Zollbestimmungen für Kroatien

23 November 2012 No Comment

Zollbestimmungen für Kroatien – was ins Reisegepäck hineindarf

Zoll in Kroatien
Manche Urlauber reisen gleich mit dem gesamten Hausstand in die Ferien. Doch was zu Hause erlaubt ist, muss nicht zwangsläufig auch für das Urlaubsland Kroatien gelten. Auch für die Ein- und Ausreise nach und von Kroatien sind einige Zollbestimmungen zu beachten, damit Missverständnisse und Probleme an den Grenzübergängen vermieden werden können.

Mit den Zollbestimmungen der EU sind Grenzkontrollen oft nur noch eine reine Formsache geworden. Wer anhand seines Fahrzeugs, seiner Sprache und seines “Aussehens” als Bürger eines EU-Landes identifiziert wird, kann häufig ohne große Kontrolle der Personaldokumente über die Grenze gelangen. Die Toleranz in puncto Kontrollen endet jedoch bei den Zollvorschriften für Waren, die man als Tourist oder Geschäftsreisender nach Kroatien einführen möchte. Es kann daher nicht schaden, sich vor Reiseantritt die kroatischen Zollbestimmungen etwas näher anzuschauen, um unliebsame Überraschungen an der Grenze auszuschließen.

“Haben Sie etwas zu verzollen?” – was an der Grenze angemeldet werden muss

Zoll in KroatienIn Kroatien gelten die Zollbestimmungen der EU-Länder, jedoch mit verschärften Grenzkontrollen, da der EU-Beitritt des Landes bevorsteht und die Republik Kroatien zudem eine EU-Außengrenze darstellt. So lautet die Vorschrift beim Grenzübergang nach Kroatien, dass alle Reisende, die nicht zu gewerblichen Zwecken ins Land kommen wollen, eine schriftliche Anmeldungen für alle mitgeführten Waren abgeben müssen. Wer nun befürchtet, sein gesamtes Reisegepäck akribisch genau auflisten zu müssen, darf beruhigt sein. Für den normalen Reiseverkehr nach Kroatien genügt es vollständig, diese Anmeldung mündlich abzugeben. Stellt der Zollbeamte die Frage: “Haben Sie etwas zu verzollen?”, sollte man ihm möglichst wahrheitsgemäß mitteilen, was man in Koffern, Taschen und Rucksäcken mit sich führt. Um auf Nummer sicher zu gehen und um jegliches Risiko auszuschließen, sollten auch solche Waren aufgezählt werden, die laut EU-Zollbestimmungen als “zollfrei” oder “nicht anmeldepflichtig” aufgeführt sind.

Gleiches gilt für Reisende, die Kroatien als Transitland durchfahren. Die gleiche Vorgehensweise empfiehlt sich auch bei der Rückfahrt, sei es zu Transitzwecken oder nachdem der Urlaub in Kroatien beendet ist.

Haustiere und Dinge des persönlichen Gebrauchs

Zoll in KroatienWer sich auch im Urlaub nicht von seinen vierbeinigen Hausgenossen trennen möchte, darf den Hund, die Katze oder auch das Frettchen mit ins Ferienvergnügen nehmen. Voraussetzung hierfür ist, dass die Tiere einen Mikrochip tragen, einen Heimtierausweis oder ein tierärztliches Zeugnis besitzen, wonach keine Zweifel am Gesundheitszustand der Vierbeiner bestehen, und eine gültige Tollwutimpfung vorweisen können.

Haustiere müssen stets an der Grenze angemeldet werden, selbst wenn das kleine Hündchen brav im Fußraum sitzt und von den Zollbeamten nicht gesehen werden kann, so dass sie auch nicht danach fragen. In Kroatien muss man jederzeit mit Zollkontrollen auch weit abseits der Grenzübergänge rechnen, ein nicht angemeldetes Haustier könnte dann zum mittleren Problem werden und einigen bürokratischen Aufwand verursachen. Mehr Informationen dazu unter http://www.kroatien-adrialin.de/kroatien-blog/urlaub-mit-dem-hund-in-kroatien/.

Die sogenannten Dinge des persönlichen Gebrauchs dürfen ebenfalls zoll- und anmeldefrei nach Kroatien eingeführt werden. Darunter fällt so ziemlich alles, was normalerweise in einen Koffer oder den Kofferraum gepackt wird. Also Kleidung, Schuhe, Lesestoff, Spielsachen, Kosmetika, Sportgeräte und Lebensmittel, die beispielsweise fürs Ferienhaus oder den Campingplatz mitgenommen werden. Doch bei Esswaren gelten wiederum besondere Vorschriften, auf die nachfolgend näher eingegangen wird. Backwaren, Gemüsekonserven, Süßigkeiten, Getreideprodukte und Trockenfutter für Haustiere dürfen anstandslos eingeführt werden, sollten jedoch an der Grenze angesprochen werden.

Zum persönlichen Reisegepäck zählen auch hochwertige Elektronikartikel wie Kameraausrüstung, Laptop, CD-Player und was der Markt der technischen Raffinessen sonst noch hergibt. Um jeglichem Ärger gleich von Anfang an aus dem Weg zu gehen, sollte man diese Geräte beim Grenzübergang sofort deklarieren und – bei besonders umfangreichem und professionell anmutendem Equipment – auch auflisten lassen, respektive gleich eine fix und fertige Liste vorlegen. Die elektronische Ausrüstung darf in Kroatien ausschließlich vom Besitzer genutzt und nicht an Dritte ausgeliehen werden, da dies bereits ein Zollvergehen darstellt, das empfindlich geahndet werden kann.

Besondere Vorsicht ist auch bei Waffen geboten. Wer Sport- und Jagdwaffen nach Kroatien einführen möchte, muss diese samt der dazugehörenden Munition bei der Grenzpolizei anmelden. Es dürfen nur die Waffen mitgeführt werden, für die ein gültiger Waffenschein vorliegt. Die Polizei stellt dann eine Trageerlaubnis für diese Waffen aus, die auf Verlangen stets vorgezeigt werden muss.

Das liebe Geld… – Bargeld und Schecks

Zoll in KroatienFür die Ein- und Ausfuhr von Bargeld und Schecks in Fremdwährung gelten keine Obergrenzen. Jedoch müssen Beträge ab 10.000 Euro – oder dem entsprechenden Gegenwert in anderen Währungen – angemeldet werden. Bei der kroatischen Währung sieht es dagegen anders aus. Hier darf maximal Bargeld bis zu 2.000 Kuna ein- und ausgeführt werden.
 
 
 
 
 
 

Lebens- und Genussmittel – welche Produkte dürfen zollfrei hinein und hinaus?

Zoll in KroatienPro Person dürfen zollfrei ein- und ausgeführt werden:
» Zwei Liter Wein
» Ein Liter höher- oder hochprozentiger Alkohol
» Acht Flaschen oder Dosen Bier
» Ein Liter H-Milch
» Ein Kilo Käse
» Eine Stange Zigaretten

Besonderes Augenmerk legen die kroatischen Zollbeamten auf die Einfuhr von tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Milch, Schalentiere und deren Produkte. Für Reisende, die aus EU-Ländern nach Kroatien kommen, werden diese Kontrollmaßnahmen nicht ganz so rigide gehandhabt. Doch wer über ein sogenanntes Drittland (kein Mitgliedsstaat der Europäischen Union) einreist, muss mit dem strikten Einfuhrverbot bestimmter Lebensmittel rechnen. Es geht vor allem darum, die Verbreitung von Krankheitserregern wie die Maul- und Klauenseuche sowie die verschiedenen Erscheinungsformen der Schweinepest auszuschließen. Wer tierische Produkte dieser Art mit nach Kroatien nehmen möchte, sollte sich vorab auf den Internetseiten des Ministeriums für Landwirtschaft, Fischerei und ländliche Entwicklung www.mps.hr oder des Finanzministeriums (Zollbehörde) unter www.carina.hr kundig machen. Werden tierische Produkte vom Zoll beanstandet, werden diese sichergestellt und auf Kosten der Reisenden vernichtet.

Vielleicht hat man in Kroatien ein eigenes Feriengrundstück mit Garten oder bringt kroatischen Freunden selbstgezogene Samen oder Pflanzenableger mit. Auch bei diesen eher harmlos anmutenden Pflanzenprodukten ist Vorsicht geboten, da mit ihnen auch Schädlinge ins Land eingeführt werden können. Samen, organischer Dünger, pflanzliche Produkte und Pflanzen dürfen nur an den Grenzübergängen nach Kroatien eingeführt werden, wo entsprechende Gesundheitskontrollen durchgeführt werden können. Bei Pflanzen und offenem Saatgut muss ein Phytozertifikat vorgelegt werden, das vom Exportland ausgestellt wurde.

Kleine Mengen von Blumen- und Gemüsesamen benötigen dann kein solches Gesundheitszeugnis, wenn das Saatgut noch originalverpackt ist und eine Gesamtmenge von 100 Gramm, bzw. drei Kilo bei Zwiebelknollen nicht übersteigt.

“Stop Carina!” – Zollkontrolle, was nun?

Zoll in KroatienDie meisten Zollkontrollen finden naturgemäß an den Grenzübergängen statt. Doch ist das “unangefochtene” Überfahren der kroatischen Grenze keine Garantie dafür, dass man sich während des gesamten Aufenthalts vor jeglicher Kontrolle gefeit fühlen darf. Die kroatischen Zollbehörden beschränken sich längst nicht mehr nur darauf, ein- und ausreisende Ausländer zu kontrollieren. Auch fernab der Landesgrenzen muss man damit rechnen, von einer Kelle mit der Aufschrift “Stop Carina” an den Straßenrand gewunken zu werden. In diesem Fall werden das Fahrzeug, die Insassen, das Reisegepäck und ganz besonders die mitgeführten Waren gründlich inspiziert.

Werden dann – oder bereits an der Grenze – nicht deklarierte, jedoch anmeldepflichtige Waren entdeckt, entsteht eine sogenannte Eingangsabgabenschuld, die je nach dem Umfang des “Zolldelikts” empfindliche strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Es hat sich schon so mancher clevere Reisende sehr sicher gefühlt und musste sich unversehens vor einem Schnellgericht verantworten… Das Auswärtige Amt weist in seinen Reiseempfehlungen für Kroatien ausdrücklich darauf hin, dass mit verstärkten Zollkontrollen gerechnet werden muss.

Zollvergehen sind dank der Erleichterung durch die EU-Bestimmungen stark zurückgegangen, werden aber noch von vielen abenteuerlustigen Auslandsreisenden als Kavaliersdelikt betrachtet. Doch dürfte es sich kaum lohnen, wegen einiger Stangen Zigaretten, hochprozentigem Alkohol oder sonstigen zollpflichtigen Souvenirs ein Strafverfahren zu riskieren, das unangenehme Folgen haben kann. Wer “echtes” Schmuggler-Feeling erleben möchte, sollte sich einen Aufenthalt in Senj oder in anderen einstigen Piratenhochburgen gönnen, das ist wesentlich aufregender und vor allem garantiert straffrei.

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