Flugkünstler in Kroatien

29 August 2019 AUTOR:

Von Schmetterlingen, Steinkäuzen und Gänsegeiern – Flugkünstler in Kroatien

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Kroatien ist ein wahres Paradies für Vogelliebhaber und solche, die das Ganze auch wissenschaftlich betreiben. Doch Sie müssen kein Ornithologe sein, um sich am Anblick der geflügelten Schar zu erfreuen, die hoch am Himmel schwebt oder Ihnen vor dem Gesicht verführerisch und farbenfroh vorbeitaumelt.

Die kroatische Vogelvielfalt ist beachtlich. Man hat mehr als 350 Vogelarten gezählt, die entweder ganzjährig in Kroatien leben oder als Zugvögel zweimal im Jahr an der Adria zu Gast sind. Gerade das Spektakel der durchreisenden Vögel lockt immer wieder Beobachter aus der ganzen Welt an, die nichts Schöneres kennen, als den ausdauernden Flugkünstlern beim Ankommen, Pausieren und beim Abflug zuzuschauen.

Wasser, Sumpf und Schilf – Lebensraum für Kormoran, Wasserhuhn & Co.

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Ein lohnenswertes Ziel, um mit Wasservögeln fast auf Tuchfühlung zu gehen ist der Norden Kroatiens. In der Region zwischen Drau und Donau erstrecken sich große Sumpfgebiete, in denen Reiher, Sichler, Kormorane und Wasserhühner beheimatet sind. Grundsätzlich sind alle Flüsse, die in die Adria münden beliebte Tummelplätze für alle Arten von Wasservögeln. Die breiten Mündungsgebiete, die in riesige Deltas oder Verästelungen „zerfasern“, bieten viel Platz für Wildenten, Wildgänse und natürlich auch für Möwen.
Im Naturpark Vransko jezero finden die Vögel Bedingungen, die Vergleiche mit dem Schlaraffenland zulassen. Der See mit dem brackigen Wasser – also eine Mischung aus Süßwasser und salzigem Meerwasser – lockt Fische an, die sich in beiden Wasserarten gleichermaßen wohlfühlen. Dies erfreut wiederum die Vögel, die sich an den Fischen gütlich tun und ebenfalls prächtig gedeihen.
Der nordwestliche Teil des Sees wurde zum Naturreservat ernannt, wo viele Reiher leben, brüten und die Besucher erfreuen, die auf einem eigens angelegten Lehrpfad durch dieses Gebiet streifen können. In den sumpfigen, mit Schilf bewachsenen Uferbereichen der Seen und Flüsse wird es niemals still. Es schreit, pfeift, gurrt, ruft und quakt sogar noch in der Nacht. Selbstverständlich zählen die Frösche nicht zu den Wasservögeln, doch sind sie nicht zu überhören und werden übrigens auch gern von den gefiederten Sumpfbewohnern gefressen…

Singvögel, Gaukler und fliegende Insekten – geflügelte Bewohner von Wäldern, Wiesen und Orten

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Sie alle kennen Amseln und wissen ihren melodiösen Gesang zu schätzen. Wussten Sie auch, dass eine Spezies der Wasseramsel nur im Nationalpark Plitvicer Seen lebt und als eine der seltenen endemischen Tierarten Kroatiens gilt?
Dann gibt es natürlich die vielen Singvögel, die auch in unseren Breiten heimisch sind: Blau- und Braunkehlchen, diverse Meisenarten, Bergfinken, Buchfinken und Distelfinken sowie die Großfamilie der Drosseln, zu denen übrigens die Amseln gehören. Hänfling, Zeisig, Heckenbraunelle und Ammern dürfen ebenso wenig fehlen wie Lerchen und Nachtigallen.
Auch Schmetterlinge fliegen, taumeln und gaukeln durch die Luft, bis sie eine Blüte gefunden haben, auf der sie sich niederlassen, um sich den Nektar schmecken zu lassen. Vom Nachtpfauenauge über den Schwalbenschwanz bis zum Apollo und dem Gemeinen Blutströpfchen können Sie die bunten, auffällig gemusterten und schillernden Schmetterlinge in ihrer ganzen Pracht bewundern.
Auch Libellen, geflügelte Käfer, Bienen und andere Insekten schwirren und surren überall herum und sind stets auf der Suche nach Nahrung, die zumindest während der Blütezeit recht üppig vorhanden ist. Die Libelle zieht allerdings Wasserinsekten jeder noch so prächtig blühenden Blume vor.

Adler, Geier und komische Käuze – die Könige der Lüfte

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Auch Greif- oder Raubvögel fühlen sich in den kroatischen Wäldern in ihrem Element. Diese Vögel sind wie überall in Europa rar geworden, doch einige Arten haben sich erholt und ihr Bestand lässt Vogelfreunde hoffen, dass bald schon mehr Habichte, Eulen, Adler und Geier den Luftraum über Kroatien beleben.
Auch bei den Eulenvögeln sieht es recht gut aus. So können Sie mit viel Glück eine Schleiereule beobachten, die gerne in Burgruinen, auf Bauernhöfen und in Kirchtürmen nistet. Auch die kleinen Steinkäuze lassen sich zuweilen sehen, doch müssen Sie schon genau hinschauen. Beobachten Sie beispielsweise eine Höhle in einem alten Baum, einen ehemaligen Kaninchenbau oder Mauerlöcher in Gebäuden – alles potenzielle Nistplätze für Steinkäuze.
Sogar die bis zu 70 Zentimeter großen Uhus können in Wäldern oder in der freien Landschaft gesichtet werden. Doch da diese Vögel – wie andere Eulen auch – meistens nachts unterwegs sind, gestaltet sich auch diese Beobachtung als schwierig.

Auch Adler ziehen ihre eleganten Kreise im kroatischen Himmel. Es gibt Seeadler, Schreiadler, Fischadler und Steinadler. Diese Greifvögel sind meist im Gebirge zu Hause und nisten in Felshöhlen oder auf sehr hohen Bäumen. Sind sie jedoch in der Luft, werden Sie sofort erkennen, dass die Könige der Lüfte höchstpersönlich ihre Reviere abfliegen und dabei nach Beute Ausschau halten.

Und dann gibt es noch die Gänsegeier. Diese Vögel haben so gute Augen wie ein Adler und legen in puncto Fliegen eine Ausdauer an den Tag, der an Marathonläufer erinnert, wenn diese Sportart mit Flügeln ausgetragen werden würde.
Der Gänsegeier hat eine Spannweite von fast drei Metern und erreicht atemberaubende Geschwindigkeiten von 120 Kilometern pro Stunde. Sein Tagespensum kann Hunderte von Flugkilometern betragen. In Sachen Ausdauer schlägt der Gänsegeier jeden Adler um Längen. Der bis zu 15 Kilogramm schwere Vogel kann es bis zu 60 Lebensjahren bringen, was im Tierreich ein überaus stolzes Alter darstellt.
Die besten Chancen, einen Gänsegeier in freier Wildbahn zu erleben, haben Sie auf den Inseln Krk, Cres und Privic. Dort müssen Sie einfach nur zu den steilsten Klippen marschieren und sich geduldig auf die Lauer legen.
Gänsegeier sind übrigens Zugvögel, die Jahr für Jahr nach Afrika ins Winterquartier fliegen. Im Frühling kehren die Vögel dann exakt dahin zurück, wo sie geschlüpft sind oder bereits Jungtiere großgezogen haben.
Ohne Gänsegeier sähe es schlecht um die Hygiene der Landschaften aus, denn sie ernähren sich ausschließlich von Kadavern. Ob tote Schafe, Füchse, Kaninchen oder Hasen – die Gänsegeier räumen auf und verhindern dadurch die Ausbreitung von Infektionskrankheiten.
Ein eigens für die Gänsegeier ins Leben gerufenes Projekt auf Cres kümmert sich um die Vögel und wacht akribisch über deren Bestand. Rund 70 Geierpaare werden dort gezählt und von dem Team des Eco-centar Caput Insulae in Beli betreut.
Die Tierschützer kümmern sich um verletzte Tiere, vor allem um Jungvögel, die bei ihren ersten Flugversuchen ins Meer gestürzt sind. Die jungen Geier werden versorgt und aufgepäppelt, so dass sie im Idealfall schon im Herbst zu ihrem ersten weiten Flug nach Afrika starten können…

Zu den Greifvögeln zählen auch Bussard, Habicht, Milan, Sperber und Falke. Viele dieser Vögel leben nicht nur in den Wäldern, sondern haben sich auch in Dörfern und sogar Städten „eingerichtet“, wo sie trotz ihrer Wildheit ein beinahe „zivilisiertes“ Leben führen.

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