Wissenswertes über Kroatien – Mate Rimac

15 August 2018 AUTOR:

Rimac – rasante Supersportwagen „elektrisieren“ Kroatien

Während der Name des kroatischen Erfinders Tesla jenseits des großen Teichs für Elektroautos Pate steht, werden auch in Kroatien Automobile mit Batteriebetrieb hergestellt, die man erst auf den zweiten Blick als solche erkennt und die weltweit Furore machen. In der Nähe von Zagreb entstehen großartige Autos, die quasi im Flüstermodus über die Rennstrecken sausen.

Der Gründer von Rimac Automobili hatte Großes im Sinn, als er 2009 im Ort Sveta Nedelja bei Zagreb seine Firma gründete. Tatsächlich entstanden ist das Unternehmen bereits zwei Jahre zuvor in einer Werkstatt, die Mate Rimac sozusagen als Freizeitbeschäftigung betrieben hat und in der er eifrig an batteriebetriebenen Antriebssystemen für Autos bastelte. So ist es ihm gelungen, den „herkömmlichen“ Verbrennungsmotor seines eigenen BMWs durch einen Elektroantrieb zu ersetzen, was zu dieser Zeit für viel Aufregung in Fachkreisen sorgte.

Mate Rimac – Erfolgsgeschichte wie im Märchen

Mit Mitte 20 beschloss Mate Rimac seinen Lebenstraum wahr werden zu lassen und den besten Sportwagen zu bauen, den die Welt je gesehen hat. Kein geringer Anspruch, doch Rimac wusste genau, was er wollte. Diese Eingebung überraschte ihn nicht etwa nachts im Traum, denn Mate Rimac war schon als Kind und später als Jugendlicher ein unermüdlicher Bastler, der alles genau wissen und es besser machen wollte.
Schon als kleiner Junge waren Autos sein Ein und Alles, und mit 18 Jahren besaß er bereits einen BMW Baujahr 1984, dem er auf einer Rennstrecke derart einheizte, dass der Motor des Autos explodierte. Die Folge dieses Unfalls ist uns bekannt – Rimac konstruierte einen Elektromotor und schaffte mit der Leistung seiner Erfindung sogar einen Guinness Weltrekord. 2012 gründete Mate Rimac seine Firma, nachdem er schon im Jahr zuvor das Konzept seines ersten Sportwagens auf der IAA in Frankfurt präsentierte.
Nun baut Rimac etwa 20 Kilometer von Zagreb entfernt seine Autos, die komplett in der ehemaligen Citroen-Niederlassung entstehen und die Halle dann fix und fertig verlassen, um an die künftigen Eigentümer übergeben zu werden. Was sich so einfach anhört, war jedoch sehr viel komplizierter, denn für die Automobilherstellung ist Kroatien quasi Neuland, so dass Rimac auf keine bereits bestehenden Erfahrungen zurückgreifen konnte.
Doch es gelang dem in einer Unternehmerfamilie aufgewachsenen Tüftler, der als Kind in Frankfurt lebte, mit einem Startkapital von rund zehn Millionen Euro Rimac Automobili auf die Füße zu stellen und auch zum Laufen zu bringen. Mate Rimac schaute sich dabei nach Gleichgesinnten um, die ebenfalls von Visionen angetrieben werden und dieselbe Begeisterung für Autos, Motoren und Superlative jeder Art aufbringen wie er selbst. Es versteht sich von selbst, dass auch das Klima und die Chemie in Rimacs Firma „stimmen“, was sicherlich maßgeblich zum Erfolg des Unternehmens beiträgt.

Vom Grünen Monster zum Concept One

Und wieder muss der „alte“ BMW herhalten, dessen „atomisierter“ Motor alles zum Rollen brachte. Rimac bastelte und optimierte solange an dem Elektromotor für dieses Auto, bis es im Jahr 2011 als Prototyp, der Grünes Monster genannt wurde, die schnellste Beschleunigung zustande brachte, die jemals bei einem elektrisch betriebenen Fahrzeug gemessen wurde. Etwa ein Jahr lang arbeitete Rimac mit seinem Team daran, diesen Elektromotor und auch das Auto derart zu vervollkommnen, bis es als Grünes Monster von Rekord zu Rekord sauste – ganz leise und mit einer Höchstgeschwindigkeit von 280 Kilometern in der Stunde. Insgesamt fünfmal wurde der 3er-BMW von Rimac quasi neu entwickelt, bis er das war, was sein Erbauer sich vorgestellt hatte.
Nun war es Zeit für ein völlig neues Auto, das ganz und gar den Ideen von Mate Rimac entstammte und als erster elektrischer Supersportwagen in die Geschichte eingehen sollte. Der Rimac Concept One ist nicht nur sehr schnell, er beschleunigt auch in 2,8 Sekunden von 0 auf 100 Kilometer in der Stunde. Das erste Auto des Concept One ging im Januar 2013 nach Spanien, und bis Oktober 2014 wurden insgesamt acht Fahrzeuge verkauft. Selbstverständlich wurde auch am Concept One unermüdlich weitergetüftelt, so dass die Leistungen dieses Renners verbessert werden konnten. So beschleunigte das Auto im Jahr 2016 in nur 2,5 Sekunden auf 100 Kilometer pro Stunde. Damit war das Erfolgskapitel „Concept One“ abgeschlossen, und fast im gleichen Atemzug präsentierte Rimac Automobili die Nachfolgeversion…

Concept S und Concept Two – mit weiteren Modellen auf Erfolgskurse

Im Jahr 2016 präsentierte Rimac Automobili auf dem Genfer Auto-Salon das Fahrzeug Rimac Concept S, das Nachfolgemodell von Concept One.
Und bereits zwei Jahre später im Jahr 2018 stellte Rimac wieder im Genfer Auto-Salon seinen zweiten elektrisch betriebenen Supersportflitzer vor – Rimac Concept Two. Es versteht sich von selbst, dass dieses Modell noch schneller beschleunigt, schneller fährt und über weitaus mehr technische Raffinessen verfügt als sein Vorgänger. Von diesem Auto sollen insgesamt „nur“ 150 Exemplare verkauft werden. Zu haben ist das Fahrzeug für einen Preis von mehr als einer Million Euro.
Von den technischen Einzelheiten sei nur erwähnt, dass dieses Auto seinen Akku in weniger als einer halben Stunde von total leer auf 80 Prozent aufladen kann. Die Ladung des Akkus hat eine Kapazität von 120 Kilowattstunden und soll für 650 Kilometer ausreichen. Ein weiteres Extra ist die „Fähigkeit“ des Autos für autonomes Fahren der Stufe 4. Dafür sorgen acht Kameras, sechs Radarsysteme, ein Lidar-Sensor und zwölf Ultraschallsensoren.
Damit nicht genug passt sich die Fahrweise des Concept Two automatisch auf die Wetterverhältnisse an. Auch die Gemütsverfassung des Fahrers soll vom Fahrzeug erkannt und im Fahrstil umgesetzt werden…
Und noch eine Besonderheit, eine patriotische sogar, kann das Elektroauto vorweisen. Wer genau hinschaut, kann erkennen, dass die Abdeckung der Hinterreifen wie eine Krawatte geformt ist. Dies ist beileibe kein Zufall, sondern eine Hommage an den heldenhaften Kampf kroatischer Soldaten gegen Napoleon Bonaparte. Die Soldaten banden damals das Halstuch ihrer Uniform wie eine Krawatte. Also auch beim Design setzt das Rimac-Team auf kroatische Traditionen und Werte.

Wenn Sie bei Ihrem nächsten Aufenthalt in Zagreb ein wenig durch die Umgebung der kroatischen Metropole streifen, halten Sie doch Ausschau nach einem dieser ultramodernen Flitzer, die wie auf leisen Pfoten daherkommen und im Nu wieder aus Ihrem Blickfeld verschwunden sind. Vielleicht haben Sie ja Glück und sehen einen solchen Supersportwagen, der hier fabrikneu und beinahe „neugeboren“ aus den Hallen rollt, um irgendwo auf der Welt seinen neuen Besitzer glücklich zu machen.

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