Entdecke die Kvarner Bucht 03-40: Lungomare Opatija

3 November 2015 AUTOR:

Lungomare Opatija – die schönste Meerpromenade der Welt

Lungomare
In eleganten Windungen schlängelt sich die wahrscheinlich schönste Uferpromenade an der Adria entlang und verführt zum romantischen Flanieren unter Palmen und Zypressen. Der Lungomare ist sehr viel mehr als ein Spazierweg am Meer – er ist ein zeitloses Relikt einer glanzvollen Epoche, die auch heute noch in dieser Stadt lebendig zu sein scheint.…

Nach unseren Touren durch den Nationalpark Risnjak erwartet Sie in Opatija eine völlig andere Kulisse, wie sie kontrastreicher kaum sein könnte: Die urwüchsige wilde Natur des Gebirges wird von der subtropischen Üppigkeit prächtig gedeihender Palmen, Akazien, Oleander und Magnolien abgelöst. In gepflegten Parks thronen herrschaftliche Villen und Hotels inmitten von Bananenstauden, Yuccas und Bougainvilleen. Die Stadt atmet einstigen Glanz, Wohlstand und imperiale Prachtentfaltung, eine Atmosphäre also, die dem Urlaub in Opatija das unbeschreibliche Flair eines k.-u.-k.-Kuraufenthaltes verleiht.

Des Kaisers neuer Spazierweg – hier ging sogar Franz Josef zu Fuß

Lungomare
Vor mehr als hundert Jahren ließ Kaiser Franz Josef I. von Österreich den wunderschönen Strandweg von Volosko nach Lovran anlegen, der heute dem Monarchen zu Ehren den Namen „Promenade Franz-Josef I.“ trägt. Das war nicht immer so, denn auch Straßen, Plätze und Wege wechseln im Laufe der Zeit ihre Bezeichnung, je nachdem, wie es den aktuell Regierenden opportun erscheint. Dies war auch beim Lungomare nicht anders, der zuerst Friedrich-Schüler-Promenade hieß und damit dem Generaldirektor der Südbahn ein Denkmal setzte, der mit dem Bau der Eisenbahn den Badebetrieb in Opatija so richtig in Schwung brachte. Als die Stadt 1918 Teil des italienischen Staatsgebiets wurde, änderte man den Namen des Wegs in Regina-Elena-Promenade, wohl als Hommage an die letzte Königin Italiens. Nach dem Zweiten Weltkrieg hieß die Promenade dann Matko-Laginja-Weg, bis sie im Jahr 1996 nach ihrem Erbauer Franz Josef benannt wurde.
Sie könnten nun die Auffassung vertreten, dass es sich nur um einen Spazierweg handele, um den ein großes Getue gemacht wird. Das stimmt zwar, ist jedoch auch absolut berechtigt. Es sind viele Aspekte, die den von der Bevölkerung der Stadt kurz und bündig Lungomare genannten Weg am Meer zu einer beinahe paradiesischen Flaniermeile erheben. Ein sehr gewichtiger Grund ist selbstverständlich die einzigartige Lage direkt an der Adria, der die Promenade in eleganten Schlängelbewegungen folgt. Daher wohl auch die Bezeichnung Lungomare, was „entlang des Meeres“ übersetzt werden kann. Diesem natürlichen Umstand gesellt sich die prachtvolle Architektur an der Landseite hinzu, denn die Promenade wird von großartigen Villen und Palais gesäumt, die einen stimmungsvollen Rahmen zum Spaziergang durch vergangene Zeiten bilden. Die frische Meeresbrise trägt auch ihren Teil dazu bei, die zwölf Kilometer lange Strecke für Körper, Geist und Seele zum wohltuenden Erlebnis werden zu lassen. Bereits ein Reiseführer aus dem Jahr 1912 erwähnt ausdrücklich die vollkommen staubfreie Promenade, die eine Intimität mit dem Meere gestattet, wie sie kaum irgendwo anders geboten ist.
Machen wir uns nun auf den Weg und lassen die Eindrücke links und rechts der Promenade – die selbstredend je nach der eingeschlagenen Richtung wechselt – auf uns wirken.

Von gekrönten Häuptern, Künstlern und Liaisons – Geschichten und Gerüchte entlang des Lungomare

Lungomare
Es ist schon eine Lust, auf den Kalksteinplatten des bis zu zwei Meter breiten Wegs entlang zu schlendern. Auf der einen Seite glitzert stets die Adria, während sich auf der anderen alte Parks mit noch älteren Bäumen, Cafés und Restaurants, Hotels und Villen abwechseln. Wenn Sie den Lungomare in Etappen genießen möchten, bieten sich überall Gelegenheiten zur Einkehr und Erfrischung, bei denen Sie ganz nebenbei die übrigen Flaneure dezent oder neugierig beobachten können.
Die entzückenden „Stationen“ des Lungomare lassen sich bequem an einem Tag bewältigen. Sie beginnen in Volosko und gehen über Opatija, Icici und Ikan nach Lovran. Oder genau umgekehrt. In beiden Richtungen können Sie sich mit dem Bus zurückfahren lassen.
Selbst wenn Sie nicht zu den romantischen Opatija-Fans gehören, werden Sie sich dem Charme dieser Stadt und damit auch des Lungomare nicht entziehen können. Die überall präsente glanzvolle Vergangenheit von Opatija hat schon so manche moderne Skeptiker in entzückte Schwärmer verwandelt, die am liebsten mit einem altmodischen Sonnenschirm über die Strandpromenade wandeln würden. Zu diesem Nostalgie-Feeling trägt die mediterran anmutende Farbenvielfalt der zu Habsburger Zeiten erbauten Villen ebenfalls bei. Zu traditionellem Ocker und Terrakotta setzen kühles Mint und leuchtendes Gelb erfrischende Akzente, die mit den kerzengerade stehenden Zypressen, den verspielten Springbrunnen und den glänzenden Bronzestatuen perfekt harmonieren.

Doch was wäre der schönste Spaziergang ohne gute Unterhaltung? Wahrscheinlich nur halb so amüsant. Daher raten wir Ihnen, Ihr Augenmerk auf die am Wegesrand gelegenen Villen zu richten, die Ihnen allerhand erzählen könnten, wäre ihnen diese Gabe gegeben. So verbrachte der einflussreiche Schriftsteller und Schöpfer des skandalumwitterten Romans „Lolita“, Vladimir Nabokov, einen Sommer in der Villa Neptun. In der Villa Ambasador, die heute zum gleichnamigen Hotelkomplex gehört, soll der Schriftsteller Henryk Sienkiewicz den Vorläufer seines Bestsellers und Filmerfolgs „Quo vadis“ geschrieben haben. Die Villa, die heute das Casino beherbergt, war einst das häufig besuchte Liebesnest von Kaiser Franz Josef und seiner Geliebten Katharina Schratt. Aber auch Kaiserin Elisabeth soll ihrem Gatten um nichts nachgestanden haben und den ungarischen Grafen und Revolutionär Gyula Andrassy einige Male in der ebenfalls am Strandweg gelegenen Villa Minach besucht haben. Inkognito, versteht sich.
Sicherlich hat jedes Haus und jeder Park entlang der Strandpromenade seine ganz speziellen Anekdoten und Histörchen, von denen nicht alle der Wahrheit entsprechen dürften. Doch der eine oder andere wahre Kern wird sich schon so zugetragen haben, wie sonst würden diese Geschichten heute noch erzählt werden?

Das Vergnügen dieses unvergesslichen Spaziergangs entlang der Adria verdanken Sie übrigens einem kroatischen Gesetz. Es bestimmt, dass die gesamte Küste Kroatiens auf einer Breite von sechs Metern landwärts gemessen dem Volk gehört. Private Annexionen des Küstenbereichs sind damit folglich ausgeschlossen. Denken Sie daran, wenn Sie die Jugendstilvillen mit ihrem eigenen Zugang zum Meer bewundern, das per Treppe oder Trampelpfad erreichbar ist. Stets werden die Bewohner dieser herrschaftlichen Anwesen den Lungomare überqueren müssen, um ihr Bad in der Adria nehmen zu können.

Hat Ihnen der Bummel auf der schönsten Strandpromenade gefallen? Wundern Sie sich übrigens nicht, wenn Ihnen Damen in langen, mit Spitzen und Rüschen verzierten hochgeschlossenen Kleidern und ausladenden Hüten auf dem Kopf begegnen – dann sind Sie womöglich in eine andere Zeit geraten…

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