Meeresgetier in Kroatien

14 August 2019 AUTOR:

Mit Schuppen bestückt, von Panzern geschützt oder von weichem Fell umhüllt – Meeresgetier in Kroatien

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Abenteuerliche Begegnungen unter Wasser dürfen Sie erwarten, wenn Sie einen Tauchgang in der Adria wagen. Doch zuweilen zeigt sich auch den Passagieren der Schiffe ein springender Meeresbewohner; und Krusten- oder Schalentiere erreichen sogar das seichte Ufer des Mittelmeers.

Alles Leben kommt bekanntlich aus dem Wasser. Im Laufe der Evolution entwickelten zahlreiche Lebewesen die Fähigkeit, auch außerhalb des nassen Elements zu überleben. Doch ist eine Vielzahl an Wasserbewohnern dort geblieben, wo es ihnen von Anfang an gut gefallen hat – im Meer.
Die Adria ist ein beliebter Tummelplatz für Schwimmer, Schnorchler, Taucher, Segler, Naturliebhaber im Allgemeinen und natürlich auch den Fischern im Besonderen. Alle haben sie ihre eigenen Vorstellungen vom Aufenthalt im Meer, sei es aus reinem Freizeitvergnügen oder eben zum Broterwerb. Seit 2004 wurde die kroatische Adria zum ökologischen Schutzgebiet erhoben, was zumindest allen darin befindlichen Lebewesen zur Freude gereicht, da die Flora und Fauner im Wasser und auf dem Meeresgrund besser geschützt ist.

Augen- und Gaumenschmaus zugleich – leckere Fische aus der Adria

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Die Artenvielfalt der geschuppten Meeresbewohner liest sich wie die Speisekarte eines vorzüglichen Fischrestaurants: Steinbutt, Seebarsch, Seezunge, Makrele, Goldbrasse und Thunfisch. Dazu gesellen sich Zander, Aal, Sardelle, Drachenkopf und Scholle. Alles Namen, die Appetit auf ein köstliches Fischgericht machen.
Diese Fische sind jedoch auch lebendig und in voller Lebenskraft wunderschön anzusehen, besonders dann, wenn sie in Schwärmen erscheinen und somit eine größere „Angriffsfläche“ für die Augen darstellen. Es gibt kaum etwas Anmutigeres und Eleganteres als einen Fischschwarm, der sich in perfekter Choreographie durchs Wasser bewegt und dabei ständig seine Form verändert.
Auch sehr köstlich, jedoch von völlig anderer Gestalt begeistern die gepanzerten und mit Schalen geschützten Tiere sowohl Taucher als auch Feinschmecker. Einem Hummer möchte man zwar nicht zwischen die Scheren geraten, doch Muscheln und Austern sind harmlos, wenngleich sie ein sehr verschlossenes Dasein fristen. Krebse und Langusten sind da schon aktiver und können beim Krabbeln beobachtet werden. Zumal Krebse auch an den Strand kommen, um sich dort ein wenig umzusehen. Ärgert man sie, können sie schon mal zwicken…

Selten, aber wunderschön – Robben und Schildkröten in der Adria

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Robben in der Adria? Ja, es gibt sie noch, die liebenswerten Säuger mit dem herrlich weichen Fell, wenngleich nicht mehr viele davon. In der Kvarner Bucht und vor der Küste Dalmatiens können Sie mit sehr viel Glück und einem guten Auge eine Mittelmeer-Mönchsrobbe entdecken. An Land mögen die massigen Tiere mit ihrem plump anmutenden Körperbau unbeholfen und träge wirken. Doch kaum haben sie sich kopfüber ins Meer gestürzt, lassen ihre Bewegungen an Anmut und Grazie keine Wünsche offen.
Auch die Schildkröten sind rar geworden. Während die Sumpfschildkröten in den Binnengewässern beheimatet sind, tummeln sich Meeresschildkröten naturgemäß im tiefen Wasser der Adria. Die gepanzerten Echsen waren fast ausgerottet, und nur ein geringer Bestand blieb übrig, der sich mühsam „über Wasser“ hält. Wenn Sie tatsächlich eine davon sehen sollten, wird es wahrscheinlich eine Unechte Karettschildkröte sein, die in der gesamten Adria anzutreffen ist. Es gibt auch einige wenige Grüne Meeresschildkröten, doch die sind noch seltener. Insgesamt sollen etwa 20.000 Meeresschildkröten in der Adria leben, was sich nach sehr viel anhört, jedoch gemessen an der Größe dieses Teils des Mittelmeers eine verschwindend kleine Menge ist.

Sprungkünstler mit fröhlichem Lächeln – Delfine auf Erfolgskurs

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Sie sehen aus, als würden sie uns zulächeln, doch das ist eher unwahrscheinlich, so sträflich, wie wir mit ihnen umgegangen sind. Und dennoch hat sich der Bestand der Delfine im Mittelmeer einigermaßen stabilisiert. Die Meeressäuger mit dem freundlichen Gesicht stehen unter strengem Schutz und werden rund um die Uhr bewacht, was wiederum die Touristen erfreut, die diese geselligen Tiere wieder öfter erblicken können.
Tummelten sich einst Tausende Delfine in der kroatischen Adria, sind es heute leider nicht mehr als reichliche 200 Exemplare, die im türkisfarbenen Wasser ihre artistischen Kapriolen aufführen. Man nennt sie nicht ganz fachgerecht „Adria-Delfine“ und scheut weder Mühe noch Kosten, um die Meeressäuger zu erhalten und ihren Bestand allmählich wieder „aufzustocken“.
Wenn Sie Delfinen beim Springen zuschauen möchten, müssen Sie sich nicht allzu weit ins freie Meer begeben. Die eleganten Schwimmer halten sich meist etwa fünf Kilometer von der Küste entfernt auf, so dass Sie mit wenig Aufwand auf die Suche gehen können. Eine Bootsfahrt zu den Inseln Cres und Losinj kann erfolgreich sein, muss es jedoch nicht. Diese Gewässer sind seit 2006 zum Schutzgebiet für Delfine geworden und werden von der Organisation „Adriatic Delphin Projekt Blue World“ beobachtet und betreut.
Seit 1987 kämpfen die Gründer und Mitarbeiter des Projekts um den Schutz der Delfine – mit beachtlichem Erfolg, wie die langsame Zunahme des Bestands zeigt.
Sogar in den Gewässern des einstigen Piratennests Senj werden ab und zu Delfine gesichtet. Die Tiere erscheinen dann, wenn die Bora ein wenig aus der Puste gekommen ist, und bleiben für einige Sommertage vor der alten Uskokenstadt.

Haie, Quallen und Seeigel – die etwas unangenehmeren Meeresbewohner

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Auch im Meer gibt es Lebewesen, denen Sie aus dem Weg gehen sollten, respektive um die Sie einen weiten Bogen schwimmen sollten, falls Sie sie rechtzeitig erkennen.
Doch Quallen sieht man oft erst, wenn man den Schönheiten mit den giftigen Nesseln nicht mehr ausweichen kann. Bei drei Arten von Quallen sollten Sie jeglichen Kontakt vermeiden: mit der Feuerqualle, die verbrennungsartige Schmerzen verursacht; unangenehmer ist eine Begegnung mit der Würfelqualle, auch Mittelmeer Seewespe genannt, die sehr giftig, zum Glück aber auch sehr selten ist. Und die Portugiesische Galeere, deren Tentakel Ihnen ebenfalls Schmerzen bereiten kann, doch das Gift ist nicht tödlich.

Haie gibt es natürlich auch in der Adria. Meist sind sie klein und harmlos. Aber auch Weiße Haie wurden schon im offenen Meer vor Kroatien gesichtet, was großen Seltenheitswert hat.
Möglicherweise begegnen Sie dem zehn Meter langen Riesenhai. Ruhig Blut und keine Angst, denn dieser Meeresgigant ernährt sich ausschließlich von Plankton und wird Sie nicht belästigen.

Sicherlich kennen Sie auch Seeigel, die Tierchen mit den gemeinen Stacheln. Wo diese Wasserbewohner gesichtet werden, haben sich Badeschuhe als sehr nützlich erwiesen. Sollten Sie dennoch ungeschützt auf einen Seeigel treten, humpeln Sie vorsichtig mit den abgebrochenen Stacheln im Fuß zum Arzt und vermeiden Sie es, die Quälgeister selbst zu entfernen. Oft wachsen die Stachelfragmente von ganz allein aus der Haut heraus, und alles ist wieder gut…

Also auf ins Meer und viel Spaß bei den abenteuerlichen Entdeckungen, die in den Wogen oder unter Wasser auf Sie warten.

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