Kulinarisches aus Kroatien – Köstlichkeiten aus Istrien

19 Juni 2019 AUTOR:

Kostbare Trüffel und allerlei Wildes aus Wald und Garten – kulinarische Köstlichkeiten aus Istrien

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Immer mehr Freunde und Liebhaber der istrischen Küche kommen eigens zum Schlemmen und Genießen auf die kroatische Halbinsel. Das lohnt sich an zwölf Monaten des Jahres, doch im Frühling und im Herbst kann Istrien mit ganz besonderen Delikatessen aufwarten.

Man könnte Istrien auch als Region der „wilden Genüsse“ bezeichnen, denn vieles, was auf den Speisekarten der Restaurants geschrieben steht, wächst und gedeiht einfach so, wie es das Wild oder das wilde Gemüse selbst will. Sei es Wildschwein, Fasan oder Hase, die im Wald ein freies Leben führen, oder wilder Spargel, Pilze oder die kostbaren Trüffel, die sich so gut wie nicht kultivieren lassen – so naturnah wie hier werden Sie kaum anderswo speisen können!

Wildspargel mit Ei, Fisch oder Fleisch – das Lieblingsgemüse der Saison

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An wildem Spargel kommen Sie im Frühling in Istrien in keinem Lokal vorbei. Die grünen wildwachsenden Stangen werden ab April gestochen, um in vielerlei Variationen auf die Teller zu kommen. Am liebsten wird der Spargel mit Ei gegessen, was einerseits ganz fix in der Zubereitung ist und dann hervorragend mundet. Selbstverständlich wird das wilde Gemüse auch mit Fisch oder Fleischbeilagen serviert. Doch die Hauptrolle bei diesen Gerichten spielt stets das Gemüse.
Wer nur den weißen Spargel kennt, der in Deutschland und Frankreich auf die Teller kommt, wird vom Geschmack des wilden Spargels überrascht sein. Wildspargel hat ein sehr intensives bitteres Aroma, das jedoch nur bei den ersten Bissen etwas gewöhnungsbedürftig ist. Dafür ist dieses Gemüse sehr gesund und enthält viele Mineralstoffe, die sich positiv auf die Verdauung auswirken.
Damit Sie sich bei Ihrem Urlaub in Istrien selbst ein Spargelgericht zubereiten können, haben wir ein ganz einfaches, jedoch überaus köstliches Rezept für Sie herausgesucht – Rührei mit Spargel!
Dazu braten Sie eine Knoblauchzehe in Olivenöl an und fügen den gewaschenen und in etwa drei Zentimeter lange Stücke geschnittenen Spargel hinzu. Lassen Sie das Gemüse etwa 20 Minuten köcheln, bis es bissfest geworden ist. Im Idealfall sollte dann das Wasser vollständig verkocht sein. Nun geben Sie die verquirlten Eier dazu und lassen Sie die Masse unter gelegentlichem Rühren noch einige Minuten lang stocken. Schmecken Sie das Ganze mit Salz und Pfeffer ab und genießen Sie dieses ganz und gar typisch istrische Gericht mit einem Gläschen Weißwein.
Noch ein Tipp zum Schluss: Kaufen Sie Ihren Wildspargel auf dem Markt, wo er frisch gestochen angeboten wird. Das „wilde“ Stechen des Wildspargels im Wald ist verboten und wird mit Geldstrafen geahndet…

Gebraten, geschmort oder geköchelt – Spezialitäten aus dem Meer und den istrischen Wäldern

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Falls Ihr Urlaubsquartier direkt an der Küste liegt, werden Sie an Scampi, Hummer, Seezunge, Austern, Muscheln und Gold- oder Zahnbrasse kaum vorbei kommen. Fangfrisch auf den Tisch schmecken diese „Meereserzeugnisse“ tagtäglich ganz wunderbar, so dass bei dieser Vielfalt die Wahl recht schwer fällt.
Je weiter Sie ins Landesinnere kommen, umso allmählicher verändert sich das Speisenangebot. Wild aus den heimischen Wäldern wird im Herbst mit den wertvollen Trüffeln zum wahren Festschmaus. Zicklein vom Grill oder Spanferkel erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit. Dazu gesellen sich Pilzgerichte, verschiedene Gemüse, Salate und die in Istrien besonders vielfältig zubereiteten Teigwaren.
Denn die Nudel ist hier nicht eine beliebige Beilage, sondern ebenso wie im benachbarten Italien fast schon eine Philosophie. Es gibt zahlreiche hausgemachte Nudelsorten, die in jedem Restaurant ein wenig anders zubereitet werden. Viele Rezepte werden seit Generationen in den Familien weitergereicht und im Laufe der Zeit ein wenig variiert und verfeinert.
So gibt es beispielsweise Fuzi, eine Nudelart, die auf Holzstäbchen eingedreht wird. Der Teig für diese traditionellen Nudeln wird dünn ausgerollt und in drei bis vier Zentimeter breite Streifen geschnitten. Die Streifen legt man übereinander und schneidet sie diagonal in Rauten. Dann wird jede Raute um ein Holzstäbchen gewickelt und an zwei Enden übereinander gefaltet.
Fuzi schmecken zu allem hervorragend, werden jedoch traditionell mit einer feinen Kalbfleischsoße aus Tomaten, Zwiebeln, Weißwein und Fleischbrühe aufgetischt.
Eine weitere Spezialität sind Pljukanci, die wie kunstvoll gerollte Spätzle aussehen. Hierfür wird der Nudelteig in Scheiben geschnitten, die zu möglichst langen Strängen gerollt werden. Die Pljukanci schmecken gut zu Spargel oder mit einer herzhaften Schinkensoße.

Im Herbst ist dann die Hauptsaison für Feinschmecker aus aller Welt, die nach Istrien kommen, um dem König aller Pilze zu huldigen, dem Trüffel. Der Weiße Trüffel wird auch Istriens weißes Gold genannt und ist beinahe so wertvoll wie das Edelmetall. Er wächst von September bis Januar in den feuchten Wäldern und Tälern des Landesinneren, wo er von speziell trainierten Hunden aufgespürt wird.
Menschen haben kaum eine Chance, die kostbaren Knollen zu entdecken, da sich die Trüffel nicht an der Oberfläche blicken lassen, sondern nur von feinen Tiernasen dank ihres penetranten Geruchs erschnuppert werden können. Die Fundorte der Trüffel werden selbstverständlich streng geheim gehalten. Zahlreiche Versuche, Trüffel zu kultivieren, schlugen fehl, so dass man heute noch wie vor Hunderten von Jahren mit Hund, Stock und Sack durch die Wälder zieht.
Die Trüffel werden fein gehobelt und in kleinsten Mengen zu den Speisen gegeben, die dadurch ein himmlisches Aroma erhalten. Jedes Jahr erscheinen neue Trüffelvariationen auf den Speisekarten, denn die Experimentierfreudigkeit der Köche kennt bei dieser Knolle keine Grenzen.

Pfannkuchen, Strudel und Fritule – Süßes zum Schluss

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Naschkatzen und Schleckermäuler kommen beim Nachtisch voll und ganz auf ihre Kosten. Sie können Pfannkuchen mit Walnüssen, Schokolade oder Marmelade verspeisen, aber auch flambiert und mit Eis und Sahne dekoriert schmecken sie köstlich.
Luftig lockerer Blätterteig ist die Grundlage der Strudelvariationen, die als Apfel- oder Topfenstrudel auf den Teller kommen. Das ursprünglich aus Österreich stammende Dessert schmeckt mit einer Kugel Vanilleeis, einem Sahnetupfer und Vanillesoße am allerbesten…
Wenn dann noch etwas Platz vorhanden ist, passen vielleicht noch ein oder zwei Krapfen hinterher, die in Istrien Fritule genannt werden. Die in Öl ausgebackenen und mit Puderzucker bestreuten Fritule werden direkt aus der Pfanne serviert und müssen ganz heiß gegessen werden.
Ein kleines Stückchen Baklava sollten Sie auch nicht verschmähen. Aber wirklich nur ein wenig von dieser aus Blätterteig geschaffenen sehr süßen Delikatesse, die mit Walnüssen gefüllt wird und recht gehaltvoll ist.
Ein Espresso, der von einem Pflaumenschnaps unterstützt wird, sollte dann wirklich das Letzte sein, das nach einem solchen Festmahl auf den Tisch kommt.

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