Top Reiseziele Inseln – Krk

20 Februar 2019 AUTOR:

Krk – vielseitige Insel mit herbem Charme

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Krk hat viele Gesichter. Von kargen kahlen Mondlandschaften bis zu üppig gedeihenden Feldern, Hainen und Wäldern überrascht die Insel mit wechselnden Stimmungen in ihrer abwechslungsreichen Natur. Das macht die „Goldene Insel“ für Urlauber ungemein attraktiv, was zu wahren Touristenströmen während der Sommermonate führt.

Mit einer Fläche von 410 Quadratkilometern ist Krk die größte Insel Kroatiens, wenngleich sie die Nachbarinsel Cres nur um die berühmte Nasenlänge übertrifft. Auch in puncto Infrastruktur nimmt es mit Krk so schnell keine weitere Insel auf: die Brücke zum Festland, ein Flugplatz und das dichte Straßennetz machen es den Gästen einfach, das Eiland zu erreichen und es nach Herzenslust zu erkunden.

Wandernde Völker und eine ganz besondere Schrift – eine Insel mit Vergangenheit

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Schon in der jüngeren Steinzeit gab es Siedler auf Krk, obwohl die Insel damals noch nicht durch eine Brücke mit dem Festland verbunden war. Auch die vorzeitlichen Liburner hinterließen die Relikte ihrer Wallburgen und Hügelgräber. Griechen und Römer folgten ihnen; von letzteren erhielten die Bewohner der Insel sogar das Bürgerrecht des Römischen Reichs.
Im Zuge der kroatischen Völkerwanderung verließen die Menschen ihre Städte wie beispielsweise Dubrovnik, Split und Trogir, die dadurch erheblich „schrumpften“, und ließen sich auf Krk nieder. Die „Tafel von Baska“, eine in Stein gehauene Schenkungsurkunde, zeugt von der Zeit der Staatsgründung um 1100. Auf Krk steht auch die Wiege der Glagoliza, der alten kroatischen Schrift, die von den hier ansässigen Frankopanenfürsten ebenso „behütet“ wurde wie die glagolitische Tradition in Lebensweise und Brauchtum.
Die Glagoliza ist eine im 9. Jahrhundert entstandene Schrift, die aus griechischen, slawischen und orientalischen Elementen besteht. Auf der Insel Krk werden Sie der Glagoliza häufig begegnen, die in Gestalt von Steinmetzarbeiten, Drucken und Handschriften überall präsent ist. Das im Jahr 1288 verfasste Gesetzbuch mit dem alten kroatischen Gewohnheitsrecht wurde „zweisprachig“ – in kroatischer Sprache und der Glagoliza niedergeschrieben.
Während das „übrige“ Dalmatien längst unter der Herrschaft von Venedig stand, behaupteten die Frankopanen noch lange ihre Unabhängigkeit, bis sie um 1480 heftig in Streit gerieten. Die Dogenrepublik nutzte die Gunst der Stunde und verleibte sich nun auch Krk ein. Ab diesem Zeitpunkt teilte Krk seine Historie mit den anderen Inseln der Kvarner Bucht.

Krk – eindrucksvolle Inselhauptstadt mit romantischem „Anhängsel“

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Die gleichnamige Hauptstadt von Krk macht auch heute noch unmissverständlich deutlich, wie wichtig die stark befestigte Seestadt einst war. Wuchtige Festungsanlagen mit dicken Mauern und zahlreichen Wehrtürmen schützten die Residenz der Fürsten von Krk viele Jahrhunderte lang vor Feinden aus aller Herren Länder. Schon in der Antike war die Stadt ein strategisch überaus bedeutendes Zentrum, und direkt vor den Toren von Krk tobte einst die gewaltige Seeschlacht zwischen Cäsar und seinem Widersacher Pompejus. Auch heute ist die Stadt in puncto Politik und Verwaltung der Mittelpunkt der Insel.
Ein Bummel durch die historische Altstadt von Krk ist genauso malerisch, wie man es von einer überwiegend mittelalterlich geprägten Stadt erwarten darf. Schmale Gassen, alte Natursteinhäuser, viele kleine Geschäfte und zahllose Cafés und Restaurants lassen keine Wünsche offen.
Besonders eindrucksvoll zeigt sich Krk in der Gestalt des mächtigen Kastells, das Sie bequem von der Uferpromenade aus erreichen und ganz sicher nicht verfehlen können, da es Ihnen einfach den Weg versperrt. Das gewaltige Bollwerk wurde vor etwa 800 Jahren zum Schutz des Hafens erbaut, und auf dem ältesten Turm der Festung wurde mit der Zahl 1191 der damalige Baubeginn des Gemäuers verewigt.
Interessant und sehenswert zugleich ist die Marienkathedrale, die im 5. und 6. Jahrhundert als Basilika auf den Fundamenten der römischen Thermen erbaut wurde. Nachdem das Gotteshaus im 12./13. Jahrhundert stark erweitert wurde, hat es den Anschein, als lehne es sich an die benachbarte Kirche Sv. Kvirin an. Sie müssen durch diese Kirche gehen, um durch einen Mauerdurchbruch in die Kathedrale zu gelangen, deren Inneres prachtvoll ausgestattet und geschmückt ist.
Der für eine Kirche recht ungewöhnliche Grundriss macht auch Sv. Kvirin zu einem lohnenswerten Anschauungsobjekt, zumal Sie ja keine weiten Wege haben, um zu diesem Gotteshaus zu gelangen, das Wand an Wand mit der Kathedrale steht.

Fromm und einst in mönchischer Abgeschiedenheit geht es auch auf der Klosterinsel Kosljun zu, die direkt vor den Toren der Hauptstadt liegt. Auf dem nur 6,5 Hektar großen Eiland gründeten die Benediktiner im 13. Jahrhundert ein Kloster, das etwa 200 Jahre später von Franziskanermönchen übernommen wurde. Auch heute leben und arbeiten noch einige Mönche auf der Insel. Das Klostermuseum mit seinen archäologischen und folkloristischen Exponaten ist einen Besuch wert.

Piratenschätze und steinerne Wegzeichen – weitere Attraktionen auf Krk

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Wenn Sie gerne auch mal unterirdisch unterwegs sein möchten, bietet die Biserujka-Höhle bei Rudine die besten Voraussetzungen für diese etwas ungewöhnliche Fortbewegungsart. Sie können sich einer Führung anschließen, um die inmitten duftender Macchia gelegene Höhle ausgiebig zu erkunden.
Zwölf Meter tief unter der Erde erwarten Sie skurril geformte Stalagmiten und Stalaktiten, die bereits schon vor 100 Jahren vor Ihnen bestaunt wurden, was Inschriften an den Felswänden bezeugen. Etwa 110 Meter weit können Sie in die Höhle vordringen, in der einst Piraten ihre Schätze versteckt hielten. Den Seeräubern werden Sie nicht mehr begegnen, vielleicht aber einem Exemplar des Alpioniscus christiani, einer nur hier beheimateten und sehr scheuen Krebsart.

Für eine Tour nach Baska sollten Sie den „Glagolitischen Weg“ wählen, wo Sie quasi im Vorbeigehen an die 33 Buchstaben des glagolitischen Alphabets herangeführt werden. Monumentale Steinskulpturen machen es einfach, sich die Buchstaben zu merken, zumindest können Sie sie nicht übersehen. Besonders eindrucksvoll ist die wie ein Obelisk oder eine umgedrehte Gabel geformte Skulptur des Buchstabens A, der auch in der Glagoliza das Alphabet anführt. Das große A ist derart dominant, dass es das ganze Tal beherrscht und schon von weitem deutlich zu erkennen ist.
Der Weg, auch Pfad genannt, beginnt nahe des Ortes Draga Bascanska etwa fünf Kilometer vor Baska und führt mehr oder minder kreuz und quer durch das Gelände. Besorgen Sie sich vorab eine Karte für diese Tour, damit Sie nicht vom rechten Weg abkommen…

Packen Sie die Gelegenheit beim Schopf, um Krk auf die wohl intensivste Art zu erkunden – zu Fuß mit Wanderschuhen und Rucksack. Gerade Baska ist ein idealer Ausgangsort für unvergessliche Touren, seien sie lang oder kurz, bequem oder anspruchsvoll. Herrliche Panoramablicke belohnen Sie für die Mühen. Achten Sie darauf, sich vor der Sonne zu schützen und nehmen Sie ausreichende Trinkvorräte und ein wenig Proviant mit. Dann kann es losgehen, denn die Insel Krk ist ein großartiges Terrain für abenteuerliche Entdeckungen in jedem Schwierigkeitsgrad.

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