Wissenswertes über Kroatien – Der Dalmatiner

5 September 2018 AUTOR:

Weißes Fell mit schwarzen Tupfen – der Dalmatiner

Dalmatiner
Er ist der Familienhund wie man ihn sich wünscht: treu, kinderlieb, gesellig, verspielt und zu jeder Zeit zu allem bereit. Zwar driften die Meinungen über seine Herkunft ein wenig auseinander, doch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Wiege dieser einzigartigen Hunderasse in Dalmatien stand, sehr groß.

Spätestens seit dem Disney-Kultfilm „101 Dalmatiner“ dürfte die Hunderasse mit ihrem markanten Fell selbst bei kleinen Kinobesuchern in aller Munde sein. Die recht großen Hunde sind mit ihrem glänzend weißen Fell, das von mehr oder minder vielen großen und kleinen schwarzen Punkten durchsetzt ist, eine echte Augenweide. Selbst in größeren Rudeln wild durcheinander gemischter Hunde fallen die Dalmatiner sofort auf. Ein gelungenes Outfit ist eben alles, das wussten diese Tiere wohl schon seit Anbeginn ihrer Existenz…

Die Herkunft des Dalmatiners verbirgt sich ein wenig im diffusen Nebel der Vergangenheit. So gibt es mehr als 4000 Jahre alte Malereien, die Hunde mit weißem Fell und schwarzen Tupfen auf Darstellungen zusammen mit ägyptischen Königen zeigen. Die Hunde sind sogar auf Pharaonengräbern abgebildet, was zumindest Rückschlüsse auf das beinahe biblische Alter dieser Hunderasse zulässt.
Einer weiteren Theorie zufolge kamen die Hunde vor vielen Tausend Jahren ursprünglich aus Indien und fanden ihren Weg nach Ägypten, wo sie wie erwähnt auf Gräbern verewigt wurden. Sie setzten ihre Reise ins antike Rom fort – auch hier gibt es Wandmalereien mit den gepunkteten Hunden -, um dann irgendwann mit der ersten Pfote Dalmatien zu betreten. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass die Hunde als Begleiter von Seefahrern auf deren Schiffen in dieser kroatischen Region anlandeten und dort heimisch wurden.
Wahrscheinlich waren es auch Seeleute, die Dalmatiner auch in andere Länder brachten. So ist es sicher, dass Dalmatiner schon im Mittelalter in Europa beheimatet waren. Gegen Ende dieser Epoche hielten sich viele Adlige Dalmatiner; vor allem in England war diese Hunderasse über lange Zeit hinweg geradezu in Mode. Ausgesprochene Jagdhunde waren sie nicht, obwohl Dalmatiner sehr leistungsfähig und ausdauernd sind. Langstrecken werden von den Tieren mühelos bewältigt, entsprechendes Training vorausgesetzt. Chroniken und Gemälde belegen, dass die getüpfelten Hunde seit dem 16. Jahrhundert als Begleiter von Kutschen voraus oder nebenher rannten, um die Menschen auf den Wegen vor dem Nahen des meist mit adligen Passagieren besetzten Gefährts zu warnen.
Im 19. Jahrhundert schafften es die Dalmatiner gar über den großen Teich, wo sie einer ähnlichen Tätigkeit nachgingen. Die „Gepunkteten“ fanden eine Anstellung bei der Feuerwehr. Sie fuhren auf dem Löschwagen mit oder liefen dem Gefährt bei dichtem Gedrängel auf den Straßen voraus und bellten. Die Hunde wurden die „bellenden Sirenen“ der Feuerwehrkutschen genannt.

Woher kommt nun der Name „Dalmatiner“, wenn die Hunde vielleicht gar nicht in Dalmatien beheimatet waren? Gleich zwei namhafte Zoologen erwähnten in ihren Werken den Dalmatiner als eine in Kroatien lebende Hunderasse. In den Aufzeichnungen des Wiener Zoologen L. J. Fitzinger, der von 1802 bis 1884 lebte, findet sich der „Dalmatinische Hühnerhund“, dessen Beschreibung eindeutig auf unseren Dalmatiner zutrifft. Auch in England beschäftigte sich ein Fachmann mit diesem Thema: Thomas Bewick (1753 bis 1828), ebenfalls Zoologe, schreibt in seinem Werk „History of Quadrupeds“ (frei übersetzt „Geschichte der Vierfüßler) vom Dalmatinerhund. Und nun kommen wir zum lange erwarteten Beweis, denn beide Wissenschaftler schreiben die Herkunft der Dalmatiner eindeutig einem Gebiet an der Adriaküste zu, das in etwa dem heutigen Kroatien und Montenegro entspricht!

Hund, Spielgefährte, Familienmitglied und vieles mehr – Allroundtalent Dalmatiner

Dalmatiner
Ist die Beliebtheit des Dalmatiners nur auf sein skurril gezeichnetes Äußeres zurückzuführen? Natürlich nicht. Doch spielt sicherlich das seidig glänzende weiße Fell mit den lustigen schwarzen Punkten eine bedeutende Rolle bei der Wahl eines vierbeinigen Hausgenossen. Zu seinem attraktiven Aussehen hat diese Hunderasse jedoch noch viele positive Charaktereigenschaften, die ihn als Spielgefährten und Arbeitskollegen gleichermaßen auszeichnen.
Dalmatiner sind pfiffig, klug, lernen gerne etwas dazu und freuen sich, wenn sie das Erlernte anwenden können. Außerdem sind sie treue Freunde, schmusen gerne ausgiebig und können stundenlang zuhören. Die Hunde sind wahre Zauberkünstler, wenn es gilt, die schlechte Laune bei ihren Menschen zu vertreiben, oder ihnen durch aufmunterndes Stupsen und tierische Zuwendung über schwierige Lebensphasen hinweg zu helfen.
Gehorsam ist ihre zweite Natur, und die wissbegierigen Hunde lernen gerne und rasch. Nur darf die Dressur nicht mit Zwang oder Härte verbunden sein, dann nämlich stellt sich der Dalmatiner stur und blockt ab. Also Fingerspitzengefühl, Sensibilität und ein gewisses Maß an Einfühlsamkeit in die tierische Seele sind Voraussetzung für eine langjährige Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Wer diese Grundsätze beherzigt, kann sich frohgemut an die Erziehung eines Welpen machen, der übrigens reinweiß zur Welt kommt. Die Tupfen kommen dann später dazu…
Im Alter von sechs bis acht Monaten kommt der junge Dalmatiner in die Pubertät, was Sie sofort merken werden. Das ohnehin lebhafte Tier setzt nun – bildlich gesehen – kleine Hörner auf und scheint das bisher Gelernte über Nacht vergessen zu haben. Doch mit Geduld und ein wenig Konsequenz merkt der Hund rasch, dass mit seinem Herrchen oder Frauchen nicht zu spaßen ist, und er wird sich bald wieder an die Regeln erinnern.

Baden, rennen, suchen und grasen – Lieblingsbeschäftigungen der Dalmatiner

Dalmatiner
Eines haben alle Dalmatiner gemeinsam – sie verfügen über einen beinahe unstillbaren Bewegungsdrang, den sie am liebsten in stundenlangen Spaziergängen und Streifzügen durchs Gelände befriedigen möchten. Dalmatiner sind ideale Begleiter auf Radtouren oder Reitausflügen. Sie baden für ihr Leben gern und können keinem See, Fluss, Bächlein oder Swimming-Pool widerstehen. Doch Vorsicht bei ausgiebigen Sonnenbädern. Dalmatiner haben kein sehr dickes Fell, es fehlt ihnen das Unterhaar. Gerade am Kopf ist das Fell besonders dünn, so dass die Hunde rasch einen Sonnenbrand bekommen können.
Gehen Sie mit Ihrem Dalmatiner regelmäßig zum Hundesport, wo er richtig gefordert wird. Und wundern Sie sich nicht, wenn Ihr Hund auf einer Wiese steht und bedächtig Gras frisst. Die Tiere lieben Gras und „weiden“ ab und zu gerne wie die Kühe. Außerdem können Dalmatiner lachen. Was bei anderen Hunderassen wie gefährliches Zähnefletschen aussieht und auch bedeutet, ist bei den „Getüpfelten“ tatsächlich der Ausdruck bester Laune.
Und wenn Sie Dalmatinern bei der Arbeit zuschauen möchten, besuchen Sie die Brauerei Budweiser. Ihre Clydesdale Kutschen werden auch heute noch in bewährter Tradition von Dalmatinern begleitet, was sicherlich zum Erfolg dieses Getränks beiträgt – zumindest bei den Touristen, die sich dieses Spektakel begeistert anschauen.

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