Top Reiseziele Inseln – Pag

6 März 2019 AUTOR:

Insel Pag – blühende „Steinwiesen“, viele Schafe und Badevergnügen für Gesellige und Individualisten

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Pag zeigt sich karg und bunt zugleich. Auf den mondähnlichen Karstböden gedeiht zähe duftende Macchia, und sogar ein Wald und kleine Wäldchen sowie Wiesen und Felder gibt es auf dieser Insel, wo Ruhe und Beschaulichkeit noch großgeschrieben wird.

Die Insel Pag lockt ihre Besucher mit herben und mancherorts recht sparsam eingesetzten Reizen an. Doch ist es auch die Kargheit des mit Steinwüsten übersäten Eilands, das den Blick auf die genügsame und dennoch wunderschön blühende Pflanzenwelt richtet, die das Auge erfreut und den zahllosen Schafen sowie vielen anderen zum Teil selten gewordenen Tierarten Nahrung und Zuflucht bietet.

Käse, Salz und allerlei wildes Getier – die natürlichen Attraktionen dieser Insel

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Selbstverständlich kann auch Pag mit einer weit in die Vorzeit zurückreichende Vergangenheit aufwarten, denn auf diese Insel richteten viele Völker ihre begehrlichen Blicke. Nachdem die Liburner ihre Wallburgen auf dem Eiland errichtet hatten, konkurrierten Römer mit Illyrern um Pag. Die byzantinische Herrschaft wurde von den kroatischen Königen abgelöst, die wiederum Venedig weichen mussten. Österreich folgte auf dem Fuß – eine ganz „normale“ Historie also, wie sie in Kroatien gang und gäbe war.
Für die diversen Völker und Herrscher war ein Produkt dieser Insel von größter Bedeutung – das Salz. Es war beinahe kostbarer als Gold und wurde oft mit diesem wertvollen Edelmetall aufgewogen. Die Salzgewinnung spielte auf Pag von jeher eine große Rolle, woran sich bis heute nicht viel geändert hat.
Die größten der heiß begehrten und blutig umkämpften Salzgärten liegen hinter dem Hauptort Pag und wurden bereits 1215 urkundlich erwähnt. Erwarten Sie aber keine Gärten im eigentlichen Sinn, sondern große Becken, die früher mit festgestampftem Ton ausgekleidet wurden. Heute sind die Wasserbecken betoniert, doch am Prinzip der Salzgewinnung hat sich nichts geändert. Das salzhaltige Meerwasser wird in die Becken geleitet, und die unermüdlich scheinende Sonne lässt es verdunsten, so dass nur noch Sole übrig bleibt. Diese wird in Sudpfannen erhitzt und verdampft, bis sich Salzkristalle gebildet haben. Eigentlich wäre dieser Vorgang überflüssig, da sich aus der Sole auch durch Sonnenstrahlung Kristalle bilden. Früher war dies die gängige Salzgewinnung, doch das dauerte sehr viel länger als die heute übliche Methode.
Die Salzfabrik von Pag liefert das meiste Salz in Kroatien. Kleinere Anlagen gibt es noch in Nin und Ston.
Neben der Salzgewinnung sind die Pager Salinen auch für ihre heilenden Eigenschaften bekannt. Ein „Bad“ im stark schwefelhaltigen Salzschlamm soll Rheumakranken Linderung bei ihrem Leiden bringen. Auch bei Gelenkbeschwerden kann es hilfreich sein, den Körper in Schlamm zu packen und den salzigen Matsch geraume Zeit einwirken zu lassen.

Pag kann auch mit einer Delikatesse aufwarten, die zwar nach der Inselhauptstadt benannt ist, jedoch in deren Umland produziert wird. Der Pager Käse ist weit über die Insel hinaus berühmt und wird in einigen Variationen zubereitet. Die Grundlage für den Paski sir sind die salzhaltigen Kräuter, die den Schafen als Futter dienen und die Milch besonders würzig machen. Pager Käse gibt es als reinen Schafskäse, als hälftige Mischung von Schafs- und Kuhmilch oder als reinen Kuhmilchkäse.
Feinschmecker schwören auf den Schafskäse, der nur in der Zeit zwischen Februar und September produziert werden kann, da die wertvolle Schafsmilch nur in diesen Monaten verfügbar ist. Jeder Käse wird in aufwändiger Handarbeit hergestellt und reift mindestens drei Monate lang, bevor er zum Verzehr bereit ist. Paski sir schmeckt nicht nur auf der Insel gut, er eignet sich hervorragend als Mitbringsel, sollte jedoch vor der Heimreise gut verpackt werden…

Schafe werden Ihnen auf der Insel Pag zuhauf begegnen. Jedoch gibt es noch viele andere Tiere, die hier heimisch sind, sich aber nicht immer blicken lassen. So karg die steinige Landschaft auch ist, bietet sie dennoch gute Bedingungen für selten gewordene Tierarten, die hier ideale Lebensbedingungen finden. Zahllose niedrige Steinmäuerchen durchziehen die Insel, damit der stetig wehende Wind den spärlichen Humus nicht davonwehen kann. Die Insel wurde in den vergangenen Jahrhunderten fast kahlgeschlagen und es ist schwierig, neuen Baumbestand aufzuziehen.
Doch in der zähen Macchia mit Disteln, Thymian, Salbei und diversen Hartlaubgewächsen fühlen sich Fasane, Rebhühner ebenso wohl wie Nattern und Sandvipern. In den Schilfgebieten des Südens leben sogar Sumpfschildkröten und griechische Landschildkröten sowie Zikaden und Eidechsen. Auch Wasservögel tummeln sich hier, und hoch oben drehen Gänsegeier ihre scheinbar schwerelosen Kreise.

Party-Hotspots und Natur pur – die turbulenten und ruhigen Gesichter der Insel

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Natur und verschwiegene Badebuchten sind auf Pag ebenso begehrt wie die vor allem bei Jugendlichen und Junggebliebenen beliebten Strände, die durchaus auch als Partymeilen bezeichnet werden können. Vor allem im einst so beschaulichen Fischerdorf Novalja locken die Diskotheken und Clubs Nacht für Nacht das tanzwütige Publikum an den Strand, wo bis in die frühen Morgenstunden gefeiert wird. Und wenn die letzten Partygänger dann endlich ihre Quartiere aufsuchen, um wenigstens ein paar Stunden Schlaf zu bekommen, rücken die Putzkolonnen an, um den Strand in kurzer Zeit „blitzblank“ zu machen, bevor die ersten Badegäste in die Adria hüpfen wollen.
Auch in der von einem Kiefernwäldchen gesäumten Zcre-Bucht tobt am gleichnamigen Strand der Bär. Namhafte DJs kommen per Helikopter hier an und bringen die Luft zum Kochen. In den Morgen- und Mittagsstunden können Sie hier die Strandfreuden genießen, bevor es am Abend wieder hoch hergeht…

Völlig anders sieht es am anderen „Ende“ von Pag aus, wo der Tourismus zwar auch Einzug gehalten hat, jedoch sehr viel geräuscharmer und individueller als in der „Partyzone“ der Insel. Wenn Sie Pag beinahe naturbelassen erleben möchten, finden Sie im kleinen Ort Kosljun einige wildromantische Plätzchen. Ein Leuchtturm aus alten Tagen und ein vom Wind zerzaustes Kiefernwäldchen wirken durchaus stimmungsvoll, ebenso wie die Salzgärten, die grauen Natursteinhäuser und die Sumpfgebiete, in denen es summt, brummt und raschelt.
Nicht ganz so karg, doch ebenso friedlich geht es in Povljana zu, einem kleinen Ort, der ringsum vom Weingärten und fruchtbaren Gemüsefeldern umgeben wird. Von hier aus können Sie ausgedehnte Radtouren durch die schöne Landschaft unternehmen und in den zahlreichen mit Sand, Kies oder Fels bedeckten Badebuchten beinahe einsam dem Strandvergnügen frönen.
Eine alte Kapelle aus dem 11. Jahrhundert steht einsam und verlassen am Strand und lädt zum Innehalten und Meditieren ein. Von hier aus ist es fast nur ein Katzensprung hinüber nach Vir, denn nur ein Kanal trennt die beiden Inseln voneinander.
Und ganz am Inselende wird es dann völlig abgeschieden: in einem von Schilf fast komplett verborgenen Süßwassersee leben zahlreiche Wasservögel, die Sie von einem Hochstand aus beobachten können. Auf diesem Teil der Insel gibt es nur kleine Weiler, in denen wenige Menschen leben. Einige Dörfer sind nur während der Sommermonate bewohnt…

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