Kroatien kulinarisch: Essen & Trinken im Landesinneren

17 Oktober 2018 AUTOR:

Allerlei Wild, Maronen und saftige Waldbeeren – Essen & Trinken im Landesinneren

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Die kroatische „Binnenküche“ unterscheidet sich vom eher maritim geprägten Teil des Landes vor allem durch die Zutaten. Während der Küstenbereich und die Inseln überwiegend Fische und anderes Meeresgetier auftischen, serviert Ihnen das Landesinnere köstliche Wildgerichte, reichhaltige Eintöpfe und Waldfrüchte in reichlicher Vielfalt und Variation. Wildschwein und Fasan ergeben mit Maronen einen wahren Hochgenuss, dem Kuchen und Desserts aus „wilden“ Beeren sozusagen das Sahnehäubchen aufsetzen.

Das Landesinnere von Kroatien liegt ein Stück weit vom Meer entfernt, was sich naturgemäß auch auf den Küchenzettel auswirkt. Dieser Landstrich wird von schattigen Wäldern, üppigen Weinbergen, sanften Hügeln und fruchtbarem Schwemmland geprägt, was die regionalen Speisen und Getränke entsprechend vielfältig und köstlich macht. Das in den Wäldern beheimatete Wild kommt als deftige Schmorbraten vom Wildschwein, Hasen und Fasan auf den Tisch, während die Esskastanien und süßen Waldbeeren als edle Beilage und leckere Desserts ihren Teil zum Genuss beisteuern.
Das Zagorje ist berühmt für seine saftigen Truthähne, die hier traditionell mit Mlinci, eine Art gebackene Nudeln serviert werden. Aber auch Gerichte vom Schwein, Rind und Lamm werden im Landesinneren auf vielerlei Art und Weise zubereitet und mit Gemüse, Teigwaren oder Maronen auf den Tisch gebracht.

Süppchen mit Einlage, Aspik und Salate – „Kleinigkeiten“ für den Einstieg

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Das kroatische Binnenland ist auch berühmt für seine Suppen. Besonders Hühner- und Rindfleischsuppen erfreuen sich großer Beliebtheit, was der guten Brühe und den leckeren Einlagen geschuldet ist. Die langsam vor sich hin köchelnden Suppen werden mit frisch zubereiteten Nudeln oder kleinen Klößen serviert. Im Herbst und Winter verwandeln sich die Süppchen allmählich in deftige Eintöpfe, die mit viel Kartoffeln, Bohnen, Paprika und Knoblauch zubereitet werden und kaum noch als Vorspeise durchgehen können.
Auch ein Scheibchen Gänse- oder Entenfleisch in Aspik ist eine beliebte Vorspeise, die Sie vor allem in den Gebieten Turopolje und Posavina serviert bekommen.
Und entgegen der herrschenden Meinung, dass es im Landesinneren nur Fleisch gäbe, gibt es viele leckere Salate aus Weiß- oder Rotkraut, Paprika, Tomaten und einen würzigen Bohnensalat, der eine starke Konkurrenz zum Kartoffelsalat mit Kürbiskernöl darstellt. Auch diese bunten Köstlichkeiten sind gut dazu geeignet, ein gelungenes Mahl zu eröffnen.

Peceni strukli – ein Leckerbissen für Sie zum Nachkochen

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Eine Spezialität aus dem Zagorje sind gebackene Teigtaschen, deren Vorbereitung zwar ein wenig Mühe macht, die sich jedoch sehr gut auf Vorrat zubereiten lassen. Die Peceni strukli können Sie einfrieren und dann bei Bedarf im Ofen auftauen – fertig.
Die Zutaten für diesen Leckerbissen sind in jedem Haushalt vorhanden, vielleicht mit Ausnahme von Hüttenkäse, der jedoch überall zu haben ist. Für die Zubereitung braucht man anfangs etwas länger, doch mit der Zeit werden Sie die Teigtaschen immer rascher und geübter produzieren. Dieses Gericht ist so sättigend, dass es keine weiteren Begleiter benötigt. Doch ein grüner Salat, der mit Tomaten oder Paprika schöne rote Farbakzente erhält, schmeckt ganz hervorragend dazu. Das Rezept ist zwar für zwei Personen ausgelegt, doch bleibt meist etwas davon übrig, das kalt gegessen oder aufgewärmt nochmal so gut schmeckt…
Für den Teig der Peceni strukli benötigen Sie 500 g Mehl, ein Ei, zwei Esslöffel Sonnenblumenöl, ein Esslöffel Essig, ein wenig lauwarmes Wasser und Salz.
In die Füllung kommen 500 g Hüttenkäse, vier Eier, 100 ml saure Sahne, Salz, Pfeffer und geschmolzene Butter.
Wenn Sie die Teigtaschen noch überbacken möchten, was zwar im Zagorje nicht zur Tradition gehört, die Peceni strukli jedoch noch nahrhafter und herzhafter macht, benötigen Sie noch etwas saure Sahne, Butterstückchen und geriebenen Käse.
Nun kneten Sie aus Mehl, Öl, Essig, Salz und Wasser einen glatten Teig, der dann etwa eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen sollte. Inzwischen können Sie die Füllung zubereiten, für die Sie den Hüttenkäse mit der sauren Sahne und den Eiern in einer Schüssel zu einer gleichmäßigen Masse verrühren. Würzen Sie dann mit Salz und Pfeffer. Jetzt rollen Sie den Teig auf einer bemehlten Fläche aus und schneiden ihn in kleine Vierecke. Bestreichen Sie diese zuerst mit geschmolzener Butter und dann mit der Füllung. Pressen Sie die Strukli an den Enden fest zusammen und legen Sie die Teigtaschen dicht an dicht in eine eingefettete Backform. Zur Garnierung betupfen Sie die Strukli mit saurer Sahne und legen kleinen Butterstückchen darauf. Nun können Sie den Reibekäse darüber streuen. Stellen Sie die Form in den auf 200 ° vorgeheizten Ofen, und nach 40 Minuten können Sie die Teigtaschen auf den Tisch bringen.
Hierzu passt ein trockener, kräftiger Weißwein ganz hervorragend. Ein Dessert werden Sie nach diesem Essen wahrscheinlich nicht mehr unterbringen – guten Appetit!

Auch in den Weinbergen des Landesinneren reifen köstliche Tröpfchen heran, die ganz hervorragende Begleiter zu den deftigen und aromatischen Speisen abgeben. So sollen die besten Weißweine in Slawonien wachsen, dort insbesondere im Naturpark Papuk, dessen hügelige Südhänge intensiv von der Sonne beschienen werden. Kosten Sie den Grasevina, den Raijnski-Rizling und den Traminer – Sie werden es förmlich spüren, wenn die Sonne über Ihre Zunge rinnt.

Waldfrüchte, feiner Mohn und ein Schlückchen Selbstgebrannter – Feines zum Schluss

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Meistens ist man nach dem Genuss der beschriebenen Gerichte schon pappsatt und dennoch ist immer noch ein wenig Platz für ein Dessert. Das sollte auch sein, weil die süßen Versuchungen auf dem Teller servierte Gedichte sind, die Sie nicht versäumen dürfen. In den dichten schattigen Wäldern des Binnenlandes reifen Brombeeren und Himbeeren heran, deren vollmundiges Aroma nicht mit Gartenfrüchten vergleichbar ist. Die wilden Früchtchen werden zu saftigen Kuchen verarbeitet oder anderem Mürbe- oder Blätterteiggebäck, das als Nachtisch oder zum nachmittäglichen Kaffee gereicht wird.
Ebenfalls aus dem Wald kommen die Walnüsse, die fein gemahlen oder grob gehackt als Orahnjaca auf der Karte stehen. Dahinter verbirgt sich eine Nussrolle, deren köstliche Füllung je nach Ort und Restaurant ein wenig variiert. Auch die Mohnrollen lassen keine Wünsche offen, denn sie sind reich gefüllt und kräftig gewürzt, und der hauchdünne Blätterteig zergeht förmlich auf der Zunge.
Ein Espresso als Abschluss gehört ebenso zum Finale eines jeden guten Essens wie ein Gläschen Hochprozentiger. Auch im Landesinneren gibt es den traditionellen Pflaumen- und Traubenschnaps sowie Kräuterschnäpse und -liköre. Die meisten Restaurants servieren ihren Gästen einen Hausschnaps, der, wenn nicht im Lokal selbst, so doch im Ort oder in der näheren Umgebung gebrannt wurde. Greifen Sie zu, denn diese regionalen Besonderheiten werden Sie in den Läden so gut wie nicht entdecken…
Eine Schlemmerreise durch das Landesinnere von Kroatien ist eine anstrengende, jedoch überaus sättigende und genussreiche Angelegenheit. Setzen Sie sich nicht zum Ziel, alles auf einmal probieren zu wollen. Nehmen Sie Zwischenziele „in Angriff“ und kommen Sie immer wieder hierher zurück, um sich eine Region vorzunehmen, durch die Sie sich dann wie im Schlaraffenland hindurch essen.

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