Hauptplatz mit Kathedrale in Trogir – Herzstück und kultureller Mittelpunkt der Stadt
Die mittelalterliche Altstadt von Trogir wurde bereits von den Griechen auf einer “auf künstlichen” Insel erbaut. Die Halbinsel, auf der die Siedlung ursprünglich stand, wurde durch einen Kanal vom Festland getrennt, um sie besser vor Angriffen schützen zu können.
Um den historischen Stadtkern von Trogir ranken sich viele Sagen und Mythen. In jedem der malerischen Häuser habe sich mindestens eine Tragödie ereignet, jede Kapelle verfüge über eine Legende und auf jedem Balkon haben sich Szenen abgespielt, die den Shakespeare’schen Dramen durchaus würdig wären. Manche Reiseführer sprechen von Trogir bereits als einem “Museumsstädtchen”, da jedes Gebäude, alle lauschigen Ecken und die herrlich verwinkelten Gassen für sich betrachtet kleine Sehenswürdigkeiten darstellen.
Doch das Herzstück der schönen Hafenstadt ist der Hauptplatz, der nach dem verstorbenen Papst Johannes Paul II. benannt wurde. Vor dem Platz erhebt sich das Wahrzeichen der Stadt, die imposante Kathedrale, mit deren Bau Anfang des zwölften Jahrhunderts begonnen wurde; doch bis zur Fertigstellung des gewaltigen Doms sollten noch etwa 400 Jahre vergehen. Zwar trägt die Kathedrale den Namen Sveti Lovro, doch wird sie von den Bewohnern der Stadt durchgehend Sveti Ivan genannt, dem Schutzpatron von Trogir.
Das von dem kroatischen Baumeister Radovan geschaffene Hauptportal der Kathedrale stellt für sich bereits ein Kunstwerk dar. Die imposante Pforte zeigt das erste Menschenpaar Adam und Eva, das sich unter den neugierigen Blicken der Betrachter ganz offensichtlich zu schämen scheint, sowie zwei Löwen. Bei den im gesamten Mittelmeerraum präsenten steinernen Löwen handelt es sich um ein Zugeständnis an Venedig, das lange Zeit die Geschicke vieler Städte und Länder leitete. Diese offensichtlichen Symbole der italienischen Fremdherrschaft wurden von den Bürgern der Stadt am 1. Januar 1932 in einer rabiaten “Aufräumaktion” beseitigt. Die beiden Löwen auf dem Westportal des Doms entgingen diesem Zerstörungswerk jedoch und achten nach wie vor darauf, dass dem biblischen Paar kein Leid zugefügt wird.
Die lange Bauzeit der Kathedrale hatte eine breit gefächerte Mischung verschiedener Stile zur Folge. Je nach Epoche wurden die einzelnen Stockwerke des riesigen Gotteshauses mit Elementen der Romanik über venezianisch beeinflusste Gotik bis hin zur Renaissance versehen. Auf der Rückseite der Kathedrale befindet sich der Eingang zur Schatzkammer, in der zahlreiche bedeutende und wertvolle Kunstschätze aufbewahrt werden. Das wichtigste Exponat der Sammlung hat zwar keinen hohen materiellen Wert, genießt jedoch die Bedeutung einer königlichen Reliquie: es ist die Kapuze von König Bela, der im Jahr 242 vor den Tataren flüchtete und in Trogir Schutz suchte. Als Dank für die freundliche Aufnahme schenkte der König der Stadt Grundbesitz in Split und besagte Kapuze. Nebenbei sei erwähnt, dass diese Schenkung einen viele Jahre währenden Krieg zwischen den Städten Trogir und Split nach sich zog.
Wer das Panorama der Stadt von hoch oben genießen möchte, sollte nicht versäumen, den Turm der Kathedrale zu erklimmen, wofür man mit einer atemberaubenden Aussicht belohnt wird.
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