Top Reiseziele Istrien – Porec

7 November 2018 AUTOR:

Porec – bezaubernde Küstenstadt mit einzigartiger Architektur

Porec
Die alte Stadt Porec ist ein ganz besonderes Highlight an der Westküste Istriens und zugleich das größte Touristenzentrum von ganz Kroatien. Porec entzückt seine Besucher mit der malerischen Altstadt, die mit bedeutenden architektonischen Werken aus der späten Antike und der byzantinischen Baukunst aufwarten kann.

Falls Sie noch von der über Rovinj thronenden Kirche der hl. Euphemia beeindruckt sein sollten, werden Sie in Porec aus dem Staunen nicht mehr herauskommen. Auch in dieser Stadt ist eine monumentale Basilika das Wahrzeichen, für dessen Erkundung Sie keinerlei Stadtplan benötigen. Das byzantinische Gotteshaus ist allgegenwärtig und wird von der romantischen Altstadt ebenso anmutig wie wirkungsvoll umrahmt.

Von Römern, Märtyrern und mutigen Bischöfen – die facettenreiche Geschichte von Porec

Euphrasius-Basilika in Porec
So richtig auf sich aufmerksam machte Porec als blühendes römisches Gemeinwesen mit dem Namen Colonia Julia Parentium. Doch erste Siedler waren bereits im Neolithikum „vor Ort“, was archäologische Funde aus der Zeit von 4000 bis 1800 v. Chr. belegen. Etwa 800 v. Chr. legten Illyrer den ersten geschützten Hafen an und betrieben einen erfolgreichen Handel mit Süditalien, bis die Römer im Jahr 177 v. Chr. das benachbarte Pula und einige Jahrzehnte später ganz Istrien eroberten.
Seine Lage am Meer machte Parentium zu einem wichtigen römischen Stützpunkt, so dass das antike Porec nicht zuletzt als großes Heereslager wuchs und gedieh. Auch das Christentum fasste früh Fuß, wenngleich die ersten Christen ihre Religion lange noch im Verborgenen ausüben mussten. Die ersten Bischöfe starben als Märtyrer und wurden von den Gläubigen zu Heiligen erhoben. Erst nachdem Kaiser Konstantin im Jahr 313 das Toleranzedikt erließ, nahmen die Christenverfolgungen ein Ende. Mit dem Wachsen der Gemeinden begann auch eine rege Bautätigkeit sakraler Gebäude, und auch die berühmte Euphrasius-Basilika entstand schon im 4. Jahrhundert, wenngleich sie damals noch eine schlichte Kirche war, die erst etwa 150 Jahre später auf Betreiben von Bischof Euphrasius prunkvoll erweitert wurde.
Die Völkerwanderung und die Teilung des Römischen Reiches setzten Porec mächtig zu, dazu kamen die wiederholten Piratenangriffe, aus denen die Stadt jeweils geschwächt hervorging. So war der einst so mächtige Bischofssitz zur leichten Beute von Venedig geworden, das sich Porec als erste Stadt Istriens einverleibte. Überfälle der Genuesen, Türken und Uskoken sowie Pestepidemien taten ein Übriges, um die Stadt an den Rand des Ruins zu bringen. Erst während der österreichischen Herrschaft erholte sich Porec, das nun zur Hauptstadt Istriens avancierte.

Die Euphrasius-Basilika – spätantikes Gotteshaus als kirchliches Statussymbol

Euphrasius-Basilika in Porec
Schon in den Zeiten des frühen Christentums wurden beträchtliche Summen und jede Menge Arbeit in den Bau monumentaler Kirchen investiert. So ließ auch Bischof Euphrasius eine Basilika errichten, deren Bau gewaltige Summen verschlang und jahrzehntelang Brot und Arbeit für Handwerker und Künstler bot. Etwa 550 wurde mit dem anspruchsvollen Projekt begonnen, das Porec zehn lange Jahre lang in eine einzige riesige Großbaustelle verwandelte.
Wie sehr dem Bischof der Kirchenbau am Herzen lag, zeigte sich darin, dass er nicht nur als Bauherr fungierte, sondern gar als Baumeister höchstpersönlich das Kommando über den Baufortschritt der Basilika führte. Er muss es wohl auch gekonnt haben, denn der Erfolg gab ihm Recht. Erstaunlich war übrigens auch, dass die zahlreichen Verwüstungen, die Porec im Laufe der Jahrhunderte heimsuchten, vor der Kathedrale Halt zu machen schienen. Die Kirche blieb unbeschädigt, was man dem Schutz des heiligen Maurus zuschrieb, der von den Bewohnern der Stadt seit jeher verehrt wurde.
Die Euphrasius Basilika ist von außen und von innen eine Augenweide. Während Sie schon auf dem Weg zur Kirche die Schönheit des in Griechenland gewonnenen Marmara-Marmors bewundern können, erstrahlt das Innere der Kathedrale in unzähligen farbenfrohen Mosaiksteinchen, die von einem alles beherrschenden warm glänzenden Goldschimmer wirkungsvoll in Szene gesetzt werden. Hier wurde an nichts gespart, und nur kostbarste Materialien wie Marmor, Gold und Perlmutt wurden zur Verschönerung des Innenraums der Basilika verwendet.
Leider erfuhr die Kirche auch einige „Verschönerungen“, die das Gotteshaus im Stil der Renaissance und des Barocks umgestalteten. Auch ein Erdbeben machte der Basilika schwer zu schaffen. Im 20. Jahrhundert besann man sich endlich darauf, die Kathedrale wieder so zu gestalten wie sie einst von ihrem Gründer geschaffen wurde. Jetzt präsentiert sich die Kirche wieder in ihrem prachtvollen byzantinischen Erscheinungsbild und bezaubert Gläubige und Besucher mit ihrer einzigartigen spätantiken Ausstrahlung.

Tempel, barocke Paläste und Wehrtürme – Attraktionen aus verschiedenen Epochen

Porec
Bei einem Bummel durch die Altstadt von Porec spazieren Sie auch ein wenig durch die wechselvollen Zeitläufte der Stadt. Noch lange vor der Entstehung der Basilika schmückten bereits prachtvolle Tempel das Zentrum der damaligen römischen Kolonie. Davon ist nicht mehr allzu viel übrig geblieben, doch zwei Tempelfragmente lassen durchaus noch erahnen, wie das antike Forum in etwa ausgesehen haben mag. Die Ruinen der Tempel für den kriegerischen Mars und den Meeresgott Neptun können Sie am ältesten Platz der Stadt bewundern, dem Trg Marafor, wo sich einst das römische Forum befunden hat.
Von der Antike gelangen Sie übergangslos in die Romanik und weiter zur Gotik, denen sich die Renaissance und das Barock anschließt. Sie brauchen dazu nur durch die Gassen zu schlendern und die wunderschönen romanischen und gotischen Fassaden der Gebäude zu bewundern, die dann immer opulenter ausfallen, da Sie nun vor Palästen aus der Renaissance und dem Hochbarock stehen. In einem wunderschönen Barockpalast befindet sich auch das Heimatmuseum der Porestina, das als ältestes Museum in ganz Istrien gilt.
Auch die alten Türme der ehemaligen Stadtmauer wirken noch überaus beeindruckend, auch wenn sie heute nicht mehr zur Befestigung und Verteidigung von Porec dienen. Der Rote Turm und der Fünfeckturm stammen beide aus dem 15. Jahrhundert und werden heute ganz friedlich als Cafés, Bars und Restaurants genutzt.
Große und kleine Besucher sind von einem Abstecher ins Aquarium begeistert, wo sich in insgesamt 24 Wasserbecken allerlei Meeresgetier aus der Adria tummelt. Die Wasserbewohner können ganz aus der Nähe beobachtet werden, nur das mit dem Streicheln funktioniert nicht ganz so gut …

Ein schönes Ausflugsziel ist die kleine Insel Sveti Nikola, auf der Sie den ältesten Leuchtturm Istriens bewundern können. Zwar ist der im Jahr 1403 erbaute Turm nicht mehr ganz vollständig, doch ein Abenteuer ist es allemal, und mit ein klein wenig Phantasie kann man sich vorstellen, wie von hier aus einst nach feindlichen Seefahrern Ausschau gehalten wurde.

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