Top Reiseziele Inseln – Brac

20 März 2019 AUTOR:

Brac – die Insel von Sonne, Stein und Meer

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Weißer Marmor, ein „goldener“ Strand, hohe Berge und inseltypische Dörfchen machen den Reiz der größten Insel Dalmatiens aus. Herrliche Wander- und Radwege machen Lust auf ausgedehnte Entdeckungstouren, die mit leckeren Köstlichkeiten aus Küche und Keller lukullisch abgerundet werden.

Brac kann seinen Gästen alles bieten, was diese sich für einen Inselurlaub unter tiefblauem Himmel mit strahlender Sonne, und umgeben vom kristallklaren Meer wünschen. Traumhafte Strände säumen das Eiland, dessen Inneres mit beachtlichen Bergen und malerischen Dörfern aufwarten kann. Natur, Attraktionen und Gastronomie tragen ebenfalls ihren Teil zum Gelingen der Ferien bei – was will man mehr?

Vierbeiner mit Fell oder Stacheln, und Steine, die um die Welt gehen – die „gewachsenen“ Attraktionen von Brac
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Die Höhlen auf Brac waren schon in der Jungsteinzeit mit munterem Leben erfüllt. Später dann in der Bronze- und Eisenzeit betrieben die Menschen bereits Viehzucht. Erst die Illyrer gaben der Insel ihren bis heute bestehenden Namen, der wohl auf einen reichlichen Wildbestand zurückzuführen ist, denn Brac bedeutet Hirsch in der illyrischen Sprache.
Während die Griechen mit den Illyrern eifrig Handel betrieben, nahmen die Römer gleich die ganze Insel in Beschlag, bis sie nach dem Zerfall des Weströmischen Reichs von kroatischen Stämmen „abgelöst“ wurden. Franken drängten auf die Insel und brachten das Christentum mit, um dann von Venedig vertrieben zu werden.
In der Zeit vom 11. bis 15. Jahrhundert ging es ständig hin und her, denn die Venezianer, Kroaten und Piraten stritten heftig um die Insel. Venedig behauptete sich schließlich, um am Ende des 18. Jahrhunderts ebenfalls zu verschwinden. Es folgten Bauernaufstände, die von Österreich niedergeschlagen wurden, das wiederum von den Franzosen von der Insel gejagt wurde. Diese mussten den Russen weichen, die von den Engländern angegriffen wurden, bis Österreich wieder die Oberhand gewann.
Auch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ging es auf Brac nicht friedlich zu, was viele Inselbewohner veranlasste, auf das Festland auszuwandern.

Heute leben etwa 14.000 Menschen auf Brac, von denen zwei Drittel die Küste bevölkern. Nur etwa ein Zehntel der Insel wird landwirtschaftlich genutzt, die übrige Fläche ist teils bewaldet oder besteht aus schroffen Felsen und mit Macchia bewachsenem Weideland. Die nicht kultivierten Bereiche von Brac sind dennoch mit reichem Leben erfüllt: Neben den überall präsenten Schafen tummeln sich Hasen, Wildkatzen und Edelmarder in den Wäldern, die etwa ein Drittel der Insel einnehmen. Auch Igel finden hier ideale Lebensbedingungen, doch ebenso wie die anderen wilden Bewohner zeigen sie sich höchst selten, es sei denn, Sie haben viel Geduld und wissen, wo Sie sich auf die Lauer legen müssen…
Neben der Viehzucht und dem Fischfang sind Olivenhaine und Weingärten lukrative Einnahmequellen. Hier gedeihen auch die aromatischen Maraska-Kirschen; auch Kiwis werden seit einiger Zeit sehr erfolgreich angebaut.

Noch einträglicher als die Landwirtschaft und die Fischerei ist das Geschäft mit dem Aushängeprodukt von Brac – dem weltweit berühmten Marmor. Der fast schneeweiße Bracer Kalkstein behält auch nach dem Abbruch und der Verarbeitung seine blendend weiße Farbe, was ihn schon in der Vergangenheit zum begehrten Exportartikel machte. Auch heute wird der insulare Marmor in den Steinbrüchen abgebaut und erfreut sich nach wie vor globaler Beliebtheit.
Führen Sie sich nun den Diokletianspalast in Split vors geistige Auge. Dann den Berliner Reichstag und schließlich das Weiße Haus in Washington. Alle drei Gebäude wurden – zumindest teilweise – aus dem weißen Marmor von Brac errichtet, und dies sind nur die bekanntesten Baustellen. Der weitgereiste Kalkstein begeistert nicht nur seiner weißer Farbe wegen, es gibt ihn auch in zartem Rosé, was die katholische Kirche besonders zu schätzen weiß. Nicht von ungefähr ist der rosa Marmor bei Kardinälen sehr beliebt…
Wo der herrliche Marmor gebrochen wird, muss es auch Menschen geben, die diesen kostbaren Werkstoff bearbeiten können. In Pucisca auf Brac, direkt am großen Steinbruch, gibt es eine Steinmetzschule, wo die handwerkliche Bearbeitung des Steins gelehrt wird. Es ist übrigens die einzige ihrer Art in ganz Europa. Das Unterrichtsspektrum reicht von der klassischen manuellen Handwerkskunst, wie sie schon die alten Römer praktiziert haben. Natürlich werden heute auch elektrische Werkzeuge eingesetzt, doch am Prinzip der Steinbearbeitung hat sich wohl seit der Antike nicht viel verändert.

Ein Horn aus Gold, ein Dominikanerkloster und eine Drachenhöhle – weitere Highlights dieser Insel
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Das Touristenstädtchen Bol an der Südküste von Brac darf durchaus als Hotspot bezeichnet werden. Der ebenso hübsche wie sportbegeisterte Ort lockt seine Besucher gleich aus mehreren Gründen an. Allen voran ist selbstverständlich das Goldene Horn etwa einen Kilometer außerhalb von Bol die Hauptattraktion. Die wie ein Horn geformte Landspitze Zlatni rat ragt mit kühnem Schwung etwa 500 Meter weit ins Meer hinein. Wie pures Gold schimmert der Feinkies, der diesem Naturphänomen seinen Namen gab, an dessen Strand die Menschen dichtgedrängt dem Badevergnügen frönen.
Wenn Sie das Goldene Horn aus einiger Entfernung beobachten, können Sie eine weitere Besonderheit feststellen. Je nachdem, wohin die Meeresströmung gerade verläuft, neigt sich die Spitze des Horns nach Osten oder nach Westen.

Sehr viel ruhiger und vor allem meditativ geht es im Dominikanerkloster von Bol zu. Den Mönchen der 1475 gegründeten Abtei war seit Anbeginn ihrer Gemeinschaft nicht nur der Glauben sehr wichtig, sie legten immer schon großen Wert auf Literatur und Kultur. Besuchen Sie das kleine Klostermuseum, das eine bunte Mischung kirchlicher und weltlicher Exponate enthält. Antike Amphoren, glagolitische Gebetbücher, Gemälde von Tintoretto und andere Kostbarkeiten werden von den wenigen Mönchen gehütet, die heute das Klosterareal bewohnen.

Auch die Umgebung von Bol lohnt es, intensiv erkundet zu werden. Wagen Sie einen Abstecher in die geheimnisvolle Drachenhöhle, zu der Sie nach einer etwa einstündigen Wanderung von Bol aus gelangen. Informieren Sie sich zuvor über den Zeitpunkt der angebotenen Führungen, da die Höhle nur in Begleitung eines erfahrenen Höhlenkundigen betreten werden kann. In der 20 Meter langen Höhle fanden einst Mönche aus dem nahen Kloster Zuflucht. Die frommen Brüder schlugen Symbole und Figuren in den Stein, die zugleich christliche als auch heidnische Mythen und Sagen darstellen. Neben allerlei menschlichen und tierischen Darstellungen ist auch ein gut erhaltener Drache zu sehen, dem diese Höhle ihren Namen verdankt…
Was auf den ersten Blick als wildes Gewirr von Skulpturen erscheint, verwandelt sich durch die fachkundigen Erklärungen der Führer in biblische und weltliche Geschichten, die Sie bald schon in ihren Bann gezogen haben.
In der Drachenhöhle entstand auch das glagolitische Messbuch, das Sie im Klostermuseum bestaunen können.

Brac hat noch weitaus mehr zu bieten als diese kleine Auswahl an Sehenswürdigkeiten. Schwingen Sie sich auf ein Mountainbike und radeln Sie einfach drauflos. Sie werden staunen, was diese Inseln noch alles für Sie bereithält.

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