Kulinarisches aus Kroatien – Schlemmen im Landesinneren

3 Juli 2019 AUTOR:

Tischlein deck dich mit Waldfrüchten, Wild und Kartoffeln – Schlemmen im Landesinneren

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Im kroatischen Binnenland wird Regionales aus den Wäldern und den Gemüsegärten aufgetischt, die als köstliche Wildgerichte, rustikale Eintöpfe und süße Kuchen mit Waldbeeren serviert werden. Auch Kartoffeln spielen im Landesinneren eine bedeutende Rolle, denn sie schmecken hier ganz besonders delikat.

Das Meer ist weit weg, also ist auch die Speisekarte des Landesinneren ähnlich wie im istrischen Hinterland von dem geprägt, was Wald, Acker und Garten bieten. Und das ist eine ganze Menge, vor allem, wenn die oft wild gewachsenen oder wild lebenden Zutaten nach traditionellen Rezepten zubereitet werden und als deftige oder süße Versuchungen auf den Tisch kommen.
Speziell aus den Wäldern kommt allerlei Wildes in Töpfe und Pfannen, allen voran Schmorbraten von Wildschwein, Hasen und Fasanen. Doch auch wilde Früchte wie Maronen, Himbeeren, Brombeeren und Schwarzbeeren haben ihren Starauftritt in Gestalt köstlicher Kuchen und Süßspeisen. Da es in den Wäldern bekanntlich auch Pilze gibt, werden Ihnen auch diese Waldfrüchte in vielen Gerichten begegnen – lassen Sie sich überraschen und vor allem verwöhnen!

Suppen mit Überraschungen, Omeletts und Frischkäse – Ouvertüren für ein gutes Essen

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Mögen Sie ein Süppchen als Vorspeise? Dann haben Sie im Landesinneren das Paradies gefunden. Hier gibt es Suppen in den verschiedensten Variationen, die allesamt köstlich munden. Berühmt ist das „Hinterland“ für seine Rindfleisch- und Hühnersuppen, die mit viel Gemüse ganz lange vor sich hin köcheln. Dann wird der Sud mit Einlagen wie Knödeln oder Nudeln angereichert – fertig ist das Suppenglück. In der kalten Winterzeit werden auch die Suppen dicker und kräftiger; mit Kartoffeln, Kohl oder getrockneten Bohnen wird aus der Suppe ein nahrhafter Eintopf, der wärmt und satt macht.
Auch eine Omelette ist ein beliebtes Entree für ein gutes Essen, vor allem, wenn es mit Pilzen, Schinken oder Käse serviert wird. Sollten Ihnen diese Vorspeisen schon zu gehaltvoll sein, wählen Sie doch den köstlichen Frischkäse, der mit Brot serviert nicht ganz so pappsatt macht.
Das Landesinnere ist auch bekannt für seine pikanten Salate aus grünem Salat, Weiß- und Rotkohl, Tomaten, Paprika und vielerlei Gewürzen. Und wenn Sie gern ein wenig Gans oder Ente in Aspik kosten mögen, wird Ihnen ein Scheibchen davon ebenfalls munden.

Truthahn, Cobanac und eine tolle Knolle – der Hauptgang bittet zu Tisch

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Eine Spezialität aus dem Zagorje ist gebratener Truthahn mit Mlinci, eine Nudelart. Der Putenbraten wird entweder in der Pfanne oder unter der Peka geschmort, je nach Vorliebe des Küchenchefs. Dazu schmecken die hauchdünn ausgerollten Teigfladen, die oft ein wenig Schmalz enthalten, ganz besonders gut. Die harten Mlinci werden erst kurz vor dem Servieren in Stücke gebrochen und mit Bratensoße übergossen – guten Appetit!
Eine ganz besondere Delikatesse aus dem kroatischen Binnenland sind die rotschaligen Kartoffeln, die in der Lika heranwachsen. Die Region Lika ist ohnehin ein kleines Paradies für Tiere, Pflanzen – und natürlich auch die Menschen, die dort leben. Lassen Sie sich keinesfalls ein Gericht mit Licki krumpir entgehen, denn diese tollen Knollen haben es tatsächlich in sich. Eine besonders leckere Art, Bekanntschaft mit diesen Kartoffeln zu schließen, ist es, sie als Ofenkartoffeln mit geschmortem Lamm zu essen.
Wesentlich einfacher und dennoch ungemein delikat munden die roten Kartoffeln als im Ofen gegarte Kartoffelhälften. Dieses Gericht heißt Pole, was „Hälften“ bedeutet, und genau darum geht es auch.
Für ein ordentliches Pole-Essen benötigen Sie 800 g junge Lika-Kartoffeln und Salz. Das war es schon, zumindest was die Kartoffeln anbelangt. Waschen und bürsten Sie die Kartoffeln gründlich und halbieren sie die Knollen der Länge nach. Mit ein wenig Salz bestreuen und in eine Auflaufform legen – die Schnittflächen zeigen nach oben. Ab in den Ofen und bei 200 Grad etwa 40 Minuten backen. Wenn Sie keine jungen Kartoffeln haben, müssen Sie die Knöllchen schälen; der Geschmack ist genauso gut. Die Kartoffelhälften sind gar, wenn sie goldbraun geworden sind und sich an den Schnittflächen nach oben wölben.
Servieren Sie die Pole mit einem Dipp aus einer kleinen oder einer halben geriebenen Salatgurke, die mit Knoblauch, Salz und reichlich saurer Sahne vermengt wird. Das würde schon genügen, doch mit knusprig gebratenem Speck oder Schinken schmecken die Kartöffelchen gleich nochmal so delikat.

Unwiderstehlich sind auch die Eintöpfe, die im Landesinneren von Kroatien unter dem Sammelbegriff Cobanac serviert werden. Die Wiege dieser Köstlichkeit steht in Slawonien, wo sich die Hirten in einem großen gusseisernen Topf dieses Essen über offenem Feuer zubereiteten. Daher stammt auch der Name des Eintopfs, denn Cobanac heißt Hirte.
Was jedoch in den Topf hineinkommt, ist von Koch zu Köchin verschieden. Fleisch, Gemüse, Kartoffeln, Gewürze – einfach alles, was in einem Kessel zusammengekocht werden kann. Wenn Sie in und um Slawonien Urlaub machen, bestellen Sie in jedem Restaurant einen Teller Cobanac – der Inhalt wird jedes Mal völlig anders schmecken…

Orahnjaca, Zlijevaka und Balzamaca – Kuchenspezialitäten als Sahnehäubchen zum Schluss

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Auch beim Dessert haben Sie die Qual der Wahl. Nehmen Sie doch ein Stück von der Orahnjaca, einer Nussrolle, die mit gehackten oder gemahlenen Walnüssen aus den Wäldern des Landesinneren gefüllt ist. Die Füllung dieses Kuchens wird von jedem Bäcker anders zubereitet, also probieren Sie sich durch. Lecker ist auch die Mohnrolle, die üppig gefüllt und reichlich gewürzt ist. Auch hier gilt, dass jeder Bäcker sein eigenes Rezept für die Füllung dieser Köstlichkeit aus Blätterteig hütet.
Einen ganz einfachen Kuchen nach einem jahrhundertealten Rezept werden Sie bekommen, wenn Sie den Kellner oder den Küchenchef nach Zlijevka oder Zlijevanka fragen. Obwohl dieses Dessert mit „schlichten“ Zutaten gebacken wird und als Kuchen der armen Leute galt, wird er Ihnen so gut munden, dass Sie dem Koch das Rezept entlocken möchten – wahrscheinlich ohne Erfolg…
Ebenfalls sehr traditionell ist die Zubereitung einer Balzamaca, einem ebenso einfachen wie köstlichen Kuchen. Hier ist zumindest bekannt, dass er aus Eiern, Zucker, Maismehl, Schweineschmalz, Frischkäse, Milch und Sahne gebacken wird. Das Mischungsverhältnis müssen Sie selbst herausbekommen.
Natürlich gibt es gerade im Landesinneren noch viele Kuchen- und Gebäckvariationen, die mit Waldbeeren gefüllt sind. Die kleinen und sehr aromatischen Früchte wachsen noch wild und werden als Brombeeren, Himbeeren oder Schwarzbeeren wahre Geschmacksexplosionen auf Ihrer Zunge hervorrufen.
Und ganz zum Schluss, wenn wirklich gar nichts mehr geht, wird sich immer noch ein winziger Espresso und ein Gläschen Hochprozentiger zwischen den Speisen hindurchschlängeln können. Fragen Sie in den Restaurants nach dem Hausschnaps aus Pflaumen, Trauben oder Kräutern, er wird stets eine gute Wahl sein.

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