Entdecke die Kvarner Bucht 17-40: Bärengehege Kuterevo

9 Februar 2016 AUTOR:

Bärengehege Kuterevo – das Bärendorf im Velebit

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Das Dorf Kuterevo hat sich ganz der Pflege verwaister Braunbären verschrieben, die ohne menschliche Hilfe nicht überleben könnten. Immer mehr Besucher kommen zum Bärenrefugium im Tal von Kuterevo und unterstützen mit Spenden die großartige Arbeit vieler Freiwilliger, ohne die dieses ambitionierte Tierschutzprojekt nicht möglich wäre.

Die festlichen Riten von Mariä Himmelfahrt sind Ihnen sicherlich noch in bester Erinnerung. Nun möchten wir Ihnen nicht weit von Krasno entfernt ein einzigartiges Naturschutzprojekt vorstellen, das sich voll und ganz der Pflege und Aufzucht mutterloser Bärenkinder widmet. Im Bärenrefugium von Kuterevo werden die kleinen Braunbären in beinahe freier Natur aufgepäppelt und mit viel Zuwendung und Pflege auf ein eigenständiges Leben als große starke Bären vorbereitet.

Kuterevo – ein Dorf, eine Idee und viele begeisterte Helfer

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Mit ungefähr 600 Einwohnern ist Kuterevo ein mittelgroßes Dorf, das sich auf einer Länge von sechs Kilometern im gleichnamigen Tal angesiedelt hat. Eine Schule, ein Supermarkt und zwei Holzsägewerke machen in etwa die Infrastruktur aus, die das Dorf vorweisen kann. Nicht zu vergessen die beiden kleinen Lokale und eine Wallfahrtskirche, die ebenfalls zu diesem Ort gehören. Das Herzstück von Kuterevo, also das, worum sich hier alles dreht, ist jedoch das Bärenrefugium mit seinen verschiedenen Gehegen, in denen vom Kleinkind bis zum beinahe Halbstarken fast jedes Bärenalter vertreten ist.
Das Projekt wurde im Jahr 2001 von diversen kroatischen und ausländischen Stiftungen gegründet und seither stetig ausgebaut, erweitert und verbessert. Finanziert wird das Bärenrefugium ausschließlich durch private Spenden, wobei die Unterstützung nicht nur in Geld besteht. 2008 gelangte das Refugium in den Status einer staatlich anerkannten Tierschutzstation, was den Organisatoren die Sache mit den Spenden erleichterte, wenngleich der Staat hierfür keinerlei Mittel zur Verfügung stellt.
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Eine gut besuchte Volontärstation gehört ebenfalls dazu, die bei Volontären aus ganz Europa, so auch aus Deutschland, bevölkert wird. Die zumeist jungen Bärenfreunde arbeiten und leben hier quasi auf Tuchfühlung mit ihren bärigen Schützlingen, die sie – wie es eben bei Babys und Kleinkindern üblich ist – rund um die Uhr betreuen.
Mittlerweile sind vier große Bärengehege von jeweils einem Hektar Fläche entstanden, in denen meist zwei Bärenkinder unter naturnahen Bedingungen aufwachsen. Das große Ziel des Bärenrefugiums ist es, im Gebirge über dem Kuterevo-Tal ein großflächiges Reservat für die dann erwachsen gewordenen Braunbären zu errichten, wo die Bären noch artgerechter und „wilder“ leben können.
Die Arbeit im Bärengehege wird längst nicht nur von den Volontären geleistet. Auch die Dorfbevölkerung macht eifrig mit und ist tatkräftig an der Aufzucht der pelzigen Waisen beteiligt. Viele Familien in Kuterevo bieten Übernachtungsmöglichkeiten an, um Touristen zu mehr als nur einem kurzen Tagesausflug ins Bärenrefugium zu bringen.
Andere Bewohner unterstützen die Station mit Sachspenden, wozu beispielsweise gewaltige Mengen altbackenen Brotes zählen. So kann es vorkommen, dass ein Lastwagen vorfährt, dessen Ladefläche vor alten Brotlaiben beinahe überquillt. Trockenes Brot ist bei Bären sehr beliebt und wird gerne als knuspriger Leckerbissen akzeptiert. Das Brot wird in Netze gefüllt und an einem luftigen Ort zum Trocknen aufgehängt, um dann den nach dem Winterschlaf hungrigen Bären dabei behilflich zu sein, sich für die nächste lange Schlafperiode ihren Winterspeck anzufressen.

Verwaist, verirrt und „ausgewildert“ – Bärenschicksale in Kuterevo

Im Bärenrefugium Kuterevo hat jedes Bärenkind seine eigene Geschichte. Die kleinen Braunbären sind Waisen, wurden von ihren Müttern getrennt oder kamen hierher, um es besser zu haben. Wir möchten Ihnen einige Bewohner der Bärengehege vorstellen, damit die anonyme „Masse“ Bär durch einzelne Schicksale Gesicht und Namen erhält.
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Als das 2010 geborene Bärenmädchen Mlada Gora etwa vier Monate alt war, fiel einem Jagdpächter das einsame Bärchen auf. Der Mann meldete den herumirrenden Bären, doch konnte man sich nicht über seinen weiteren Verbleib einigen. Einige Wochen später lenkte Mlada Gora erneut die Aufmerksamkeit auf sich, denn sie kam immer häufiger aus dem Wald heraus, um sich füttern und sogar streicheln zu lassen. Der Jäger zog das Bärenkind einige Zeit mit dem Fläschchen auf, bis entschieden wurde, es nach Kuterevo zu bringen.
Mlada Gora teilt sich ein Gehege mit Mladi Dol, der auf einer Großbaustelle für eine Gasleitung gefunden wurde. Auch bei ihm überlegte man lange, was mit dem kleinen Kerl geschehen sollte, bis er im Frühjahr 2010 ins Bärenrefugium durfte.
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Bei Marko Kralj geht man davon aus, dass seine Mutter bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. Der 2012 geborene Bär kam in ein Dorf nahe Crikvenica und bettelte dort um Futter und Zuneigung, was er auch bekam, bis auch er zu seinen Artgenossen ins Bärenrefugium gebracht wurde.
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Dann gibt es noch Hu-Bear, der von Schülern an der kroatisch-slowenischen Grenze gefunden wurde. Der drei Monate alte, schwer verletzte Bärenjunge wurde wahrscheinlich von einem Auto angefahren. Die Schulkinder kümmerten sich mehrere Tage lang um das Bärenkind, bis es nach Kuterevo gebracht wurde. Dank sorgsamer Pflege und ausreichend Babynahrung gelangte der kleine Kerl zu Kräften und entwickelt sich prächtig.
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Ebenfalls drei Monate alt war Vlado Mir, als er sich in ein Wochenendhaus im Wald verirrte und nicht mehr herauskam. Nachdem er einige Tage vergeblich versucht hatte, sich aus dem Haus zu befreien, hat seine Mutter wohl die Suche nach ihm aufgegeben. Man fand ihn völlig entkräftet und päppelte auch ihn mit Babynahrung im Fläschchen auf. Jetzt lebt er mit Hu-Bear in einem Gehege, wo man den beiden Bärchen fast beim Wachsen zusehen kann.
Der kleine Blago Zoo und seine Schwester Bena-Zvir wurden im Zagreber Zoo geboren und durften zusammen nach Kuterevo „umziehen“, wo sie beinahe wie wilde Bären leben und sich in ihrem mehrere Tausend Quadratmeter großen Gehege bärisch wohl fühlen.
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Zuletzt möchten wir Ihnen Zdravi Gor vorstellen, der im Alter von vier Monaten zu einem abgelegenen Hof in Gorski Kotar kam, um sich füttern zu lassen. Nachdem er alles verputzt hatte, trug er Tag für Tag den leeren Fressnapf in den Wald, damit er sich wieder füllen möge. Das putzige Ritual wurde den Bewohnern irgendwann zu riskant und sie meldeten den Kleinen bei der Jagdverwaltung. Ein Leben in der Wildnis war für Zdravi Gor nicht mehr möglich, weil er sich mittlerweile an menschliche Versorgung gewöhnt hatte. Also bekam das Bärenrefugium einen weiteren Pflegling.

Leisten Sie den Bären noch ein Weilchen Gesellschaft, bevor wir uns auf den Weg zur Küste machen, wo wir Ihnen ein besonders reizvolles Fischerdorf zeigen möchten.

Weitere Informationen oder die Möglichkeit wie Sie helfen können, finden Sie hier.

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