Valun – idyllisches Fischerstädtchen mit historischer Bedeutung

12 Februar 2012 AUTOR:

ValunDie Insel Cres präsentiert sich aus der Ferne mit schroffen Hügelketten und einer kargen, spärlich bewachsenen Karstlandschaft, die durch zahllose Steinmäuerchen unterteilt wird. Doch ist man erst auf dem Eiland angelangt, entdeckt man auch die malerischen und romantischen Seiten von Cres.

So gilt der Ferienort Valun als besonders kostbares Juwel auf einer Insel, die überwiegend mit herben Reizen ausgestattet ist. Das malerische Fischerstädtchen liegt sehr ansprechend in einer wunderschönen Bucht, wo sich die Adria in einem besonders leuchtenden Türkis präsentiert. Die alten Gebäude entlang der verwinkelten Gassen tragen mit ihrem altehrwürdigen Erscheinungsbild und der in bunter Blütenpracht prangenden Gärten zum stimmungsvollen Ambiente des Städtchens bei.

Bei einem Bummel durch Valun wird man vom monotonen Tuckern der Schiffsmotoren, dem Lachen und Jauchzen übermütiger Kinder sowie von allerlei anderen akustischen Eindrücken begleitet. Doch selbst die schärfsten Ohren werden vergeblich nach einem ganz bestimmten Laut in der Geräuschkulisse suchen – dem Autolärm. Obwohl Valun das Ziel vieler Ausflugsfahrten ist, hat sich das Städtchen erfolgreich gegen jeglichen Autoverkehr zur Wehr gesetzt, was ganz erheblich zum romantischen Flair des Fischerorts beiträgt.

Ein Stadtrundgang durch Valun führt stets zur Konoba Tos Juna, die ihre Gäste nicht nur mit dem Schatten eines gewaltigen Baums lockt. An der Terrassenmauer des Lokals entdeckt man ein Lapidarium, das sehr gute Kopien der bedeutendsten Denkmäler in glagolitischer Schrift enthält. Darunter die Tafel von Valun sowie die von Baska und Senj, die wahrscheinlich im elften und zwölften Jahrhundert entstanden sind. Die Tafel von Valun wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts in der Kapelle St. Markus gefunden und fand in der Sakristeiwand der Kirche einen würdigen Aufbewahrungsort. Die Wissenschaftler sind sich noch uneins, ob es sich bei der Tafel mit großer kulturgeschichtlicher Bedeutung um eine Erinnerungsschrift oder eine Grabplatte handelt.

Das historische Zentrum von Valun befindet sich etwas oberhalb des heutigen Städtchens an der Abzweigung nach Lubenice, wo einst der Ort Bucev stand, bis dessen Bewohner hügelabwärts ins heutige Fischerstädtchen “abwanderten”. Hier befinden sich auch der Friedhof der Stadt sowie die Kirche St. Markus mit der glagolitischen Inschrift.

Die traumhafte Bucht von Valun ist mit ihrem schönen Kiesstrand und kristallklarem Wasser auch ein ideales Badeparadies. Über verschwiegene Pfade gelangt man auch zu abseits gelegenen Badebuchten, die sich besonders bei Anhängern der Freikörperkultur großer Beliebtheit erfreuen. Wem dies nicht abgelegen genug ist, der kann sich mit einem Fischerboot zu entfernteren Buchten bringen lassen, sollte zuvor jedoch gute Verhandlungen über den Fahrpreis führen.

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