„Landbewohner“ in Kroatien

21 August 2019 AUTOR:

Wilde und zahme Vierbeiner sowie vielerlei kriechendes und sich schlängelndes Getier – „Landbewohner“ in Kroatien

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Sie freuen sich darüber, wenn Sie auf Ihren Inselwanderungen Schafen begegnen? Oder sind Sie lieber in den Wäldern unterwegs und halten nach Luchsen, Gämsen oder gar einem Bären Ausschau? Vergessen Sie dabei nicht die vielen Echsen, die Schlangen und die Insekten, die man oft erst beim genauen Hinschauen entdeckt.

Die zahlreichen nahezu unberührten Naturräume der Wälder, Gebirge und zerklüfteten Küstengebiete sind ein wahres Eldorado für die kroatische Tierwelt. Selbstverständlich tragen auch die Nationalparks und Naturreservate ganz gewaltig dazu bei, beinahe ausgestorbenen Arten Zuflucht und Lebensraum zu bieten.
Streifen Sie mit geschärftem Blick durch das Land und seine Inseln – Sie werden viele Tiere entdecken, an denen die achtlosen Spaziergänger einfach vorbeigehen, weil man schon etwas Geduld und eben Entdeckerabsichten benötigt, um die wilden Bewohner Kroatiens zu erspähen.

Von harmlosen Nutztieren und den etwas wilderen Artgenossen – Schafe, Ziegen & Co. auf Weiden und in Wäldern

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Anders als in den Städten und in den meisten hochindustrialisierten Ländern Europas machen die Kroaten kein Geheimnis daraus, wie ihre köstlichen Käsesorten entstehen: fast überall werden Ihnen in den ländlichen Regionen Schafe und Ziegen begegnen, die das ganze Jahr über auf den eher mageren Weiden unterwegs sind und dort fressen, was ihnen vors Maul kommt. Und das ist trotz der anfänglichen Kargheit der Wiesen allerhand. Das spärliche Gras wird bis zu den Wurzeln abgeweidet, doch auch die Kräuter sind willkommene Leckerbissen, und die gibt es in der Macchia und Garigue zuhauf.
Sie sehen fast so aus wie Ziegen, zählen jedoch keinesfalls zu den domestizierten Hornträgern. Gämsen tummeln sich in den höheren Bergregionen, wo sie flink, leichtfüßig und dabei äußerst trittsicher unterwegs sind. Die etwa rehgroßen Kletterkünstler sind selten geworden, ihr Bestand erholt sich jedoch allmählich in den Naturreservaten. Dort kann man mit sehr viel Glück den anmutigen Tieren aus der Ferne zuschauen, wie sie mit beinahe schlafwandlerischer Sicherheit an den Felsen entlang „promenieren“ und selbst extrem steile Hänge und große Steigungen mühelos bewältigen. Die Kitze der Gämsen können ihren Müttern schon wenige Stunden nach der Geburt ins schwierige Gelände folgen…
Weiteren wilden Vierbeinern können Sie in den Wäldern begegnen, falls Sie sich ruhig verhalten und auch mal ein Stündchen oder zwei still an einem geschützten Plätzchen sitzen: Hasen, Rehe, Kaninchen, Erdhörnchen, Steinmarder, Damhirsche und Wildschweine gibt es in so großer Anzahl, dass einige dieser Tierarten sogar gejagt werden, um den Bestand nicht ausufern zu lassen.

Wölfe, Wildkatzen und Bären – die wilden Vertreter der kroatischen Fauna

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Diese Tiere werden Sie kaum oder nur mit viel Vorbereitung, Geduld und einer gehörigen Portion Glück zu sehen bekommen. Doch sie sind da, und allein dieses Wissen ist beruhigend für Naturschützer und alle Liebhaber der Tierwelt.
In den einsamsten und entlegensten Winkeln der Nationalparks Risnjak und Plitvicer Seen und im Naturpark Velebit streifen sie umher, die Luchse, Wildkatzen, Wölfe und Braunbären.
Für Letztere gibt es sogar ein eigenes Schutzgebiet an den nordöstlichen Ausläufern des Velebit-Gebirges. Das Bärenrefugium Kuterevo liegt nahe des gleichnamigen Dorfes, und auch die Bewohner dieses Ortes sind mit der Bärenbetreuung beschäftigt.
Seit 2001 kümmert sich dieses Projekt um junge verwaiste Bären, die in zwei großen Gehegen leben und nach Alter getrennt aufwachsen können. Mutterlose Bären sind sehr empfindlich und benötigen anfangs rund um die Uhr Aufmerksamkeit und Betreuung. Um den Bärchen das Überleben zu sichern, müssen sie mindestens zwei Monate lang mit Muttermilch ernährt werden. Acht Monate Muttermilch sind jedoch nötig, damit die kleinen Racker später in der freien Wildbahn eine Chance haben.
Das ganze Dorf arbeitet mit, um das Bärenprojekt am Leben zu erhalten, sei es direkt bei den Tieren oder als Gastgeber für interessierte Besucher, die gerne auch tief in den Geldbeutel greifen, um für das Bärenrefugium zu spenden…

Sie kriechen, kreuchen, krabbeln und rennen – Echsen, Schlangen und Insekten

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Allerlei Getier wuselt auf dem Boden, im Gebüsch, an den Baumstämmen oder einfach überall umher, doch wir sehen nur einen Bruchteil von diesem artenreichen und eifrig wimmelnden Leben. Eidechsen und Geckos werden Sie wohl häufig zu Gesicht bekommen. Die Echsen sind entweder in unauffällige Erdfarben „gewandet“, was es schon schwieriger macht, sie zu entdecken. Andere Exemplare wie die Smaragdeidechsen präsentieren sich in leuchtendem Smaragdgrün und können gar nicht übersehen werden.
Meistens machen diese harmlosen Tierchen durch Rascheln im Gebüsch auf sich aufmerksam. Oder sie sitzen auf einem Felsen in der Sonne und tanken sich mit Wärme auf.
Die wenigsten Menschen erfreuen sich am Anblick einer Spinne, einer Ameise oder eines Käfers. Aber auch sie zählen zur Artenvielfalt der kroatischen Fauna und sind – bis auf wenige Ausnahmen – harmlos und wichtig für das Ökosystem.
Dann gibt es die Schlangen, vor denen wir ebenfalls einen angeborenen Respekt haben, was grundsätzlich nicht verkehrt ist. Doch die am häufigsten auftretenden Arten wie Blindschleiche, Eidechsennattern, Katzennattern (!), Zornnattern, Leopardennattern und Wasserschlangen sind völlig harmlos und wollen einfach nur in Ruhe gelassen werden.

Skorpione, Spinnen und giftige Schlangen – bitte nicht berühren!

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Während im Wasser die Begegnung mit Qualle, Seeigel und Co. schmerzhaft verlaufen kann, sollten Sie an Land den Skorpionen und Tausendfüßlern tunlichst aus dem Weg gehen. Der Stich eines Skorpions ist nicht lebensbedrohlich, doch recht schmerzhaft. Reizen Sie diese Tiere nicht, die Ihnen ohnehin aus dem Weg gehen werden, falls sie die Chance dazu haben.
Tausendfüßler oder Gliederfüßer zählen auch zu den giftigen Tieren, selbst wenn ihr Biss „nur“ sehr weh tut, jedoch keine Lebensgefahr darstellt. Anders kann es bei Allergikern aussehen, für die schon ein Wespenstich gefährlich werden kann.
Unter den giftigen Spinnen in Kroatien hat sich die Schwarze Witwe einen unrühmlichen Namen gemacht, wenngleich es sehr selten zu Bissen dieses giftigen Krabbeltieres kommt. Achten Sie darauf, ob auf den Steinen, auf die Sie sich gerade setzen wollen, bereits so ein Tierchen sitzt, und suchen Sie sich dann ein anderes Plätzchen. Sollte es doch zu einem Biss der Schwarzen Witwe kommen, gehen Sie zum Arzt, der Ihnen ein Antiserum spritzt.
Bei den kroatischen Schlangen sollten Sie der Hornviper aus dem Weg gehen. Sie wird auch Hornotter genannt und gilt als eine der gefährlichsten Sonnenanbeterinnen des Landes. Die Hornvipern tummeln sich im Küstengebirge und auf den Inseln; sie sind erstaunliche Sprungkünstler und können aus dem Stand über einen halben Meter hochspringen und dann noch zubeißen.
Tragen Sie gutes Schuhwerk und streifen Sie nicht unbekümmert durchs dichte Gesträuch. Der Biss einer Hornviper am Kopf oder am Hals kann durchaus tödlich sein.

Es ist sicherlich überflüssig zu erwähnen, dass auch jegliche Art von Wildtiere gefährlich werden kann. Bären und Wölfe können zubeißen, was übrigens auch bei einem Luch sehr unangenehm sein kann. Doch auch diese Raubtiere sind eher menschenscheu und greifen nur an, wenn sie selbst oder ihr Nachwuchs sich gefährdet fühlen…

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