Top Reiseziele Istrien – Rovinj

31 Oktober 2018 AUTOR:

Rovinj – malerisches Städtchen mit venezianischem Flair

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Das Hafenstädtchen Rovinj könnte einem Werbeprospekt für das Mittelalter entsprungen sein: winkelige enge Gassen und Häuser, die sich eng aneinander schmiegen, lassen Bilder aus längst vergangenen Zeiten wieder lebendig werden. Hier finden Sie romantisches Altstadtflair, das mit lebendiger Geschäftigkeit erfüllt ist.

Rovinj ist ein beliebtes Urlaubsziel, das bei seinen Besuchern in puncto Gastfreundschaft keine Wünsche offen lässt. Die Kleinstadt mit ihren etwa 14.000 Einwohnern hat auch allerlei Sehenswürdigkeiten und Attraktionen zu bieten, die diesseits und jenseits des historischen Stadtzentrums aber auch auf den vorgelagerten Inseln zu finden sind.

Sveta Eufemija – Wahrzeichen und Schutzheilige von Rovinj

Church in Rovinj, Istria, Croatia
Sie werden weder einen Stadtplan benötigen, noch müssen Sie Einheimische nach dem Weg zum Wahrzeichen dieser Stadt fragen. Die Kirche der hl. Euphemia thront erhaben auf dem höchsten Platz von Rovinj und überragt jedes Haus mühelos. Damit nicht genug, ragt auch der Glockenturm der Barockkirche mit seinen 63 Metern hoch hinauf in den Himmel und darf sich rühmen, der höchste Turm von Istrien zu sein. Es gibt allerdings Meinungen, wonach der Glockenturm von Vodnjan ein klein wenig höher sein soll, doch wird dieser Umstand von den Stadtbewohnern mit einem Schulterzucken abgetan… Es ist übrigens kein Zufall, dass dieser Campanile dem Markusturm in Venedig zum Verwechseln ähnelt. Damals gehörte es zum guten Ton, die venezianische Baukunst zu kopieren.
Das Gotteshaus von Rovinj wird oft mit der berühmten Kirche Sacré-Coeur in Paris verglichen, und weil es so schön passt, bezeichnet man auch den Platz und die direkte Umgebung von Sv. Eufemija als den Montmartre von Istrien.
Die Schutzheilige von Rovinj wurde in der eigens zu ihren Ehren erbauten Kirche zur letzten Ruhe gebettet, nachdem ihre sterblichen Überreste eine wahre Odyssee auf sich nehmen mussten, bevor sie in dieser Stadt eine neue Heimat fanden. Es ist kaum wahrscheinlich, dass die Heilige vollständig und unversehrt in ihrem Sarkophag ruht, denn im Mittelalter war es üblich, einzelne Knochen zu entnehmen, die als Reliquien in Kirchen und Klöster gegeben wurden. Auch soll die letzte Reise Euphemias in ihrem Sarg etwas abenteuerlich gewesen sein, denn der bleischwere Marmorsarkophag wurde am Morgen des 13. August 800 vor Rovinj an Land gespült. Und schon hatte die Stadt eine eigene Schutzheilige, der man flugs diese Kirche errichtete.
Die hl. Euphemia ist auch für Seefahrer schon aus der Ferne gut sichtbar, denn sie ziert die Spitze des Glockenturms und zeigt dabei den Fischern auch gleich die Richtung an, aus der die Winde wehen. Die erste „Wetterfahne“ der Heiligen wurde aus Holz gefertigt und erlag einem Blitzschlag. Danach schufen zwei Schmiede eine Figur aus Kupfer, die heute noch den Campanile schmückt und sich munter im Wind dreht.

Von Schornsteinen, Gassen und Museen – historische Highlights im Herzen der Stadt

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Während die Kirche der hl. Euphemia das Wahrzeichen von Rovinj darstellt, sind die zahlreichen Schornsteine auf den roten Ziegeldächern der Häuser die Besonderheit der Stadt. Schon im Mittelalter waren die wohlhabenden Bürger eifrig damit beschäftigt, ihren Reichtum wirkungsvoll zur Schau zu stellen. Dabei schuf man nicht etwa kunstvoll verzierte Fassaden, sondern nahm sich die Dächer der Häuser vor. Je reicher der Hausbesitzer, umso kunstvoller wuchsen die Schlote aus den Dächern. Jedes Haus hatte seine individuell gefertigten Schonsteine, so dass die jeweiligen Besitzer schon von weitem ihre Anwesen an der Beschaffenheit der Schlote erkennen konnten.
Zur Blütezeit der Stadt reckten sich einst mehr als tausend Schornsteine stolz in den Himmel. Davon fielen sehr viele dem Zahn der Zeit zum Opfer, doch auch heute können Sie noch eine interessante Schornsteinschau betreiben.

Nicht in luftiger Höhe sondern eher erdverbunden schlängeln sich die schmalen verwinkelten Gassen durch die Altstadt und laden zum Bummeln und Staunen ein. Einem Naturgesetz zufolge münden auch die engsten Gässchen irgendwann auf einen weiten Platz, der von prächtigen Barockgebäuden umrahmt wird und ebenfalls viele Gelegenheiten zum Verweilen, Schauen und Fotografieren bietet. So auch der Trg M. Tita, wo das prunkvolle Balbi-Tor mit seinen geflügelten venezianischen Löwen die Hauptrolle spielt.
Nicht minder eindrucksvoll präsentiert sich das alte Rathaus, das über und über mit den Wappen der alten Familien dieser Stadt geschmückt ist. Ein beliebter Treffpunkt und ein allseits begehrtes Fotomotiv ist auch der rote Uhrturm, der zu früheren Zeiten als Südturm der Stadtmauer fungierte. Auch er stammt wie viele andere Gebäude aus dem 12. Jahrhundert und wurde im Laufe der Zeit mehrmals umgebaut und für verschiedene Zwecke verwendet. So musste er auch als Gefängnis herhalten, doch heute ist er einfach nur schön, und das nicht zuletzt wegen der überall präsenten Löwen, die auch seine Mauern schmücken.

Auch an Museen mangelt es in diesem malerischen Städtchen nicht. Sehr zu empfehlen ist das Heimatmuseum nahe des Trg M. Tita, das im Barockpalast der Familie Califfi untergebracht ist. Hier können Sie die Geschichte von Rovinj von ihren antiken Anfängen bis in die jüngere Vergangenheit verfolgen. Die archäologischen und ethnologischen Sammlungen sind ebenso sehenswert wie die häufig wechselnden Ausstellungen moderner und zeitgenössischer Kunstwerke.
Meeresfreunde werden im Aquarium des Instituts für Meeresforschung interessante Einblicke in die Unterwasserwelt der Adria erhalten, ohne sich dabei selbst ins Wasser und in die Tiefe begeben zu müssen.
Außerhalb der Altstadt, auf einem Hügel haben Franziskaner zu Beginn des 18. Jahrhunderts ein Kloster errichtet, das seinen Besuchern eine bedeutende Sammlung alter Bücher und kostbarer sakraler Geräte zum Bewundern darbietet.

Einmal Paradies und zurück – die Badeinseln vor Rovinj

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Nach so vielen Spaziergängen und Erkundungstouren durch und um die Stadt haben Sie sich eine kleine Erholung nebst Erfrischung verdient. Dazu müssen Sie nur ein Boot besteigen und nach einer etwa fünfzehn Minuten währenden Fahrt auf der Insel Sv. Adrija aussteigen, die früher den Namen Crveni otok, also Rote Insel getragen hat. Sie können hier sogar wohnen, denn das Schloss eines reichen und die Einsamkeit suchenden Adligen wurde zum Hotel umgebaut, das schon viele illustre Gäste beherbergt hat. Aber es genügt vollkommen, wenn Sie „nur“ einen Badeaufenthalt absolvieren, um dann wieder nach Rovinj zurückzukehren.
Schön ist auch ein Abstecher zur Paradiesinsel Sv. Katarina, auf die sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts ebenfalls ein Adliger flüchtete, um ein wenig Abstand von den Skandalen und Affären zu bekommen, die sich um seine Person rankten. Der Graf machte aus dem kleinen Eiland ein wahrhaftiges Paradies, für das er sogar Erde heranschaffen ließ, um seinen ganz persönlichen Garten Eden anlegen zu lassen.
Die Insel war bis zum Ersten Weltkrieg ein Tummelplatz der damaligen Reichen und Schönen. Dann verfiel der Glanz zusehends, bis das Schloss und seine Anlagen zur Jahrtausendwende wieder aufgemöbelt wurden. Sie können hier ebenfalls wohnen und es sich gutgehen lassen, oder nach einigen Stunden aufs Festland zurückfahren…

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