Entdecke Istrien 10-30: Lim Fjord

14 Juli 2015 AUTOR:

Lim Fjord – ein Stück hoher Norden in Istrien

Limski Kanal Limfjord Istrien
Stellen Sie sich vor, Sie erblicken einen blaugrün schillernden Wasserlauf, der sich durch ein enges Tal schlängelt – typisch Skandinavien? Weit gefehlt, Sie sind in Istrien, ganz nahe an der Adria, und erfreuen sich an einem einzigartigen Naturwunder.

Hier können Sie sich vom Trubel und den Shows des Dinoparks bestens erholen. Denn am Lim Fjord, auch Limski Fjord oder Limski Kanal genannt, geht es ruhig, beschaulich und absolut naturbelassen zu. Das ideale Reiseziel, zum Entspannen und um auf einer Bootsfahrt die herrliche Natur zu genießen.

Dänemark-Kenner werden sich verdutzt fragen, ob der Limfjord etwa ausgewandert ist. Keineswegs, denn der etwa 600 Meter breite Kanal, der sich zwischen Porec und Pula durch ein idyllisches Tal schlängelt, war immer schon in Istrien beheimatet. Die Namensgleichheit mit dem dänischen Meeresarm ist rein zufällig.

Dichte Wälder, klares Wasser und wimmelndes Leben

Limski Kanal Limfjord Istrien
Am eindrucksvollsten präsentiert sich der Lim Fjord, wenn Sie die Straße von Buje nach Pula den Berg hinunter fahren. Ganz plötzlich öffnet sich der Blick auf den tief unten liegenden Limski Kanal, der sich in ein schmales Karsttal gegraben hat, das vor etwa 10.000 Jahren im Meer versunken ist. Diese fjordartige Schlucht erstreckt sich 25 Kilometer weit ins Landesinnere bis Beram bei Pazin. An der Stelle, wo das Meer endet und der Limski Kanal beginnt, erreichen die Wände der Schlucht beachtliche einhundert Meter Höhe.

Am reizvollsten werden Sie den Lim Fjord vom Wasser aus erleben. Mehrere Ausflugsdampfer zockeln gemächlich durch das in leuchtendem Türkis funkelnde Wasser und bieten Ihnen Gelegenheit, die herrliche Landschaft zu beiden Seiten des Meeresarms zu bewundern und zu genießen. Besonders wildromantisch wird die Fahrt, je weiter das Ausflugsboot ins Landesinnere vordringt. Die Hänge werden immer steiler, und in den karstigen Felsen hat das Wasser einige Höhlen ausgewaschen, die Sie besichtigen und erkunden können. Auch Kletterer nutzen die idealen Bedingungen des Karsts, um an den Felsen ihre Fertigkeiten zu erproben. Von weitem sieht es aus, als klebten die kleinen Menschlein am Kalkgestein, doch dieser Schein trügt, denn es erfordert ein großes Maß an Geschicklichkeit und Kondition, um die schroffen Hänge zu meistern.

Eine Fahrkarte für ein Ausflugsschiff ist unerlässlich, wenn Sie den Lim Fjord vom Wasser aus erkunden möchten, denn Privatboote sind in diesem Gewässer nicht gestattet. Sie können Ihre Bootsfahrt in Pula, Porec und Rovinj buchen und dürfen sich auf eine unvergessliche Tour mit vielen großartigen Eindrücken freuen.

Das Wasser des Lim Fjords ist ganz besonders fischreich, was seiner speziellen Mischung geschuldet ist. In diesem faszinierenden Meeresarm vermengt sich das Wasser des Lim Bachs mit den eindringenden Fluten der Adria, was ein sehr sauerstoffreiches und kaum salzhaltiges Gemisch ergibt, in dem die Meeresbewohner überaus gut gedeihen. Auch Delphine wissen über das wimmelnde Leben im Lim Fjord bestens Bescheid, und mit etwas Glück können Sie die Meeressäuger dabei beobachten, wenn sie in der Mündung des Fjords nach Nahrung suchen.

Baden können Sie nur im Mündungsbereich des Kanals, der hintere Teil ist für Badefrösche gesperrt, denn hier wird Muschel- und Austernzucht in großem Stil betrieben. Dieses Meeresgetier schmeckt hier ausgesprochen köstlich, was dem unterirdisch zufließenden Süßwasser zu verdanken ist. Versäumen Sie also nicht, sich die frischen Austern und Muscheln schmecken zu lassen, wenngleich Sie dafür eine gewisse Wartezeit in Kauf nehmen müssen. Die Restaurants sind meist gut besucht, und so kann der Genuss der delikaten Meeresfrüchte ein klein wenig auf sich warten lassen.

Es lohnt sich auch, den Lim Fjord aus der Vogelperspektive zu betrachten. Auf dem Flughafen Vrsar werden Rundflüge in Kleinflugzeugen angeboten, die bis zu sieben Passagiere durch die Lüfte befördern.

Von Eremiten und Piraten – die Highlights des Lim Fjords

Limski Kanal Limfjord Istrien
Das karstige Gestein des wunderschönen Tals ist naturgemäß wie geschaffen für Höhlen und Grotten, von denen zwei besichtigt werden können. Ganz besonders beeindruckend ist die Höhle des heiligen Romuald am Ende des Lim Fjords. Die oberhalb des Hangs gelegene Grotte diente einst dem Eremiten Romuald, der sich diese einsame Wohnstatt um 1.000 n. Chr. für sein Einsiedlerleben auserwählte. Die erst im Jahr 1978 entdeckte Höhle ist reichlich hundert Meter lang. Lassen Sie sich nicht vom niedrigen Eingang abschrecken, denn Sie müssen nahezu kriechen, um in die Einsiedlerklause zu gelangen. Diese gebückte Haltung müssen Sie nicht lange beibehalten, denn bald schon wird die Höhle bis zu sechs Meter hoch.

Der Fund bearbeiteter Knochenreste von über 40 Tierarten deutet auf menschliches Leben seit der Steinzeit hin. Zudem können Sie Wandmalereien sowie natürlich geformte Stalagmiten und Stalaktiten bewundern. Die Höhle ist keinesfalls unbewohnt, was die rund 3.000 darin beheimateten, sehr seltenen Miotis-Fledermäuse anschaulich beweisen.

Dann gibt es noch die Piratenhöhle, die gern auf der Rückfahrt der Ausflugsschiffe angesteuert wird. Sie ist bei weitem nicht so eindrucksvoll wie die des heiligen Klausners Romuald. Wer möchte, kann sich vor dem Betreten der Grotte noch mit den Erfrischungen des vorhandenen “Buffets” stärken, bevor es in die etwa zehn Meter breite und bis zu 8 Meter hohe Höhle geht. Sie können 40 Meter tief hineingehen, bis der Gang abrupt an einer Wand endet. Recht sehenswert ist das in die Wand gegrabene Becken, in dem sich das stetig herabfallende Tropfwasser sammelt.

Dvigrad – malerische Geisterstadt im Tal von Lim

Limski Kanal Limfjord Istrien
Wenn Sie schon am Lim Fjord sind, können Sie noch ein Stückchen weiter ins Landesinnere fahren. Mitten auf einem Hügel erheben sich die mit allerlei Grün überwucherten Ruinen von Dvigrad, einer mittelalterlichen Stadt, die längst von jeder Menschenseele verlassen wurde. Die Stadtmauern sind noch erhalten, ebenso die Türme und das Stadttor. 200 Ruinen einstiger Bürgerhäuser, eine verfallene Kirche im Zentrum und die Überreste einiger Kirchlein und Kapellen sind alles, was von dieser vormals blühenden Stadt übriggeblieben ist. Als im Jahr 1631 die Pest und die Malaria wüteten, verließen die Bewohner von Dvigrad ihre Stadt und siedelten sich im nahegelegenen Kanfanar an. Ihre neue Heimat errichteten sie mit den Steinen ihrer niedergerissenen Häuser, und auch die wertvollen Teile ihrer Kirche wurden nach Kanfanar umgesiedelt. Heute ist Dvigrad eine verträumte, romantische Ruinenstadt, der ein märchenhaftes Flair anhaftet.

Lassen Sie sich von der wundervollen Landschaft des Lim Fjords verzaubern und genießen Sie die vielfältigen Freizeitaktivitäten, die Ihnen hier geboten werden. Eine Radtour auf den Spuren von Kapitän Morgan ist ebenso kurzweilig wie interessant; vielleicht entdecken Sie dabei den sagenhaften Schatz, den dieser räuberische Korsar vor vielen Jahren in dieser Gegend gut vergraben haben soll.

Tanken Sie viel Ruhe in der freien Natur, denn bald schon führt uns die Reise nach Rovinj, wo es viel zu sehen und zu bestaunen gibt.

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