Von Omis zurück zur Quelle – der bewegte „Lebenslauf“ des Flusses Cetina

13 Dezember 2016 AUTOR:

72d71c3e1a75301c5a2942cd172af179_LDie Cetina ist sehr viel mehr als nur ein Fluss, der von seiner Quelle bis zum Meer strebt. Die muntere, sich vielfach schlängelnde und zuweilen recht launische Cetina ist ein wichtiger Wasserlieferant für Menschen, Tiere und Pflanzen ihrer näheren und weiteren Umgebung. Außerdem liefert der Fluss genügend Energie, um gleich mehrere Kraftwerke zu „befeuern“.

Als gemächlich seiner Wege dahinfließenden Fluss kann man die Cetina beim besten Willen nicht beschreiben. Tatsächlich fließt dieses Gewässer auf seinem mehr als hundert Kilometer langen Weg von der Quelle bis zur Mündung erst kurz vor seiner Vereinigung mit der Adria einigermaßen beschaulich und fast schon behäbig ins große Meer. Dazwischen zeigt sich der Fluss von seiner ungestümen und sogar wilden Seite.

In Omis ist alles vorbei – die Geschichte beginnt am Ende

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Es ist zwar etwas ungewöhnlich, mit der Beschreibung eines Flusses an dessen Mündung zu beginnen, doch wollen wir Ihnen damit die Abwechslungen, mit denen dieses Gewässer in seinem Verlauf aufwarten kann, noch kontrastreicher präsentieren. Die letzten Kilometer vor der Adria benimmt sich die Cetina ungewohnt zahm. So können Sie Ihre gesamte Aufmerksamkeit auf die Stadt Omis lenken, die einst als Zentrum dalmatinischer Seeräuber von sich reden machte. Diese Zeiten sind natürlich längst vorbei, und heute ist Omis als Treffpunkt für Aktivsportler bekannt, die sich je nach Mut und Kondition mehr oder weniger gewagte Kajak- und Raftingtouren auf der Cetina zum Ziel gesetzt haben.
Die Bewohner von Omis verdanken ihren Wohlstand diesem Fluss, denn er war der einzige Zugang zum fruchtbaren Hinterland. Heute lockt die Cetina zahlreiche Touristen und Sportler an, die sich in rasanter Fahrt flussabwärts begeben oder an den Felsen rechts und links der Cetina ihre Kletterkünste unter Beweis stellen möchten.
Die malerische mittelalterliche Altstadt wird von zwei mächtigen Festungen dominiert, deren Höhenlage grandiose Ausblicke auf die Stadt und das Meer tief unten bieten. Bummeln Sie durch Omis und gönnen Sie sich eine beschauliche Bootsfahrt auf der ruhigen Cetina, bei der lediglich der vom Meer herüberwehende Wind gelegentlich zu kleinen Turbulenzen führen kann. Genießen Sie die beschauliche Stimmung des zu Ende gehenden Flusslaufs, denn nun wird es abenteuerlich, denn wir begeben uns bergauf ins Gebirge zur Quelle der Cetina.

Mehrere Quellen für einen unruhigen Fluss – Ursprung und Werdegang der Cetina

Cetina
Die Quelle der Cetina liegt rund 100 Kilometer von der Adria entfernt im Nordwesten des Dinarischen Gebirges auf etwa 385 Metern Höhe nahe des kleinen Dorfes Cetina. Schaut man jedoch genauer hin, verdankt die Cetina ihre Existenz gleich acht Quellen, von denen die größte der 130 Meter tiefe See Glavasevo ist. Ganz in der Nähe des Sees liegt die Höhle Gospodska pecina, die im Laufe der Zeit zahlreichen Menschen Lebensraum und Zuflucht geboten hat.
Acht Quellen versorgen den Fluss mit einer immensen Menge an Wasser, denn das Karstgestein lässt die Zuflüsse sowohl durch kleine Nebenflüsschen als auch unterirdisch in die Cetina gelangen, die bald schon den Perucko jezero erreicht, der etwa 25 Kilometer von der größten Quelle entfernt von Menschenhand geschaffen wurde, um das ungebärdige Gewässer ein wenig zu beruhigen.
Auch die Namensgebung des Flusses ist nicht ganz eindeutig zu bestimmen. Einer Meinung zufolge stammt der Name von den ersten Kroaten, die dabei den polnischen Fluss Cetyini vor Augen hatten. Dann existiert die Variante, dass die sehr viel älteren Dalmater den Fluss erst Ketona und dann Cetina genannt haben sollen. Sicher ist jedenfalls, dass die Cetina in den vielen tausend Jahren ihres Daseins ihre unverwechselbaren Spuren im Karstgestein hinterlassen hat. Dies zeigt sich schon im Oberlauf des Flusses, der von kleinen Schluchten und vielen Katarakten geprägt wird und für Wildwasserfahrer einige Herausforderungen darstellt. Doch dazu muss die Cetina genügend Wasser mit sich führen, was in Regenzeiten und im Frühjahr der Fall ist, weil der Fluss auch noch ein Wasserkraftwerk speisen muss. Kenner der Rafting-Szene kennen sich da bestens aus und beobachten Wetterberichte und Wasserstand sehr aufmerksam.
Auf der Höhe von Sinj hat sich die Cetina wieder beruhigt und ein breites Sumpfgebiet in ihrem Mittellauf gebildet. Dann fließt sie am Mosor-Gebirge entlang und weiter in Richtung Trilj. Von diesem Ort ab bis etwa nach Zadvarje bahnt sich die Cetina durch weiches Kalkgestein und umfließt das Mosor-Gebirge in einer großzügigen Umarmung. Dieser Abschnitt ist bei Kajak- und Rafting-Fans sehr beliebt, denn er bietet so ziemlich alles an Herausforderungen und Schwierigkeitsgraden, die man sich wünschen kann. Die teilweise recht gefährliche Strecke sollte daher nur von Könnern befahren werden, während das Zuschauen vom Ufer aus keinerlei Risiken in sich birgt.

Die berühmte Schlucht der Cetina wirkt von oben besonders spektakulär. Der Blick hinab in den Canyon, durch den die Wassermassen toben, schäumen und wirbeln, lässt durchaus einen gewissen Respekt vor dem Element Wasser aufkommen. Es versteht sich von selbst, dass diese grandiose Naturkulisse für die unvergesslichen Winnetou-Filme aus den 1960er Jahren geradezu prädestiniert war. Doch darauf werden in einem gesonderten Beitrag noch zurückkommen.
So allmählich sucht sich der Fluss einen Weg ins Meer und stürzt sich dabei bei Zadvarje in zwei rauschenden Wasserfällen bergabwärts. Der Wasserfall Velika Grbavica ist fast 50 Meter hoch und entsprechend atemberaubend ist das Spektakel, das die Cetina beim Absturz veranstaltet. Dagegen erscheint der nur sieben Meter hohe Mala Gubavica wie ein schwaches Abbild des großen Bruders. Doch lassen Sie sich nicht täuschen, denn auch hier gebärdet sich der Fluss überaus beeindruckend.
Erklimmen Sie die Festung Nutjak und schauen Sie sich das wunderschöne Tal der Cetina aus der Vogelperspektive an – Sie könnten stundenlang so stehen und staunen!
Nachdem sich die Cetina von der Hochebene in tiefere Gefilde gestürzt hat, fließt sie durch eine weiche und sandige Landschaft weiter in Richtung Omis, dem Ausgangspunkt unserer Reise. Doch in den letzten Kilometern vor der Mündung muss das wilde Wasser noch durch enge Täler und Schluchten hindurch, bis es kurz vor dem Meer dann endgültig zur Ruhe kommt.

Es ist gerade diese letzte Etappe der Cetina, die besonders wildromantisch und malerisch ist. Die wunderschöne Landschaft steht unter Naturschutz und lockt zahlreiche Besucher und Sportler an. An den Wochenenden kann es an den Ufern des Flusses durchaus eng werden, da es auch viele Städter hinaus ans ungestüme Wasser der Cetina zieht.
Bald schon zeigen wir Ihnen, wo es an diesem Fluss am schönsten und auch am wildesten ist…

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