Bootsführerschein in Kroatien
Von der Freiheit auf dem Meer – Bootsführerschein in Kroatien

Eine Bootstour entlang der abwechslungsreichen kroatischen Küste ist dann besonders schön, wenn man sein eigener Kapitän ist und den Kurs selbst bestimmen kann. Wer nicht im Besitz eines Bootsführerscheins ist, braucht auf dieses maritime Abenteuer keinesfalls zu verzichten, da man auch in Kroatien das Küstenpatent erwerben kann.
Bootsfahrten und Segeltörns in der Adria erfreuen sich zunehmender Beliebtheit, so dass der nautische Tourismus besonders in Kroatien boomt wie nie zuvor. Wer nun denkt, dass es deshalb in den Küstengewässern sehr eng zugeht, sollte sich vor Augen führen, dass es die kroatische Küste auf insgesamt 6116 Kilometer Länge bringt. Platz genug also, um sich seinen eigenen Traum von der grenzenlosen Freiheit der Meere zu erfüllen.
Keine Freiheit ohne Küstenpatent
Kroatien ist lange schon auf den zunehmenden Ansturm des maritimen Tourismus vorbereitet und dementsprechend gut gerüstet. Entlang der Küste und auf den kroatischen Inseln verfügen 98 Häfen über sichere Anlegeplätze für Motorboote und Segelyachten. Insgesamt 58 Marinas bieten sowohl jede Art von Komfort und die erforderlichen technischen Ausrüstungen für Boote aller Art. Die 21 zum ACI-Club gehörenden Marinas besitzen mit Geschäften, Restaurants, diversen Dienstleistungen und Werkstätten beinahe genauso viel touristische Infrastruktur wie so mancher Ferienort. Die Zahl der Marinas nimmt dabei ebenso zu wie die der Liegeplätze, von denen allein rund 16.500 im Meer und mehr als 5.000 an Land zur Verfügung stehen.
Das alles hört sich sehr verlockend an und verspricht traumhafte Urlaubserlebnisse auf hoher See. Doch ohne Bootsführerschein darf man höchstens als Passagier auf einer Motor- oder Segelyacht mitfahren, oder aber mit einem “gecharterten” Skipper in See stechen. Wer nun nicht im Besitz eines sogenannten Küstenpatents ist, kann mit relativ geringem Aufwand und durchaus überschaubaren Kosten den Erwerb dieser Formalität mit einem Urlaub in Kroatien verbinden. Es gibt diverse Unternehmer, die Führerscheinkurse ausschließlich in Kroatien oder nur den praktischen Teil mit Prüfung direkt vor Ort anbieten.
Bei der ersten Variante erwirbt man alle nötigen Kenntnisse und Techniken an der kroatischen Küste, inklusive der Prüfung, mit deren erfolgreichem Bestehen man den Bootsführerschein in Händen hält. Eine andere Möglichkeit das Küstenpatent zu erwerben, ist ein gründlicher Vorbereitungskurs für die erforderliche Theorie zu Hause oder beispielsweise in Österreich, um dann den praktischen Vorbereitungskurs in einem kroatischen Hafen zu absolvieren.
Boat Skipper A oder Boat Skipper B – welches Patent gilt für welches Schiff?
Kroatien gibt es zwei Arten des Bootsführerscheins: den Boat Skipper A und den Boat Skipper B.
Der Boat Skipper A berechtigt zum Führen von Schlauchbooten bis zu sieben Meter Länge und einer maximalen Leistung von 15 KW oder 20 PS. Außerdem gilt dieser Bootsführerschein für motorisierte Segelboote mit derselben Länge und der gleichen Motorleistung. Etwas laienhaft ausgedrückt ist der Boat Skipper A ein Führerschein für kleine Wasserfahrzeuge ohne Funk.
Bei dem Boat Skipper B dagegen handelt es sich um das kroatische Küstenpatent, das auch als klassischer Bootsführerschein bezeichnet wird und zum Führen zu Motor- und Segelyachten, Katamaranen mit UKW-Funk sowie Jet-Skis berechtigt. Das Küstenpatent unterliegt keinem PS-Limit und gilt für Schiffe bis zu 30 Bruttoregistertonnen, was je nach Bauart einer Jacht von bis zu 20 Meter Länge entspricht. Außerdem beinhaltet dieses Patent eine UKW-Seesprechfunkberechtigung, die innerhalb der kroatischen Gewässer gilt und Voraussetzung für das Führen einer gecharterten Jacht ist.
Wie lange dauert ein Bootsführerscheinkurs?
Die meisten künftigen Freizeitkapitäne streben gleich den amtlichen Sportbootführerschein See an, wie das kroatische Küstenpatent “technisch” genannt wird. Da dieses Patent recht unkompliziert erworben werden kann und darüber hinaus die kroatischen Behörden keinerlei Praxiserfahrungen zur Bedingung für den Führerschein machen, kann es relativ schnell erlangt werden, was gerade in puncto Sicherheit auch seine negativen Seiten hat.
Viele kroatische Anbieter, die gleichzeitig Bootscharter betreiben, garantieren ihren Kunden den Erwerb des Führerscheins innerhalb einer Woche. Diese Kursdauer beinhaltet sowohl das Erlernen der theoretischen Kenntnisse und praktische Übungen wie der wichtigsten Manöver mit dem Boot inklusive der Begleitung zur praktischen Prüfung beim jeweiligen Hafenamt. Wer nun den Eindruck erhält, relativ spontan und aus dem Augenblick heraus die Entscheidung zu treffen, den Bootsführerschein zu erwerben, sollte nicht davon ausgehen, in Kroatien einfach zum nächsten besten Charterunternehmen zu gehen, um dort das Küstenpatent in Angriff zu nehmen. Nicht zuletzt wegen der ständig steigenden Nachfrage dieses Dokuments herrscht auch ein reger Andrang bei den Anbietern, so dass eine rechtzeitige Reservierung des Kurses – möglichst noch vor Antritt der Reise – unbedingt empfohlen wird.
Sehr viel “organisierter” geht es dagegen bei deutschen oder österreichischen Veranstalter der Führerscheinkurse zu. Diese Anbieter trennen meist den theoretischen vom praktischen Teil, so dass die Kurse nicht nur zeitlich versetzt, sondern auch in verschiedenen Ländern durchgeführt werden. Hier besteht sogar die Möglichkeit, sich im sogenannten Heimstudium auf den Kurs vorzubereiten, wofür den Kursteilnehmern ein Skript übersandt wird, das entweder in Papierform oder als CD vorliegt. Diese Informationen beinhalten überwiegend den theoretischen Lehrstoff. Einige Anbieter haben auch Sprachbeispiele im Programm, so auch die korrekte Aussprache von Seenotrufen. Wer noch nie zuvor einen Seemannsknoten geknüpft hat, wird auch für die animierte Anleitung auf einer CD zu dieser recht kniffligen Fingerübung dankbar sein.
Wem die Variante mit dem Heimstudium nicht behagt, kann an Küstenpatent-Theoriekursen beispielsweise in Österreich teilnehmen, um dort in der Gruppe den Stoff womöglich effizienter zu erlernen, als dies in den eigenen vier Wänden ohne “Konkurrenzdruck” der Fall ist. Diese Kurse werden meist an einem Tag oder an einem Wochenende abgehalten.
Der praktische Teil des Bootsführerscheinkurses findet in Kroatien statt. Dort wird der Prüfungsstoff in der Gruppe durchgearbeitet, wobei ein Schwerpunkt das Thema Navigation, sprich der Umgang mit der Seekarte, sein wird. Kursteilnehmer, die bereits zu Hause eifrig Seemannsknoten geübt haben, können vor den anderen Lehrgangsteilnehmern glänzen und ihre kunstfertigen Knotenkreationen vorführen. Selbstverständlich wird auch das Fahren mit dem Boot trainiert, was nur auf den ersten Blick einfach scheint, da Wasser bekanntlich keine Balken besitzt, und insbesondere der Bremsvorgang seine eigenen Tücken hat. Auch der Sprechfunk wird geübt, da auch hierfür Regeln gelten, auf deren Einhaltung streng geachtet wird. Der krönende Höhepunkt dieses Kurses ist die Prüfung beim jeweiligen Hafenamt, die vom Kursveranstalter organisiert und auch begleitet wird. Der Küstenpatentkurs dauert ebenfalls zwei Tage, so dass der gesamte zeitliche Aufwand maximal vier Tage beträgt, von der eigenen Übungszeit selbstverständlich abgesehen.
Was kostet ein Bootsführerschein?
Die Kursgebühren für das Küstenpatent unterscheiden sich je nach Veranstalter und Leistungsumfang. Während man bei den meisten kroatischen Anbietern erst auf Nachfrage Auskunft über die jeweiligen Preise erhält, legen die deutschsprachigen Veranstalter auf ihren Internetseiten detailliert offen, welche Beträge sie für ihre Kursangebote verlangen. Die Kosten für einen Bootsführerschein bewegen sich hier zwischen 250 bis 550 Euro zuzüglich die amtlichen Prüfungsgebühren, die derzeit bei etwa 120 Euro pro Person liegen. Der Kurs für 250 Euro beinhaltet sowohl den theoretischen als auch den praktischen Teil und endet mit Erhalt des Bootsführerscheins.
Kursteilnehmer, die noch nie zuvor ein Boot gesteuert haben und keinerlei praktische Erfahrung mit einem Wasserfahrzeug besitzen, müssen sich darüber im Klaren sein, dass der Erwerb des Küstenpatents eine Sache ist, Fahrpraxis jedoch eine völlig andere. Aus diesem Grund achten immer mehr kroatische Charterfirmen darauf, ob ihre Kunden bereits über Fahrpraxis verfügen, bevor sie ihnen ihre recht kostspieligen Jachten zu Verfügung stellen. Auf diese Vorgehensweise haben sich auch die Kursveranstalter eingestellt, die gleich im Anschluss an die Bootsführerscheinkurse ein Praxistraining anbieten. Dieses kombinierte Angebot von Küstenpatentkurs und Skippertraining kann wahlweise auf einer Segel- oder Motorjacht absolviert werden. Das Intensivtraining dauert meist drei Tage und findet in kleinen Gruppen statt, so dass jeder Kursteilnehmer die Möglichkeit hat, den Umgang mit dem Boot nachhaltig zu trainieren. Dieses Komplettangebot ist dann für etwa 550 Euro zu haben und beinhaltet die Übernachtungen an Bord, Versicherungen sowie alle Kosten und Gebühren, die im Hafen anfallen.
Es ist gängige Praxis, einen Teil der Kursgebühren mit der Anmeldung zu entrichten, der Rest wird dann entweder kurz vor Kursbeginn oder direkt im Kurs fällig.
Stolze Besitzer des Küstenpatents sollten nun mit langsamer Fahrt zur ersten Bootstour unter eigener Regie starten. Schließlich hat jeder verwegene Seemann erst einmal klein angefangen und Vorsicht und Respekt vor dem ungewohnten Element tragen zur Sicherheit für sich selbst und andere maritime Verkehrsteilnehmer bei.
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