Top Reiseziele Istrien – Novigrad

14 November 2018 AUTOR:

Novigrad – historisches Städtchen mit anheimelnder Atmosphäre

Novigrad
Eine schöne mittelalterlich anmutende Altstadt mit erstaunlich vielen Kirchen, der malerische Hafen und das gemütliche Flair auf den Plätzen und in den Gassen machen Novigrad zum beliebten Reiseziel für Istrien-Kenner, die den Charme und die Gastfreundschaft dieses Ortes zu schätzen wissen.

Novigrad liegt überaus idyllisch auf einer Halbinsel, die es in dieser Form erst seit dem 18. Jahrhundert gibt. Die Stadt hat allerlei vorzuweisen und entzückt ihre Besucher vor allem mit ihrer unaufdringlichen Anmut, die in den schmalen Gässchen, den schattigen Parks sowie den lauschigen Plätzchen und Winkeln überall in der Altstadt allgegenwärtig ist. Dem gesellt sich der alte Hafen hinzu, wo die Boote windgeschützt im Wasser dümpeln und man sich in das alte Fischerdorf aus alten Zeiten hineinversetzt fühlt.

Die Neue Stadt im Wandel turbulenter Zeiten – Novigrad einst und jetzt

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Den Namen „Neustadt“ oder die „Neue Stadt“ hat sich Novigrad die vielen Jahrhunderte hindurch bewahrt, seit sie von griechischen Siedlern „Neopolis“ und später von den Römern „Civitas Novum“ genannt wurde. Auch die spätere italienische Bezeichnung „Cittanova“ änderte nichts an der Bedeutung des Namens.
Zu historischer Geltung gelangte Novigrad im Jahr 524, als der Ort zum Bischofssitz erhoben wurde, was er bis 1831 blieb. Richtig gut ging es der Stadt unter byzantinischer Herrschaft, was sich jedoch in der Zeit, als die Karolinger das Sagen hatten, genau ins Gegenteil umkehrte: Knechtschaft, Unterdrückung und Ausbeutung war zu dieser Zeit an der Tagesordnung, so dass Novigrad schließlich im 12. Jahrhundert um Schutz bei der mächtigen Dogenstadt Venedig nachsuchte. Das ließ sich Venedig teuer bezahlen, nämlich mit dem hochwerten und kostbaren Olivenöl, das in und um Novigrad gewonnen wurde.
Die Zeiten waren rau, kriegerisch und von vielen Pestepidemien geprägt. Die Lage der Stadt an der Mirna brachte ihr auch die Malaria ein, die im Sumpfland des Mündungsgebietes dieses Flusses prächtig gedeihen konnte. Später machten Überfälle der Uskoken der Stadt zu schaffen, denen sich eine weitere Pestwelle anschloss. Damit nicht genug, fielen auch die Türken im 17. Jahrhundert über Novigrad her, so dass nur noch ein paar Hundert Bewohner in der Stadt lebten, und dies unter völlig verarmten und elenden Umständen.
Als die Venezianer im 18. Jahrhundert die damalige Insel mit dem Festland verbanden, setzte eine Art vorsichtiger Aufschwung ein, der zumindest die Großgrundbesitzer und Händler zu Wohlstand kommen ließ.

Kirchen, Adelspaläste und ein malerischer Hafen – die Sehenswürdigkeiten von Novigrad

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Das Städtchen ist nicht groß, doch mindestens vier namhafte Kirchen lassen ahnen, wie wichtig den Bewohnern von Novigrad die sakrale Prachtentfaltung war. Eine Besonderheit ist beispielsweise die Pfarrkirche, die nach dem hl. Pelagius benannt wurde, dem Schutzheiligen der Stadt. Doch die gewaltige dreischiffige Basilika begnügt sich keineswegs damit, den Namen des Heiligen zu tragen, der einst den Märtyrertod gestorben ist. Ein zweiter und dritter Name musste her, und so wurde die Kirche auch der hl. Maria und dem hl. Maximus geweiht. Diese „Dreifaltigkeit des Namens“ wird übrigens sehr schön auf dem Gemälde eines unbekannten Meisters aus dem 16. Jahrhundert verdeutlicht, das den bezeichnenden Namen „Die Muttergottes mit den Heiligen Maximus und Pelagius“ trägt.
Ebenso bemerkenswert ist das Bildnis „Hl. Karl, hl. Lucia und hl. Anton“ von Carlo Alvise Fabris, das um 1776 entstanden ist und auch drei Heilige „auf einen Schlag“ konterfeit.
Sehenswert ist auch die Krypta, die wie die Kirche auch dreischiffig angelegt ist und von einem monumentalen Kreuzgewölbe gekrönt wird. Sie wurde eigens dafür geschaffen, den Sarkophag mit den wenigen sterblichen Überresten der Heiligen Maximus und Pelagius zu beherbergen. Auch fand man hier bei Ausgrabungen vorromanische und sogar römische Steinmetzarbeiten, die den interessierten Besuchern zum Bestaunen dargeboten werden.
Gleich neben dem Gotteshaus erhebt sich der 1883 errichtete Glockenturm, der wie so viele seiner Art nach dem Vorbild des venezianischen Markusturms erbaut wurde und ihm demzufolge sehr ähnlich sieht.
So wird auch der Kirchplatz trotz seines Namens Veliki trg von den Einheimischen heute noch Markusplatz genannt. Hier spielt sich vor allem im Sommer viel öffentliches Leben ab, bei dem auch die Kultur nicht zu kurz kommt. Auf diesem Platz steht eine Art Glaspalast, der die Schätze des Lapidariums in seinem durchscheinenden Inneren birgt. Sie können alte Steinkunst aus der Antike bis zum Spätmittelalter bewundern, die Ihnen in Gestalt von Altarplatten, Kapitellen, Wappen und sogar Fenstersimsen und Türschwellen zur Besichtigung angeboten werden.
Ein kleiner Park, in dessen Zentrum ein einfacher Steinsarkophag steht, lädt zu einer Pause ein. Neben angenehmem Schatten bietet dieser Ort auch einen großartigen Ausblick hinaus aufs Meer.

Prächtige Gebäude, wie beispielsweise der Stadtpalast der Grafen Rigo, umrahmen den Kirchplatz und laden außerdem zu einem Rundgang durch die darin beheimatete Galerie ein. Wechselnde Ausstellungen mit Werken von überwiegend jungen Künstlern locken während der Sommersaison zahlreiches Publikum in das altehrwürdige Gemäuer.

Der Bummel durch die Altstadt von Novigrad führt Sie auch zu dem sehr gediegenen Hotel Cittar, das sich in der alten Stadtmauer beinahe zu verstecken scheint. Nebenan können Sie im Privatmuseum Gallerion des Fotografen Sergio Gobbo die eindrucksvolle Ausstellung über die einstige k. u. k-Kriegsmarine bestaunen.
Wenige Schritte weiter lädt die Kirche der hl. Muttergottes von Karmel zu Einkehr und Ruhe ein. Sie gehörte zu dem nebenan gelegenen Kloster, das erst Dominikanern, dann Augustinern und schließlich Franziskanern Obdach und Heimat bot.
Versäumen Sie nicht, auch in die Kirchen der hl. Agatha und des hl. Anton jeweils einen Blick zu werfen, die beide noch weitestgehend über ihre frühmittelalterlichen Reize verfügen.
Nun ist endgültig eine längere Rast und gründliche Erholung geboten, die Ihnen am alten Hafen in wahrlich malerischer Idylle gewährt wird: hier liegen die Fischerboote vor Anker und wiegen sich in der leichten Meeresbrise. Fischrestaurants laden zu fangfrischen Köstlichkeiten ein, oder Sie sitzen einfach nur auf einer Bank und schauen den Segelschiffen beim Manövrieren zu. Wenn Sie zu den Frühaufstehern gehören, können Sie gleich am Morgen die Fischer bei der Rückkehr von der Arbeit beobachten und direkt vom Boot die maritimen Leckerbissen kaufen. Spektakulär ist auch der Sonnenuntergang hier am Meer – mit einem schönen Glas Wein können Sie dem eben noch so heiß vom Himmel herabscheinenden Gestirn dabei zuschauen, wie es rotglühend im Meer versinkt.

Nutzen Sie auch die Gelegenheit, um mit dem Fahrrad oder Mountainbike ausgedehnte Touren entlang der Küste und durch das vom Weinbau beherrschte Hinterland zu machen. Die Strecken sind gut ausgeschildert und lassen sich auch in mehreren Etappen gut bewältigen.

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