander, Orangenbäumen, Agaven, Palmen und anderen Exoten nur so wimmelte. Da in dieser Zeit auch der Wohlstand auf Losinj Einkehr hielt, entstanden vor allem in den Orten Veli Losinj und Mali Losinj großzügige, mit viel Prunk ausgestattete Seefahrerhäuser, die inmitten der Gärten und Parkanlagen mit den schönen Blumenrabatten gleich nochmal so eindrucksvoll wirkten.
Die modernen Dampfschiffe verdrängten die Segelschiffe, und mit dem ausgehenden 19. Jahrhundert war es mit der Seefahrt auf Losinj so gut wie vorbei. Nun traten die Touristen auf den Plan, denn die ersten Badegäste bevölkerten schon in den 1880er Jahren die Insel, auf der 1886 der touristische Verein gegründet wurde. Das Städtchen Mali Losinj wurde 1892 offiziell zum Kurort ernannt, und die ersten vornehmen Hotels in der Cikat-Bucht lockten vor allem gut betuchte Gäste aus der Habsburgermetropole Wien an. Nun war es der Fremdenverkehr, der Mali Losinj und der „restlichen“ Insel als Haupteinnahmequelle diente, woran sich bis heute kaum etwas geändert hat.

Schöne Städtchen und urwüchsige Natur – die Attraktionen von Losinj

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Wenn Sie nach „Klein-Losinj“ kommen, was Mali Losinj übersetzt bedeutet, werden Sie sich entscheiden müssen, ob dieser bezaubernde Ort an einem skandinavischen Fjord oder in tropischen Gefilden liegt. Sie liegen mit beiden Eindrücken richtig, denn das alte Seefahrer- und Kurstädtchen liegt in einer etwa fünf Kilometer langen fjordähnlichen Bucht mit einem durchaus subtropischen Klima.
Nun ist die gesamte Insel schon großzügig in Grün getaucht, doch in diesem Ort meint es die Vegetation besonders gut. Zahllose Palmen, Blumen in verschwenderischer Fülle und mit prächtig blühenden Bougainvilleen berankte Häuserfassaden lassen durchaus ein gewisses karibisches Flair aufkommen.
Obwohl sein Name „Klein-Losinj“ lautet, ist das Städtchen dennoch das touristische Zentrum und Sitz der Verwaltung von Cres-Losinj. Reges Leben bevölkert die Straßen und Gassen des Ortes, der diejenigen Besucher, die genauer hinschauen, mit verwinkelten Gässchen und ruhigen und beschaulichen Winkeln überrascht. Keinesfalls geruhsam geht es jedoch auf der von Palmen gesäumten Uferpromenade zu, die zu jeder Tageszeit zum Flanieren verlockt und an der die netten Cafés rund um das Hafenbecken zum Verweilen und müßigen Beobachten einladen.
Überhaupt ist der Hafenplatz ein herrlicher Ort, der mit seinem dekorativen Blumenschmuck, den Einkehrmöglichkeiten und den schönen Wasserspielen wie geschaffen ist, um hier angenehme Stunden zu verbringen und dabei den Blick auf die traumhafte Bucht zu genießen. In dieser Bucht lagerte einst die Flotte von Kaiser Augustus im Jahr 31 v. Chr., bevor er zur legendären Seeschlacht von Aktium segelte.
Wir bleiben in der Antike, die der Insel einen bronzenen Athleten von einzigartiger Schönheit bescherte: Im Jahr 1999 wurde die 1,92 Meter große Statue eines antiken Mannes aus den Tiefen des Meeres geborgen, die von einem belgischen Taucher bei idealen Wetterverhältnissen zufällig auf dem Meeresgrund entdeckt wurde, wo sie viele Jahrhunderte lang zwischen Felsen eingeklemmt lag. Nach jahrelangen Restaurierungsarbeiten wurde die Bronzestatue im Palace Kvarner in Mali Losinj ausgestellt, wo Sie die Verkörperung eines idealen Sportlers heute bewundern können.
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Auch der älteste und einst größte Ort der Insel Veli Losinj ist seit langem schon ein bekannter Kurort, in dem seit 1885 vor allem Lungenkrankheiten auskuriert wurden. Das historische Zentrum von Veli Losinj liegt an der Riva-Bucht und ist für den Autoverkehr gesperrt. Die Altstadt wird von der Promenade umgeben, wo sich im Uferbereich kleine Restaurants und einladende Cafés mit ihren ansprechend gestalteten Terrassen aneinander reihen.
Baden können Sie direkt an der Strandpromenade und überall an der felsigen Küste der Rovenska-Bucht.
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In Veli Losinj ist auch das Adriatic Dolphin Project Blue World beheimatet, das sich den Schutz der Delphine zum Ziel gesetzt hat. Das ambitionierte internationale Team des Delphin-Projekts erforscht und schützt seit 1987 die im Meer um die Inseln Cres und Losinj lebenden 100 bis 150 Delphine. Die Naturschützer setzen sich dafür ein, dass diese Gewässer für Fischfang und Bootsverkehr gesperrt werden, doch bislang ist der Widerstand noch viel zu groß, um an eine Umsetzung dieser Pläne zu denken…

Nun wollen wir dem Meer den Rücken kehren und uns hinauf in luftige Höhen begeben, um vom Berg Televrin die Aussicht auf das Inselpanorama zu genießen. Der zünftige Aufstieg auf den 588 Meter hohen Inselberg beginnt beim idyllischen kleinen Ort Nerezine und dauert, so man die nötige Kondition hat, etwa fünf Stunden bis zum Gipfel. Die halbe Strecke liegt im Schatten, dennoch ist es ratsam, ausreichend Wasser und Essen dabeizuhaben. Gute Schuhe und Sonnenschutz sollten ebenfalls selbstverständlich sein. Verpflegung gibt es auf der Hütte Sv. Gavdent – und nur dort! -, wo Sie sich ausgiebig von den Mühen des Aufstiegs erholen können.
Streifen Sie nach Herzenslust auf Losinj umher und erkunden Sie die zahllosen Badeplätzen, die diese an Buchten überreiche Insel zu bieten hat. Wir werden bald schon zwei kleine Nachbarinseln besuchen, die nicht nur Seefahrer und Bootsbesitzer in Entzücken versetzen.

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